Teammanager Mark Hughes erlebte bei Manchester City seinen persönlichen "Nightmare before Christmas", Lokalrivale United verteilte vorzeitig Geschenke, und für den FC Liverpool gab es eine schöne Bescherung: Die englische Premier League spielte kurz vor Heiligabend verrückt.

Während Hughes trotz des 4: 3-Heimsieges gegen den FC Sunderland durch Roberto Mancini ersetzt wurde, hagelte es für die Rekordmeister ManUtd. und Liverpool unerwartete Niederlagen. Tabellenführer FC Chelsea schlug aus Uniteds 0:3-Pleite beim FC Fulham allerdings nur bedingt Kapital. Die "Blues" um Michael Ballack kamen selbst nicht über ein 1:1 beim Abstiegkandidaten West Ham United hinaus und vergrößerten ihren Vorsprung auf ManUtd. nur um einen auf vier Punkte.

Mancini folgt Hughes

Alessandro Diamanti hatte West Ham in der 45. Minute per Foulelfmeter in Führung gebracht, Mittelfeld-Star Frank Lampard glich in der 61. Minute auf gleichem Wege aus - allerdings erst im dritten Versuch. Zuvor hatte der Schiedsrichter zwei erfolgreiche Schüsse des zuvor selbst gefoulten Nationalspielers zurückgepfiffen.

Hughes konnte auch eine Spielerrevolte gegen Clubchef Khaldoon Al Mubarak nicht mehr retten. "Die Bilanz von nur zwei Siegen in elf Ligaspielen entspricht sicher nicht den Zielen, die wir vereinbart haben", begründete der Club die Trennung vom früheren Bayern-Profi Hughes. Das war jedoch nur die halbe Wahrheit: Seit Anfang Dezember hat Al Mubarak bereits mit Mancini verhandelt, eine Einigung gab es schon vor ein paar Tagen. "Das war eine furchtbare Seifenoper, eine Farce", schrieb die altehrwürdige "Times" über die Demission Hughes'.

Mancini, der 2008 nach drei Meistertiteln in Folge bei Inter Mailand entlassen worden war, wird am Montag vorgestellt, ließ vorab aber schon verlauten, er sei "sehr glücklich über und motiviert für dieses neue Abenteuer. Ich bin überzeugt davon, dass ich hier Erfolg haben werde." Sein Vertrag läuft bis 2013. Seine Vorgabe lautet, City vom derzeit 6. auf mindestens den 4. Platz zu führen. Dafür soll im Januar noch der ein oder andere Neuzugang nach Manchester geholt werden.

Liverpool weiter im Tief

Über neue Spieler wird auch bei Lokalrivale United diskutiert, vor allem in der Abwehr drückt der Schuh. Beim 0:3 in Fulham, der bereits fünften Niederlage im 18. Spiel, musste Teammanager Alex Ferguson auf fünf Verteidiger verzichten. Danny Murphy (22.), Bobby Zamora (46.) und Damien Duff (75.) nutzten die Defensivschwächen des Titelverteidigers zu Toren.

Gar schon die siebte Pleite setzte es für Liverpool beim 0:2 beim Schlusslicht FC Portsmouth. Nadir Balhadj (33.) und Frederic Piquionne (82.) trafen, Reds-Star Javier Mascherano flog vom Platz. Als Siebter liegt der 18-malige Meister bereits aussichtslos hinter Chelsea zurück, für Teammanager Rafael Benitez wird es langsam eng. Auf die Frage, ob er sich Sorgen um seinen Job mache, sagte er: "Ich mache mir nur Sorgen über das nächste Spiel."

Die Spiele im Überblick:

West Ham United - FC Chelsea 1:1
Tore: 1:0 Diamanti (45./Elfm.), 1:1 Lampard (61./Elfm.)

FC Portsmouth - FC Liverpool 2:0
Tore: 1:0 Belhadj (33.), 2:0 Piquionne (82.)
Rot:Mascherano (45./Liverpool)

Aston Villa - Stoke City 1:0
Tor: 1:0 Carew (61.)

Blackburn Rovers - Tottenham 0:2
Tore: 0:1 Crouch (45.), 0:2 Crouch (83.)

FC Fulham - Manchester United 3:0
Tore:1:0 Murphy (22.), 2:0 Zamora (46.), 3:0 Duff (75.)

Manchester City - FC Sunderland 4:3
Tore:1:0 Cruiz (4.), 2:0 Tevez (12./Elfm.), 2:1 Mensah (16.), 2:2 Henderson (24.), 3:2 Bellamy (35.), 3:3 Jones (62.), 4:3 Cruz (69.)
Rot:Turner (90./Sunderland)

FC Arsenal - Hull City 3:0
Tore: 1:0 Denilson (45.), 2:0 Eduardo (59.), 3:0 Diaby (80.)