München - Erst der FC Schalke, nun der Hamburger SV: Eintracht Frankfurt hat ein anstrengendes Programm in diesen Tagen. Nach dem Remis beim Saisonspiel am Samstag gegen die "Knappen" empfangen die Hessen bereits in der 2. Runde des DFB-Pokals (vier Spiele ab 18:45 Uhr im Live-Ticker) einen Konkurrenten aus der Bundesliga - den HSV.

Die Hanseaten plagen vor dem Pokalspiel Verletzungssorgen. Torhüter Frank Rost zog sich gegen den FC Bayern am Freitag einen Teilriss des Außenbandes im rechten Knie zu. Dafür wird Jaroslav Drobny zu seinem Startelf-Debüt bei Hamburg kommen.

Drobny in der Startelf

"Wir wollen weiterkommen. Wir wissen aber auch, dass es ein schweres Spiel wird. Frankfurt hat zuletzt in der Liga 0:0 gegen Schalke gespielt und selbst gute Möglichkeiten gehabt", erklärt Drobny, der zeigen möchte, dass er Stammkeeper Rost dicht auf den Fersen ist.

Ebenfalls verletzt ist Marcell Jansen, der sich einen Zehenbruch zugezogen hat. Doch der Linksverteidiger wird wohl auflaufen können. Ruud van Nistelrooy muss nach seiner Prellung dagegen passen, fraglich ist der Einsatz des verschnupften Ze Roberto.

Frankfurt mit guter Serie

Der HSV schielt vor dem Auswärtsspiel aber schon Richtung Finale. "Die Atmosphäre in Berlin ist einmalig. Da wollen wir hin", verkündete Trainer Armin Veh vollmundig. Der letzte Titel für die Hanseaten, die in dieser Saison in der Bundesliga bereits in Frankfurt gewonnen haben, war die Pokal-Trohphäe 1987.

Die Eintracht will die Erfolgsserie von zuletzt drei Siegen und einem Remis ausbauen und geht mit Selbstvertrauen in die Partie. "Es ist der kürzeste Weg ins internationale Geschäft. Aber die Bundesliga zeigt bislang, dass man vielleicht auch da eine Chance hat. Die Problematik im Pokal ist doch, dass es nur Friss oder Stirb heißt. Entweder gewinnen oder verlieren", sagt Michael Skibbe: "Pokal ist halt klassischer knock-out."

Der Eintracht-Trainer bangt noch um den Einsatz von Abwehrspieler Chris. Den Brasilianer plagen muskuläre Verspannungen im Oberschenkel- und Po-Bereich, die in den Rücken ausstrahlen.


Alemannia Aachen - 1. FSV Mainz 05

Selbstbewusstsein haben die Mainzer derzeit im Übermaß. "Wir wollen auch im Pokal für Furore sorgen. Schließlich ist das der kürzeste Weg nach Europa", sagte Mittelfeld-Regisseur Lewis Holtby. Der 20-Jährige, der 50 Kilometer von Aachen entfernt geboren wurde und bei der Alemannia seine Profikarriere begann, hat 60 Karten für Freunde und Familie geordert und will "nach dem Spiel gemeinsam mit ihnen einen Sieg von uns feiern".

Ob Holtby von Beginn an spielen wird, ist wegen der hohen Belastungen in den vergangenen Wochen aber fraglich. "Das entscheiden wir kurzfristig. Er kann ja generell die Füße nicht still halten", sagte FSV-Trainer Thomas Tuchel, der "einen enthusiastischen Gegner" erwartet. "Wir erwarten eine brodelnde Stimmung dort. Die Alemannia wird alles versuchen, um aus der Außenseiterrolle das Beste zu machen. Die Fans werden sie lautstark und leidenschaftlich dabei unterstützen und für jeden gewonnenen Zweikampf feiern."

Die Gastgeber sind sich der Rollenverteidigung gegen den Bundesliga-Spitzenreiter bewusst. "Aber wir sind nicht chancenlos. Wenn alles gut funktioniert, dann können wir Mainz 05 schlagen", sagt Coach Peter Hyballa: "Wir werden gallig und giftig sein." Tobias Feisthammel, Kevin Kratz und Thomas Stehle meldeten sich nach Blessuren fit, fehlen werden Florian Müller, Seyi Olajengbesi, Thorsten Stuckmann, Markus Daun und Thorsten Burkhardt.


Hallescher FC - MSV Duisburg

Die Schützlinge von Cheftrainer Milan Sasic sind gut in die neue Saison gestartet und belegen nach dem überzeugenden 3:0 gegen den Karlsruher SC am letzten Wochenende Rang 2 in der 2. Bundesliga hinter Hertha BSC. Ihre bisherigen beiden Niederlagen ereilte den MSV Duisburg beim FC Erzgebirge Aue (0:1) und beim 1. FC Union Berlin (0:2).

Vielleicht ist dies ja ein gutes Omen für den Halleschen FC, der ausgerechnet gegen diese Mannschaften in diesem Jahr schon erfolgreich war - ein 1:0 gegen Union im DFB-Pokal und zwei Mal 1:0 in den Tests gegen Aue. Für den FC und den MSV ist es das erste Aufeinandertreffen.


1899 Hoffenheim - FC Ingolstadt

Hoffenheim plagen derzeit Probleme in der Defensive. Die beiden verletzten Verteidiger Josip Simunic und Andreas Ibertsberger fallen definitiv weiter aus. Ein Fragezeichen steht zudem hinter dem Einsatz von Isaac Vorsah (Sprunggelenksprobleme).

"Wenn Isaac ausfallen sollte, haben wir ein großes Problem", sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick. Möglicherweise würde dann der Brasilianer Luiz Gustavo aus dem defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung rücken. Auch ein Einsatz von Matthias Jaissle, der nach seinem Kreuzbandriss und langer Zwangspause wieder zur Verfügung steht, käme in Betracht. Sicher ist, dass Vedad Ibisevic von Beginn an spielen wird. Rangnick warnte vor Ingolstadt. "Diese Mannschaft ist viel spielstärker, als es ihre Platzierung aussagt", sagte der 52-Jährige.

Ingolstadt steht zum ersten Mal in der noch jungen Vereinsgeschichte in der 2. Runde des DFB-Pokals. "Und wenn wir den Gegner an einem schlechten Tag erwischen, haben wir die Chance", meint Trainer Michael Wiesinger. Er sieht seine "Schanzer" gut gerüstet: "Ich habe das Gefühl dass sich unsere Mannschaft mächtig auf die Begegnung freut und dem Gastgeber dort alles abverlangen wird."