Gelsenkirchen - Frankfurt, Madrid und Bremen abhaken und schnell umschalten in den Derby-Modus. Nach einer sieglosen Englischen Woche beginnt für den FC Schalke 04 die Vorbereitung auf das Spiel der Spiele im Revier - das 86. Bundesliga-Derby gegen Borussia Dortmund am kommenden Samstag. Die Königsblauen blicken dem Prestige-Duell selbstbewusst entgegen, trotz angespannter Personalsituation.

Beim 1:1 gegen den SV Werder Bremen fehlten bereits 10 verletze oder gesperrte Spieler. Nun fällt auch noch Innenverteidiger Joel Matip mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel aus. "Wir können es leider nicht ändern und müssen mit den Spielern arbeiten, die wir haben. Wenn wir über 90 Minuten alles reinhängen und richtig fighten, dann bin ich sicher, dass wir aus Dortmund etwas mitnehmen können", meinte Tranquillo Barnetta. Vor allem gelte es, die vorherigen Ergebnisse auszublenden. "Die letzen Spiele haben nun keine Bedeutung mehr. Jetzt freuen wir uns auf das Derby. Es ist ein Highlight des Jahres und hat seine eigenen Gesetze."

Ausgeglichene Bilanz vor dem 86. Bundesliga-Duell

Will heißen, die Karten werden wieder neu gemischt. Ohnehin weist die Statistik aktuell eine ausgeglichene Bilanz zwischen den beiden Ruhrpott-Rivalen aus. Beide Teams haben 30 Siege auf dem Konto, 25 Mal gab es ein Unentschieden. Schalke hat allerdings drei der letzten fünf Vergleiche – darunter das Spiel in der Hinrunde (zuhause 2:1) - gewonnen (ein Remis, ein Sieg BVB) und geht durchaus anspruchsvoll an die Aufgabe gegen den wieder erstarkten Rivalen heran.

"Die Klasse unserer Mannschaft macht mich zuversichtlich. Wir haben gute Individualisten und spielen sehr gut zusammen. Dortmund muss es erst einmal schaffen, unsere Abwehr zu durchbrechen. Vorne werden wir auch unsere Chancen bekommen, meistens machen wir auch ein Tor. Wenn wir das ein oder andere Tor machen, dann denke ich, dass wir drei Punkte holen werden", gab sich Youngster Max Meyer bereits angriffslustig.

Neustädter: "Müssen geiler auf Tore werden"

Auch wenn die Knappen sich zuletzt  mit nur vier Toren aus sieben Pflichtspielen nicht allzu durchschlagskräftig präsentierten, gibt sich auch Roman Neustädter optimistisch: "Wir sind eine gute Truppe und kommen in unserem defensiven System sehr gut zurecht. Nur müssen wir in den nächsten Spielen wieder geiler auf Tore werden, damit wir nicht mehr diskutieren müssen, wenn wir noch eins in den letzten Minuten kassieren.“

Im Schnitt fallen im Revierderby 3,0 Tore. Damit die Treffer auf der aus Schalker Sicht richtigen Seite erzielt werden "müssen wir vor dem Tor wieder effizienter werden", meinte Sportvorstand Horst Heldt. "Das war gegen Frankfurt und Bremen ein Problem. In den Wochen zuvor hat es uns ausgezeichnet, dass wir unsere Möglichkeiten genutzt haben."

In aller Ruhe vorbereiten

Im Gegensatz zum BVB, der während der Woche noch in der Champions League bei Juventus Turin ran muss, hat das Team von Trainer Roberto Di Matteo  die Möglichkeit, in aller Ruhe am Torabschluss zu arbeiten. Eine durchaus angenehme Situation, denn in den bisherigen sieben Bundesligaspielen im Anschluss an die Königsklasse sprangen für S04 lediglich fünf Punkte heraus. Dortmunds hat in dieser Kategorie sogar fünf von sechs Spielen verloren. Nur der Sieg gegen Mönchengladbach (durch das Eigentor von Christoph Kramer) steht hier positiv zu Buche.

Im Vorfeld gerne bemüht, werden Statistiken, Tabellenplätze oder bisherige Ergebnisse zur absoluten Nebensache, wenn am Samstag wieder 90 Minuten Kampf, Leidenschaft und Emotionen das berühmt-berüchtigte Derby dominieren.
Dann will sich Schalke zur Not auch mit einer Rumpftruppe auswärts mutig und selbstbewusst präsentieren. Im Derby-Modus gibt es wohl ohnehin keine andere Möglichkeit.       

Von Markus Hoffmann