Sinsheim – Die TSG Hoffenheim kommt langsam aber sicher wieder in Form. Aus den letzten beiden Partien holten die Sinsheimer vier Punkte. Am vergangenen Samstag besiegte die Nagelsmann-Elf zuhause den 1. FSV Mainz 05 mit 4:2. Einen Anteil am positiven Umschwung hat auch Serge Gnabry. Den etatmäßigen Offensivspieler bot Nagelsmann zuletzt in ungewohnter Rolle auf.

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Man musste schon zweimal hinschauen - im Auswärtsspiel der TSG Hoffenheim am 21. Spieltag bei Hertha BSC bekleidete Serge Gnabry die Position des rechten Offensivverteidigers vor der Hoffenheimer Dreierkette. Was man vor einer Woche vielleicht noch als eine aus der Not geborene Idee von Trainer Julian Nagelsmann abtun konnte, ging eine Woche später im Heimspiel gegen Mainz nicht mehr durch. Denn auch gegen die Rheinhessen spielte Gnabry wieder auf dieser Position.

Gnabry war gegen Mainz oft in der Defensive gefordert
Gnabry war gegen Mainz oft in der Defensive gefordert © gettyimages / Thomas Niedermueller

"Ich glaube, dass er diese Position spielen kann. Ich sehe da sehr großes Potenzial für seine Zukunft", erklärte Nagelmann den Coup mit dem Hoffenheimer Leih-Spieler, der im Sommer zum FC Bayern München zurückkehren wird. Für Gnabry saß zum zweiten Mal der tschechische Nationalspieler Pavel Kaderabek auf der Bank. Die beiden positiven Ergebnisse und auch die Leistungen von Gnabry auf der ungewohnten Position unterstrichen Nagelsmanns ungewöhnliche Maßnahme.

Gut in der Defensive gestanden

Noch nie hatte Gnabry diese Position bei der TSG oder auch bei Werder Bremen bekleidet. Als Rechtsverteidiger vor einer Dreierkette oder als rechter Mittelfeldspieler muss man natürlich deutlich mehr für die Defensive machen, doch der eher offensiv orientierte Gnabry machte seine Sache gegen Mainz gut. "Er war am Anfang immer zu tief und hat die Rolle zu defensiv interpretiert. Serge hat ein bisschen zu vorsichtig gespielt, da hätten wir größere Chancen kreieren können" erklärte Nagelsmann.

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Wenn sich Gnabry gegen Mainz mit in die Offensive einschaltete, wurde es prompt gefährlich. So leitete er das 1:0 von Szalai mustergültig vor und war auch immer wieder mit seinen Tempo-Dribblings gefährlich. Dennoch kann sich der 22-Jährige mit seiner neuen Rolle noch nicht zu einhundert Prozent anfreunden. "Ich bin schon ein Spieler, der eher vorne spielt, der offensiv seine Qualitäten hat, aber wenn mich der Trainer rechts hinten aufstellt, wird er sich seine Gedanken gemacht haben und eine Idee haben," so der Nationalspieler nüchtern.

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Ob Gnabry jetzt komplett von Nagelsmann zum Rechtsverteidiger umgeschult wird, ist jedoch fraglich. In den beiden Spielen offenbarte Gnabry auch immer wieder Defensivschwächen. Ihm fehlte verständlicherweise noch das Gefühl dafür, die Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden. Sein Trainer hingegen freut sich, dass er nun eine weitere taktische Option im Spiel seiner Mannschaft hat. "Es ist immer gut, wenn ein Spieler polyvalent ist und mehrere Positionen spielen kann. Serge ist kein gnadenloser Killer vor dem Tor, sondern eine Mischung aus einem Abschlussspieler und einem Vorbereiter, der auch Aktionen einleitet. Deshalb ist die Position sehr geeignet. Er muss nicht immer nur in der vordersten Spitze spielen."