Köln - Der 1. FC Köln hat den Sprung auf den Nichtabstiegsplatz knapp verpasst. Gegen den VfL Wolfsburg kamen die "Geißböcke" nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Dennoch verbesserten sich die Kölner zumindest um eine Position und belegen nun den Relegationsrang 16.

Zu den auffälligsten Kölner Spielern gehörte wieder einmal der agile Lukas Podolski, der allerdings auch etwas Glück hatte, als er nach einem schweren Foulspiel am Wolfsbuger Edin Dzeko nicht vom Platz flog. Im Gespräch zeigte sich der 25-jährige Nationalspieler einsichtig und auch hoffnungsvoll, dass der Kölner Aufwärtstrend von zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen anhält.

Frage: 1:1 gegen den VfL Wolfsburg, der 1. FC Köln macht in der Tabelle einen kleinen Schritt nach vorne und verbessert sich auf Platz 16. Aber ist das ein Grund zur Freude?

Lukas Podolski: Wenn man zuhause 1:0 führt und dann noch so ein Tor kassiert, ist das ärgerlich. Das fühlt sich an wie eine Niederlage. Wir haben im Spiel fast darum gebettelt, uns immer weiter zurückgezogen. Wir haben nicht mehr die Aktionen nach vorne gesucht, wie wir das noch in der 1. Halbzeit getan haben. Am Ende war das 1:1 gerecht. Die Wolfsburger stehen zwar in der Tabelle unten, haben aber eine viel bessere Mannschaft. Das hat man in der 2. Halbzeit gesehen. Das hat schon Klasse, wie die Wolfsburger den Ball laufen lassen. Aber in unserer Situation ist jeder Punkt wichtig.

Frage: Sie haben in einer Szene den Wolfsburger Edin Dzeko gefoult. Das sah ziemlich schlimm aus. War das eine Entgleisung, die mit der Roten Karte hätte bestraft werden müssen?

Podolski: Eine Entgleisung war das nicht. In den Fernsehbildern sah das sehr schlimm aus. Es hat sich auch schlimm angefühlt. Das weiß ich selbst. Aber ich wollte zum Ball gehen und ihn auf keinen Fall verletzen. Ich habe mich in der Halbzeit bei ihm entschuldigt.

Frage: Am kommenden Sonntag steigt das rheinische Derby gegen Bayer Leverkusen, sicher ein besonderes Spiel.

Podolski: Klar ist das ein besonderes Spiel. Da weiß jeder, worum es geht, da muss niemand mehr motiviert werden. Wir müssen da so auftreten wie in Stuttgart und die drei Punkte mitnehmen. Das wird schwer genug, weil Leverkusen eine starke Mannschaft hat. Wir müssen uns in der Woche gut auf Leverkusen vorbereiten. Im Moment ärgern wir uns aber über die zwei verlorenen Punkte. Wir haben gegen Wolfsburg kein schlechtes Spiel gemacht. Das darf man nicht vergessen.

Frage: Vor dem Spiel hat die Mannschaft das Präsidium um Ruhe gebeten, um sich gut vorbereiten zu können. Wie sieht es jetzt nach dem Spiel aus? Ist es der Wunsch der Mannschaft, dass Michael Meier Manager bleiben soll?

Podolski: Es ist nicht unsere Aufgabe, das zu kommentieren. Zu dem Thema wurde in den letzten Wochen alles gesagt. Alles andere wird sich zeigen. Ich bin nicht in die Situation eingebunden und kann daher nicht viel dazu sagen.

Frage: Stimmte es denn wirklich, dass die Unruhe von außen die Mannschaft beeinflusst hat?

Podolski: Wir hätten sonst nicht so entschieden.

Frage: Glauben Sie, dass die Unruhe anhalten wird?

Podolski: Nein. Wir haben in den letzten beiden Spielen gezeigt, dass wir, egal wie die Situation ist, guten Fußball zeigen können. In Stuttgart und jetzt gegen Wolfsburg haben wir ordentliche Spiele gezeigt. Uns belastet die Situation nicht.

Frage: Tut Ihnen der Manager ein bisschen leid, weil es in Köln in Krisenzeiten nicht einfach ist?

Podolski: In Köln ist es nicht einfach, das weiß jeder. Die Situation ist für uns alle nicht zufriedenstellend. Auch für die Mannschaft. Darum wollten wir Ruhe haben, um uns auf das Spiel zu konzentrieren. Aber im Endeffekt ist es die Entscheidung des Vereins. Der wird die richtige Entscheidung treffen.

Frage: Wie gut tut das, dass es in der Tabelle ein bisschen aufwärts geht?

Podolski: Uns fehlen noch ein paar Punkte, um richtig aus der Situation herauszukommen. Man darf nicht den Fehler machen, nach zwei guten Spielen zu denken, dass wir da unten raus sind. Wir stecken mit zwölf Punkten unten drin und müssen in den letzten drei Spielen unsere Punkte holen.

Frage: Wie wichtig war der Torwartwechsel zu Faryd Mondragon für die Stabilisierung der Defensive?

Podolski: Man weiß, dass "Mondy" mit seiner Erfahrung ein bisschen Stabilität in die Mannschaft reinbringt. Das hat man in den letzten beiden Spielen gesehen.

Frage: Wie beurteilen Sie die Arbeit von Trainer Frank Schaefer?

Podolski: Wir arbeiten alle sehr motiviert. Der Trainer strahlt Freude und Spaß aus. Das hat man in den letzten beiden Spielen gesehen. Mit dem Trainerteam werden wir auf jeden Fall bis zum Winter zusammenarbeiten, wie zu hören war. Ich wünsche mir, dass es auch darüber hinaus weitergeht.

Frage: Jetzt hat sich Torjäger Milivoje Novakovic verletzt und droht, gegen Leverkusen auszufallen. Glauben Sie, dass Sie jetzt im Sturm ranmüssen oder ein Anderer?

Podolski: Das müssen wir abwarten. Ich hoffe, dass "Novas" Verletzung nicht so schlimm ist und er am Sonntag spielen kann. Er ist ein wichtiger Mann für uns. Wenn er ausfallen sollte, weiß ich nicht, wer da spielen wird.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski