Wenn der amtierende Deutsche Meister gegen den Hamburger SV (ab 20 Uhr im Live-Ticker) mit einigen Personalproblemen in die neue Saison startet, ist der Druck auf den neuen Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann enorm.

Die Titelverteidigung in der Meisterschaft und der Pokalsieg sind für den 44-Jährigen Pflicht, in der Champions League wird eine erfolgreiche Kür erwartet.

100 Prozent Überzeugung

"Jürgen hat viel auf den Kopf gestellt, jetzt müssen aber auch die Ergebnisse stimmen. Sonst nützen die Veränderungen und Investitionen nichts", sagte Prädident Franz Beckenbauer vor der mit Spannung erwarteten Liga-Ouvertüre gegen den HSV und dessen neuen Coach Martin Jol.

Doch trotz der riesigen Erwartungshaltung gibt sich Klinsmann vor seiner Trainer-Premiere in der Bundesliga gewohnt selbstbewusst. "Ich werde beweisen, dass Bayern und ich zusammenpassen, dass wir Erfolg haben werden. Davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt", sagte er im Vorfeld.

Geduld trotz Erfolgsdruck

Klinsmann weiß jedoch, dass von ihm "sofort optimale Spiele" erwartet werden. Dazu gehört auch ein Sieg gegen den Tabellenvierten der vergangenen Saison.

Doch der ehemalige Bundestrainer und auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wiesen zuletzt mehrmals darauf hin, "dass wir die notwendige Geduld aufbringen müssen, bis die Dinge auch richtig greifen". Klinsmann hat jedenfalls "riesig Spaß, mit allen zu arbeiten". Das Duell gegen den HSV werde gleich "ein Gradmesser".

Personalausfälle

Trotz der Ausfälle von Torjäger Luca Toni, Mittelfeldstar Franck Ribery, Abwehrchef Martin Demichelis und Willy Sagnol (alle verletzt) sowie der Olympiateilnehmer Breno und Jose Sosa sucht Klinsmann auch vor "der schweren Aufgabe" nicht nach Ausreden: "Es wird so genommen, wie es ist. Wir machen das Beste daraus. Die Mannschaft ist gut genug, um erfolgreich in die Saison zu starten."

Im Pokal wäre der Auftakt beim Drittligisten Erfurt (4:3) fast schief gegangen. Da habe es "in allen Mannschaftsteilen nicht funktioniert", monierte der Coach und hofft deshalb nach intensivem Training auf besseres Teamwork: "Das geht schon im Sturm los." Deshalb forderte auch Angreifer Miroslav Klose, "dass wir gegen den HSV die Laufwege machen müssen".

Die Raute prangt auf breiter Brust

Zumal der HSV auch ohne den zu Real Madrid abgewanderten Rafael van der Vaart mit einiger Zuversicht nach München kommt. "Unsere Mannschaft macht körperlich und mental einen guten Eindurck. Wir fahren selbstbewusst nach München", sagte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer.

Der neue Coach Jol baut zudem auf die positive Bilanz der Norddeutschen in der Allianz Arena. "Der HSV hat dort noch nicht verloren. Ich hoffe, dass es so bleibt", meinte der Niederländer, der in der Saison 1978/79 selbst neun Mal das Bayern-Trikot trug.

Vorbild Jürgen Klinsmann

Zwei Siege und ein Unentschieden hat der HSV bisher in der Münchner Arena auf dem Konto. Die Hamburger waren es auch, die den Bayern am 28. April 2007 die letzte Heimniederlage (1:2) in der Bundesliga zugefügt haben.

"Statistiken interessieren mich nicht", meinte Bayern-Manager Uli Hoeneß dazu: "Natürlich können wir nicht aus dem Vollen schöpfen. Aber ich bin nicht unruhig. Die Mannschaft, die einläuft, kann jeden schlagen."

Optimistisch macht Hoeneß, der auf einen "überzeugenden Sieg" hofft, vor allem, dass unter Klinsmann Probleme "strategisch und mit viel Elan" gelöst würden: "Wenn alle so an die Arbeit herangehen wie Jürgen, haben wir in dieser Saison viel Spaß."

Die voraussichtlichen Auftsellungen:

Bayern München: Rensing - Lell (Jansen), Lucio, van Buyten, Lahm - Altintop (Kroos), van Bommel, Ze Roberto, Schweinsteiger - Klose, Podolski

Hamburger SV: Rost - Boateng, Reinhardt, Mathijsen, Benjamin - Jarolim, de Jong - Pitroipa, Trochowski - Guerrero, Olic