Das Jahrhundert-Spiel gegen Bayern München wird für den Sechstligisten SpVgg Neckarelz nur eine Zwischenstation auf dem Weg ins Pokalfinale am 15. Mai 2010 sein.

Das glaubt zumindest deren Präsident Thomas Ulmer, der natürlich auch den Wunschgegner für das Spiel in Berlin parat hat: "Da freu ich mich dann auf die Sportfreunde Lotte."

Vestenbergsgreuth zum Vorbild

Die Westfalen haben mit dem Bundesligisten VfL Bochum zeitgleich (Sonntag, 17.30 Uhr/ab 17.15 Uhr im Live-Ticker) in der ersten Runde des DFB-Pokals eine vergleichsweise leichte Aufgabe vor der Brust.

Aber Neckarelz ist vor dem Duell gegen den Fußball-Rekordmeister höchst siegesbewusst. "Warum sollen wir Neckarelzer nicht so was werden wie Weinheim oder Vestensbergsgreuth. Da hat's die Bayern auch schön bös erwischt", sagt Ulmer der Abendzeitung.

10:0-Sieg zum Warmschießen

1990 (0:1 in Weinheim) und 1994 (0:1 in Vestenbergsgreuth) gingen die Bayern genau wie 1991 (2:4 n.V. gegen Homburg) schon in der ersten Pokalrunde K.o.. Die Neckarelzer Spieler, die im Hauptjob Autoschlosser oder BWL-Studenten sind, bezogen im Trainingslager jedenfalls schon mal das gleiche Hotel wie damals Weinheim vor dem Triumph gegen die Bayern. Und im letzten Test schoss sich der Sechstligist mit einem 10:0 im badischen Verbandspokal gegen den VfB Allfeld warm.

Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, auch wenn die Münchner unter der Woche im heimischen Stadion einen Turniersieg mit Erfolgen gegen den AC Mailand und Manchester United feierte. "Das waren Testspiele, eine Show, gegangen ist es da um nichts. Gegen uns geht's für die um richtig viel", sagt Ulmer.

Rensing oder Butt?

Findet auch Bayern-Trainer Louis van Gaal, der sein erstes Pflichtspiel in Neckarelz als "wesentlich wichtiger" als die Duelle gegen die beiden Weltklubs einstufte. Die spannendste Frage ist, wer sich bei dem Spiel in der mit über 30.000 Fans ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim im Tor gegen den Angriffswirbel von Neckarelz stemmen wird - der zuletzt starke Michael Rensing oder Jörg Butt trotz seiner Patzer.