Der neue Hoffnungsträger: Max Kruse - © imago images / Contrast
Der neue Hoffnungsträger: Max Kruse - © imago images / Contrast
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1. FC Union Berlin im Check: Gestärkt ins zweite Jahr

Der Saisonstart rückt näher, am 18. September beginnt die neue Saison! bundesliga.de nimmt bis dahin alle Clubs unter die Lupe - hier der 1. FC Union Berlin.

Kader

Der 1. FC Union Berlin hat in Torhüter Rafal Gikiewicz (FC Augsburg) und Mittelstürmer Sebastian Andersson (1. FC Köln) zwei Stammspieler verloren. Gegangen sind außerdem verdiente Akteure wie Michael Parensen (Karriereende), Sebastian Polter (Fortuna Sittard) und Felix Kroos (Eintracht Braunschweig), die jedoch in der ersten Bundesliga-Saison der Eisernen nur noch eine untergeordnete Rolle spielten. Gekommen sind dafür gestandene Profis, die den Kader von Union direkt verstärken sollten: Robin Knoche (VfL Wolfsburg), Andreas Luthe (FC Augsburg), Nico Gießelmann (Fortuna Düsseldorf) und vor allem der abgezockte Max Kruse (Fenerbahce Istanbul). Mit dem kreativen Kruse gewinnen die Köpenicker nicht nur reichlich an Erfahrung hinzu, sondern das überraschende, spielerische Element in der Offensive, das ihnen im ersten Jahr in der Bundesliga noch teilweise abging.

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Schlüsselspieler: Max Kruse

Der 32 Jahre alte Stürmer kehrt nach einer Saison in der türkischen Süper Lig zurück in die Bundesliga. Der variable Offensivspieler, der im Angriff nahezu alle Positionen besetzen kann, absolvierte bereits 250 Spiele in der Bundesliga. Kruse stellte seine spielerische Klasse und Kreativität bereits beim FC St. Pauli, Borussia Mönchengladbach, dem VfL Wolfsburg und dem SV Werder Bremen unter Beweis. 74 Treffer erzielte der ehemalige deutsche Nationalspieler (14 Einsätze) in der Bundesliga. Union, das in der Vorsaison meist mit langen Bällen auf Wandspieler Sebastian Andersson operierte, hat nun einen Verbindungsspieler im (offensiven) Mittelfeld, der um den Top-Torschützen der Eisernen (zwölf Treffer) herum agieren könnte: Eine Symbiose, die der Offensive Unions (41 Tore 2019/20) nochmals einen deutlichen Aufschwung bereiten könnte.

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Überraschung der Vorbereitung: Cedric Teuchert

Der 23 Jahre alte Stürmer kam vom FC Schalke 04 und wusste in den Testspielen zu überzeugen: Gegen Nürnberg, den 1. FC Köln und die Würzburger Kickers stand der gebürtige Coburger in der Startformation, gegen die beiden Letztgenannten traf der Stürmer auch jeweils ein Mal. Vergangene Saison bewies Teuchert seine Qualitäten bei Hannover 96 in der 2. Bundesliga, als er in 23 Einsätzen auf sechs Tore und vier Vorlagen kam. Sollte Max Kruse den Saisonstart verpassen, könnte der schnelle Offensivspieler als Nebenmann und Back-up von Andersson fungieren.

Trainer und Taktik

Urs Fischer hat es nicht nur geschafft, mit Union in die Bundesliga aufzusteigen, sondern auch noch souverän in der Bundesliga zu bleiben. Platz elf und 41 Punkte 2019/20 waren ein deutliches Ausrufezeichen der Köpenicker. Meist agierte Union in einem 3-4-3-System, gegen den Ball rückten die Außenspieler Christopher Lenz und Kapitän Christopher Trimmel mit in die Abwehr, bildeten eine schwer zu überwindende Fünferreihe. Dank dem ballsicheren und spielstarken Kruse verfügen die Berliner nun über einen kreativen Zentrumsspieler, der als Zehner oder hängende Spitze agieren kann: Die Eisernen könnten nun etwas flexibler werden und öfter in einem 4-2-3-1 oder 4-4-2 agieren.

Topfakt

Union Berlin geht in seine zweite Saison in der Bundesliga und ist damit nach der Hertha erst der zweite Berliner Club, der die Klasse halten konnte. Tasmania Berlin, Tennis Borussia Berlin und Blau-Weiß 90 Berlin mussten jeweils direkt wieder runter.

>>> Der Spielplan des 1. FC Union Berlin

Saisonziel

"Für meine Mannschaft zählt lediglich der Klassenerhalt", macht Coach Fischer deutlich, wenn er zu den Zielen von Union Berlin gefragt wird. Die Voraussetzungen, dass dies gelingt sind gut, der Kader ist auf dem Papier erfahrener und besser bzw. breiter als noch in der ersten Saison in der Bundesliga. Vieles steht und fällt aber auch mit dem Königstransfer Kruse: Ist er fit, könnten die Köpenicker spielerisch eine Klasse zulegen und sich weiterentwickeln. Ein drittes Jahr in der Bundesliga erscheint nicht utopisch.