Union, Stuttgart, Bremen und Augsburg: Die Überraschungsteams des Saisonstarts - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Union, Stuttgart, Bremen und Augsburg: Die Überraschungsteams des Saisonstarts

Nach sieben Spieltagen und der kommenden Länderspielpause ist es an der Zeit, die noch junge Saison einmal Revue passieren zu lassen. Welche Mannschaften haben ihre Erwartungen übertroffen? bundesliga.de nennt die vier Überraschungen der bisherigen Spielzeit 2020/21.

1) 1. FC Union Berlin

Das viel zitierte schwierige zweite Jahr in der Bundesliga hat sich für den 1. FC Union Berlin bisher noch nicht bestätigt. Und das, obwohl die Köpenicker im Sommer mit Sebastian Andersson ihren gefährlichsten Spieler (12 Saisontore) an den 1. FC Köln verloren hatten. Vor allem der Transfer von Max Kruse hat sich dabei als Coup erwiesen. Beim jüngsten 5:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld war der Offensivspieler gleich an drei Treffern direkt beteiligt und verwandelte auch den 16. seiner 16 Elfmeter in der Bundesliga - historischer Bestwert. "Max Kruse ist ein sehr positiver Typ, es macht sehr viel Spaß mit ihm", sagte Kapitän Christopher Trimmel nach der Partie. War Union in der vergangenen Saison noch vornehmlich über Standards zum Torerfolg gekommen, bringt der spielstarke Kruse nun eine völlig neue Dimension in das Spiel der Mannschaft.

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Das 5:0 am vergangenen 7. Spieltag war aber nicht nur der höchste Bundesliga-Sieg der Unioner Vereinsgeschichte, er hievte die Berliner auch direkt auf den fünften Tabellenplatz. Besser stand die Mannschaft von Urs Fischer in der Beletage des deutschen Fußballs noch nie da. Seit nunmehr sechs Spieltagen ist Union ungeschlagen. Nach gerade erst sieben Partien übt sich Fischer aber weiterhin in Demut: "Ich werde nicht von dem abweichen, was ich gesagt habe. Zielsetzung bleibt der Klassenerhalt." In dieser Verfassung dürfte das zumindest locker gelingen.

2) VfB Stuttgart

Auch der VfB Stuttgart blieb in den letzten sechs Partien ungeschlagen. Das einjährige Intermezzo in der 2. Bundesliga haben die Schwaben bestens verkraftet, die Euphorie aus der Aufstiegssaison konnte die Mannschaft mit ins Oberhaus retten. Und das, obwohl Trainer Pellegrino Matarazzo ein Neuling an der Seitenlinie in der Bundesliga ist. Doch die Fakten sprechen für den US-Amerikaner: So gut war Stuttgart zuletzt vor zwölf Jahren unter dem damaligen Meistertrainer Armin Veh in eine Bundesliga-Saison gestartet. Vor allem auswärts läuft es für den VfB mit sieben Zählern aus drei Spielen hervorragend: Auf fremdem Rasen haben lediglich der FC Bayern München und Bayer Leverkusen besser gepunktet. Beide Mannschaften haben aber auch schon einmal mehr in der Fremde gespielt.

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Auf Platz acht steht man nun, dabei wäre sogar noch deutlich mehr drin gewesen, hätte die Elf nicht am 7. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt noch eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben. Sportdirektor Sven Mislintat hat eine homogene Mannschaft mit Routiniers wie Daniel Didavi und Gonzalo Castro und jungen Wilden wie dem Senkrechtstarter Sasa Kalajdzic oder Nicolas Gonzalez zusammengestellt, die bisweilen spektakulären Fußball präsentiert. Hin und wieder ist das Matarazzo dann aber doch etwas zu viel: "Ich gewinne gerne auch mal dreckig", sagte der Coach nach dem 2:2 gegen die Eintracht.

3) SV Werder Bremen

Der Klassenerhalt des SV Werder Bremen war in diesem Frühsommer selbst für die größten Optimisten in weite Ferne gerückt. Dass sich die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt in der Relegation würde retten können, um dann nach sieben Spieltagen auf einem einstelligen Tabellenplatz zu stehen, hätten sich wohl auch die größten Werder-Fans in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen können. Schließlich hat sich der Kader im Sommer kaum verändert, mit der Ausnahme, dass Leistungsträger Davy Klaassen den Verein in Richtung Amsterdam verlassen hat.

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Genau wie Union und Stuttgart ist auch Werder seit dem 1. Spieltag ungeschlagen. Was aber vor allem positiv verwundert: Galt die Defensive doch traditionell seit Jahren als große Schwachstelle der Hanseaten, so kassierten die Bremer bisher lediglich neun Gegentore – und damit weniger als etwa der FC Bayern (elf) oder Borussia Mönchengladbach (zwölf). Trotz des zweitbesten Saisonstarts der letzten acht Jahre tritt Kohfeldt derzeit aber noch gehörig auf die Euphoriebremse: "Es ist ein schmaler Grat, die Lage realistisch einzuschätzen, ohne die Mannschaft zu schlecht zu reden. Aber unser Kader ist nun einmal schlechter und jünger besetzt als im Vorjahr. Und wir dürfen auch nicht vergessen, wo wir herkommen. Wir gehen mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause, ohne super happy zu sein."

4) FC Augsburg

Dass der FC Augsburg durchwachsen in eine Saison starte, hat fast schon Tradition. Nicht so 2020/21: Unter anderem mit dem überraschenden 2:0 gegen Borussia Dortmund fanden sich die Fuggerstädter nach dem dritten Spieltag sogar auf Tabellenplatz zwei wieder. Auch wenn die Elf von Heiko Herrlich dieses Niveau nicht ganz halten konnte, holte der FCA lediglich einmal in seiner Bundesliga-Geschichte mehr als die aktuellen zehn Punkte nach sieben Spieltagen (2017/18 waren es elf).

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Dabei hat Augsburg vor allem auf dem Transfermarkt Geschick bewiesen. Daniel Caligiuri etwa präsentierte sich von der ersten Sekunde an als zentraler Spieler, der auch die Standards des abgewanderten Philipp Max übernimmt. Aber auch der von Union Berlin verpflichtete Rafal Gikiewicz beweist in seiner zweiten Bundesliga-Saison, dass er ligaweit zu den besten Schlussmännern gehört. Nur der Mainzer Robin Zentner konnte bisher noch mehr Torschüsse abwehren. Und Felix Uduokhai, der nach Leihe vom VfL Wolfsburg fest verpflichtet werden konnte, wurde nach seinen jüngsten Leistungen sogar von Joachim Löw mit einer ersten Nominierung für die A-Nationalmannschaft belohnt. Als vierter Augsburger überhaupt!

Vor allem aber spielerisch legten die Augsburger eine gehörige Schippe zu. Während in der Vorsaison für fast 30 Prozent der Augsburger Saisontore (13 von 45) Standardsituationen herhalten mussten, erzielte die Mannschaft in der laufenden Saison acht seiner neun Treffer (89 Prozent) aus dem laufenden Spiel.