Freiburg - Der SC Freiburg bestätigte auch bei der unglücklichen 0:1-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach (Spielbericht) seinen Aufwärtstrend. Die Breisgauer boten eine überzeugende Leistung, belohnten sich aber nicht für ihren hohen Aufwand. Jetzt wartet am kommenden Samstag Borussia Dortmund auf die Elf von Christian Streich.

63 Prozent Ballbesitz, 15:11-Torschüsse, 4:4-Ecken, 18:2-Flanken. Die meisten Zahlen sprachen für den Sport-Club, doch am Ende ging es mit null Punkten wieder nach Hause. "Die Niederlage ist extrem bitter, aber ich freue mich über den tollen Auftritt meiner Jungs", gab Christian Streich nach der starken Vorstellung seiner Mannschaft zu Protokoll.

Wie schon beim Rückrundenauftakt gegen Eintracht Frankfurt (Spielbericht) kamen die Südbadener erst im zweiten Spielabschnitt richtig ins Rollen. Diesmal jedoch gelang die Aufholjagd nicht. Deshalb tritt Freiburg mit 18 Punkten auf der Stelle, braucht sich aber mit solchen Leistungen nicht vor der Zukunft zu fürchten.

Finale gegen Dortmund

"Das Ergebnis ist schade. Wir haben gut gespielt, mit dem Ball und gegen den Ball. Wir haben aber keinen Punkt geholt, das ist frustrierend", sagte Marc Torrejon. "Wir müssen weiterarbeiten. Für uns brennt nun an jedem Spieltag der Baum. Mit viel Arbeit und viel Laufen ist in der Rückrunde aber alles möglich. Am Samstag haben wir ein Finale."

Dann gastiert der Mitkonkurrent Borussia Dortmund an der Dreisam. Die Kellerparty dürfte wieder Unterhaltung vom Feinsten liefern, schließlich sind Freiburg und Dortmund eher Teams, die über viel spielerische Qualität verfügen und nicht nur den Platz umpflügen werden. "Dortmund hat den größeren Druck als wir", glaubt SCF-Neuzugang Nils Petersen, der nach seinem Dreierpack gegen Frankfurt in Mönchengladbach leer ausging.

"Die Borussia ist in einer misslichen Lage Frage. Jeder sagt, dass sie eine Serie starten werden und dann von den letzten Plätzen weg kommen. Aber noch haben sie es nicht geschafft", ergänzt der aus Bremen ausgeliehene Stürmer. "Ein Spiel in Freiburg ist dann unangenehm für sie. Dortmund hat eine gewisse Qualität, auch wenn sich das nicht in den Punkten widerspiegelt. Wir müssen höllisch aufpassen und sind der große Außenseiter."

Freiburger Vorteil im Abstiegskampf

Gelingt es dem SC Freiburg, die Topleistungen gegen Frankfurt und Gladbach zu bestätigen, wird es auch für den BVB schwer. Im eigenen Stadion kassierten die Breisgauer erst zwei Heimniederlagen, die Dortmunder gehören mit lediglich fünf Punktgewinnen in fremden Stadien immer noch zu den auswärtsschwächsten Teams der Bundesliga. Allerdings konnten die Westfalen die letzten neun Spiele gegen Freiburg bei 29:4-Toren alle und zumeist sehr deutlich gewinnen.

Im Gegensatz zu Dortmund ist der Sport-Club jedoch den Abstiegskampf gewohnt. In den letzten Jahren konnte Freiburg in der Rückrunde stets zulegen. "Es ist für jede Mannschaft unangenehm, Freiburg im Abstiegskampf als Konkurrenten zu haben, weil der Sport-Club in den letzten Jahren immer wieder bewiesen hat, dass er Abstiegskampf kann", ist Nils Petersen optimistisch.

"Wir sind davon überzeugt, dass wir genügend Qualität haben, den Klassenerhalt zu schaffen. Aber das müssen wir Woche für Woche nachweisen. Wir haben zwei ordentliche Auftritte abgeliefert und uns auch schon in der Tabelle hochgekämpft. Wir müssen uns nicht verstecken", fügt Petersen hinzu. Man darf gespannt sein, ob die Freiburger auch gegen Dortmund so forsch zu Werke gehen.

Tobias Gonscherowski