Dortmund/Köln - 26 Gegentore, viele davon durch gleichermaßen unerklärliche wie kuriose Fehler entstanden, sind ein Grund für die enttäuschende Hinrunde von Borussia Dortmund.

Mats Hummels soll entscheidend dabei helfen, dieses Manko im neuen Jahr zu beheben. Der Innenverteidiger ist nach einem Halbjahr voller sportlicher und gesundheitlicher Rückschläge wieder im Vollbesitz seiner Kräfte und will durchstarten - mit dem BVB und persönlich.

Rhythmus und Sicherheit kommen zurück

In den Planungen von Trainer Jürgen Klopp spielt Hummels als Abwehrchef und Kapitän eine zentrale Rolle. Beide Ämter konnte der 26-Jährige nur bedingt ausfüllen. Knieprobleme, eine Beckenverletzung und schließlich eine Bänderverletzung sorgten dafür, dass Hummels nur in zehn Partien auf dem Platz stand und von den drei Stamm-Innenverteidigern mit 771 Einsatzminuten die wenigstens aufweist.

Wirklich überzeugen konnte er dabei überdies nur selten. Durch die Verletzungen fehlten ihm Rhythmus und Sicherheit in seinem auf Antizipation und geschickter Zweikampfführung ausgelegten Spiel spürbar.

Jetzt, nach einer kompletten Vorbereitung mit den intensiven Tagen im spanischen Trainingslager in La Manga, sagt Hummels im Gespräch mit bvb.de über sich selbst: "Mein Zustand ist um Welten besser, als er in der Hinrunde war. Es zwar noch keine Garantie dafür, dass ich so spiele, wie ich es von mir selbst erwarte, aber es ist eine Grundlage dafür."

Zuversicht, aber bewusst gedämpfte

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Grundlagen des Spiels sind es auch, an denen der BVB in den letzten Wochen gearbeitet hat, um möglichst schnell aus dem Tabellenkeller zu kommen. Die Eindrücke, die Hummels von der Mannschaft gewonnen hat, lassen in zuversichtlich auf den Auftakt am kommenden Samstag gegen Bayer 04 Leverkusen blicken. "Wenn man von den Verletzten absieht, die es erwischt hat, haben wir alle wirklich sehr gut gearbeitet. Es machen alle einen sehr fitten Eindruck", findet der Nationalspieler.

In überschwänglichen Optimismus will Hummels jedoch nicht verfallen. Zu präsent sind die Erinnerungen an die vielen Momente in der Hinrunde, in denen sie in Dortmund glaubten, endlich wieder in der Erfolgsspur zu sein, nur um anschließend noch wuchtig aus selbiger herauszufliegen. "Man kann eine Vermutung haben, wie man drauf ist, aber man kann es nie sicher sagen", weiß Hummels, der von der "Krux der Vorbereitung" spricht. Immerhin: In drei der vier Testspiele bliebt der BVB ohne Gegentor, nur beim 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf schlug der Ball im eigenen Tor ein.

Was zählt, das sind eben die Spiele, in denen es um Punkte geht. Spiele, von denen der BVB in der Hinrunde viel zu wenige gewonnen hat. Das soll, ja muss sich ändern. Es muss, um es mit Hummels Worten zu seiner aktuellen Verfassung zu sagen, um Welten besser werden.

 

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