München - In den vergangenen Wochen wurde sie immer lauter. Die Frage nach dem Spieler, der dem FC Bayern nach Igor de Camargo am 1. Spieltag als nächstes einen Gegentreffer einschenkt.

Wahrend der bärenstarken Serie von zwölf Zu-Null-Pflichtspielen hintereinander - elf Siege und ein torloses Remis - fragte Fußball-Deutschland dann leicht abgewandelt schon, ob sich die Bayern vielleicht nur selbst bezwingen können.

Rekordjagd in der Bundesliga geht weiter

Und so kam es dann auch am vergangenen Dienstag in der Champions-League beim SSC Neapel, als es in der 39. Minute Holger Badstuber war, der den Ball nach stolzen 1.147 Pflichtspielminuten (Vereinsrekord) wieder einmal vorbei an Manuel Neuer über die eigene Torlinie bugsierte.

"Das war einfach ein unglückliches Gegentor", sagte Neuer, der sich vom Gegentreffer allerdings nicht sonderlich beeindrucken ließ. "Ich will immer zu Null spielen", gab der Nationaltorwart sein Ziel für die kommenden Wochen aus. Und schließlich geht seine Rekordjagd in der Bundesliga ja auch weiter. Mit 798 gegentorlosen Minuten liegt Neuer hinter Timo Hildebrand (884) und Oliver Kahn (802) dort noch auf Platz 3. Wichtiger als der Wirbel um die Bestmarken sei für ihn allerdings der mannschaftliche Erfolg.

Ob der 25-Jährige also bereits am Sonntag in Hannover auch in der Liga hinter sich greifen muss oder nicht, eine wenig gewagte These wird Bestand haben: Auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft ist der Rekordmeister nur schwerlich aufzuhalten, vielleicht kann er sich auch hier nur eigenhändig um den verdienten Lohn der harten Arbeit bringen.

bundesliga.de hat in die Datenbank geschaut und verrät, wie sicher sich der FC Bayern im diesjährigen Titelkampf - nach neun Spieltagen steht das Team mit 22 Punkten an der Tabellenspitze - schon jetzt fühlen kann.

Bestes Torverhältnis jemals nach neun Spielen

Mit spielerischer Leichtigkeit haben die Münchner den Fehlstart gegen Mönchengladbach (0:1) wettgemacht und seitdem die Bundesliga dominiert: Mit 22 Punkten und einem überragenden Torverhältnis von +24 (Bundesliga-Rekord nach neun Partien!) thront das Team von Jupp Heynckes an der Tabellenspitze. Laut Karl-Heinz Rummenigge vor allem der Verdienst des erfahrenen Trainers. "Er macht einen sehr unaufgeregten und guten Job. Er findet die Balance zwischen Defensive und offensivem Spektakel", lobt der Vorstandsvorsitzende den 66-Jährigen.

Glaubt man der Statistik, dürfen an der Säbener Straße schon jetzt die Vorbereitungen auf den Gewinn der Meisterschale anlaufen. Wenn eine Mannschaft der Konkurrenz nach neun Runden um fünf (oder mehr) Zähler enteilt war, wurde diese immer Meister. Dieses Szenario kam erst vier Mal vor, aber immer war der FCB der Spitzenreiter (07/08, 02/03, 98/99 und 84/85).

Wenig Hoffnung für die Konkurrenz

Waren die Bayern nach neun Spieltagen Erster, dann holten sie in elf von 18 Fällen auch später den Titel - also mit einer Wahrscheinlichkeit von 61 Prozent.

Ein Fünf-Punkte-Polster haben die Münchner - kleine Hoffnung für den Rest der Liga - in ihrer Bundesliga-Geschichte zwei Mal verspielt: 1992/93 lag der Rekordmeister nach 22 Spieltagen umgerechnet sechs Punkte vor Werder Bremen, kam aber nur als Zweiter ins Ziel. 1995/96 hatte der FCB nach sieben Runden sieben Zähler Vorsprung vor Borussia Dortmund, musste sich aber mit der Vizemeisterschaft begnügen.

Manuel Neuer, der zum Amtsantritt in München im Sommer stets verkündete, "persönliche Erfolge und Titel mit dem Verein" feiern zu wollen, ist also auf einem guten Weg...