München - In diesem Jahr ist einiges anders. Das lässt sich schon durch einen einzigen Umstand belegen. In der vergangenen Saison lag Werder Bremen am 21. Spieltag in der Tabelle 14 Punkte vor Hannover 96. Wenn die Hanseaten die Niedersachsen an diesem Sonntag (ab 17 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) empfangen, ist es genau umgekehrt.

"Die Hannoveraner scheinen sehr stark zusammengewachsen zu sein, sie ergänzen sich gut", urteilt Bremens Trainer Thomas Schaaf. Und zum Selbstvertrauen "trägt der Erfolg natürlich seinen Teil bei".

Unangenehme Aufgabe

Der Tabellenvierte nach 20 Spieltagen ist alles andere als eine angenehme Aufgabe für die Werderaner, die nach der letzten Runde nur einen Punkt mehr auf dem Konto hatten als der 1. FC Köln auf dem Relegationsrang. Mut schöpfen die Bremer allerdings aus früheren, meist sehr torreichen Begegnungen mit 96.

Die Niedersachsen gingen bei den bisherigen 22 Erstliga-Gastspielen im Weser-Stadion erst ein Mal als Sieger vom Platz. Die Partien in Hannover mit eingeschlossen, haben die Niedersachsen von den jüngsten 15 Bundesligaduellen mit Werder auch nur zwei gewonnen. Eines dieser zwei Spiele war aber das deftige 4:1 im Hinspiel.

Ohne Wiese und Borowski

Ein ähnliches Resultat dürfte Schaaf sein 400. Bundesligaspiel auf der Bremer Trainerbank deutlich vermiesen. Auf den weiterhin rotgesperrten Torhüter Tim Wiese muss er in dieser Partie sicher verzichten. Auch Ex-Nationalspieler Tim Borowski wird fehlen. "Seine Rückenprobleme waren so erheblich, dass er das Training am Donnerstag abbrechen musste und uns gegen Hannover nicht zur Verfügung stehen wird", erklärte Schaaf.

Bei Marko Marin, dem in dieser Woche die Adduktoren Probleme bereiteten, und Sandro Wagner (grippaler Infekt) will der Trainer die jüngste Entwicklung abwarten. Während Schaaf den Brasilianer Wesley, der seit Mitte November wegen einer Oberschenkelverletzung fehlt, "in den nächsten Tagen in den normalen Trainingsprozess integrieren" möchte, kommt Winterneuzugang Denni Avdic dort wohl immer besser zurecht. "Ich habe ihn in dieser Woche intensiv in seinen Aktionen verfolgt", sagt Schaaf. "Er kann immer mehr von den Dingen umsetzen, was die Bewegung Richtung Tor angeht."

Ya Konan wohl einsatzfähig

Letzteres hat Hannovers Angreifer Didier Ya Konan schon zur Genüge unter Beweis gestellt. Zehn Tore hat der Ivorer in dieser Saison bereits markiert, vier weitere aufgelegt. Wie wichtig er für die Mannschaft von Mirko Slomka ist, belegt die Tatsache, dass 96 keines der elf Meisterschaftsspiele gewann, in denen Ya Konan seit seiner Verpflichtung im Sommer 2009 aussetzen musste. Deshalb war die Erleichterung groß, dass sich Ya Konans Verletzung aus dem Länderspiel gegen Mali "nur" als Bluterguss am Schienbeinkopf und nicht als schwerwiegende Knieblessur entpuppte.

Die Szene selbst "hatte schlimm ausgesehen", meinte Slomka. Während Ya Konan in Bremen also wohl mitwirken kann, muss sein Sturmpartner pausieren. Mohammed Abdellaoue liegt mit einer Grippe im Bett. "Sein Ausfall wiegt schwer, auch weil er ein großartiger Kopfballspieler ist", klagt Slomka. Zudem fällt Christopher Avevor mit einem Mittelfußbruch aus. Dennoch ist Slomka nicht bange, denn der Trainer weiß, wie dem Gegner beizukommen ist: "Wir müssen als Mannschaft stärker sein als die Qualität der Bremer Einzelspieler."