Zusammenfassung

  • Hoffenheim hat seine Hausaufgaben im DFB-Pokal erledigt

  • Mit dem FC Liverpool steht am Dienstag eine richtig schwere Aufgabe bevor

  • Der Blick geht in Richtung Champions-League-Gruppenphase

Sinsheim - Serge Gnabry kennt sich aus in England, der 22 Jahre alte Offensivspieler verbrachte einige Jahre auf der Insel beim FC Arsenal und West Bromwich Albion. Nun spielt der U 21-Europameister für die TSG Hoffenheim, für die am Dienstag im ausverkauften Stadion von Sinsheim das größte Spiel der Vereinsgeschichte ansteht: Erstmals tritt Hoffenheim auf internationaler Bühne an, im Playoff-Hinspiel für die Champions-League-Gruppenphase gegen den großen FC Liverpool. Aber Gnabry ist sich sicher: "Wir haben definitiv eine Chance."

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Die Generalprobe am Samstag ist zumindest ergebnismäßig gelungen, das 1:0 im DFB-Pokal beim Drittligisten Rot-Weiß Erfurt durch ein Tor von Nadiem Amiri bleibt aber nur Randnotiz vor dem großen Match gegen die englische Spitzenmannschaft, die von Jürgen Klopp trainiert wird und die mit dem ehemaligen Hoffenheimer Roberto Firmino bereits am Montagabend in Sinsheim trainieren wird. Die Liverpooler verpatzten ihre Generalprobe und kassierten zum Ligastart in Watford in der Nachspielzeit noch das 3:3. Zwei Gegentreffer resultierten aus Standardsituationen, eine Schwäche der Klopp-Elf. Möglicherweise liegt darin eine Chance für den Außenseiter aus Hoffenheim: Immerhin stehen mit Sandro Wagner, Benjamin Hübner und Kevin Vogt starke Kopfballspieler in dessen Reihen.

Mit dem Kopf schon bei Liverpool

Trainer Julian Nagelsmann wollte nach der bescheidenen Leistung in Erfurt nicht zu hart mit seinen Spielern ins Gericht gehen, er sagte: "Hauptsache wir sind weiter. Es ist völlig normal, dass nicht jeder Spieler mit dem Messer zwischen den Zähnen rausgeht. Erfurt war für uns kein Highlight. Wir haben den Kopf schon bei den nächsten Aufgaben." Und dennoch: Nagelsmann hatte vor dem Anpfiff erklärt, wer in Erfurt nicht gut spiele, werde auch gegen Liverpool nicht auflaufen. Nach dem Abpfiff bekräftigte er nun: "Genau die selbe Elf wird es zu tausendprozentiger Sicherheit nicht sein. Außer alle, die daheim sind, haben Diarrhoe."

Im DFB-Pokal haben Jeremy Toljan (l.) und die TSG ihre Hausaufgaben gegen Erfurt erledigt

Wer ersetzt Rudy und Süle?

Generell gilt: Wegen der vielen Spiele bis Weihnachten (sollte der Einzug in die Champions-League-Gruppenphase nicht gelingen, tritt die TSG ja in der Europa League an) wird Nagelsmann oft zur Rotation gezwungen sein. Wahrscheinlich ist, dass gegen Liverpool auf den beiden Außenbahnen Steven Zuber und Pavel Kaderabek für Nico Schulz und Jeremy Toljan beginnen. Auf allen Positionen ist der Konkurrenzkampf groß. Alleine im Angriff kämpfen in Sandro Wagner, Mark Uth, Andrej Kramaric, Adam Szalai (derzeit verletzt) und eben Gnabry fünf hochkarätige Profis um die Startelfplätze.

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Einzig im zentralen Mittelfeld ist noch nicht klar, wer dort dauerhaft spielen wird. Der Weggang von Sebastian Rudy zum FC Bayern hinterlässt dort eine Lücke. Den ebenfalls zum Rekordmeister aus München gewechselten Innenverteidiger Niklas Süle soll der ehemalige Gladbacher Havard Nordtveit (gekommen von West Ham United) ersetzen. Für Rudys Sechserposition bieten sich Routinier Eugen Polanski oder Talent Denis Geiger an - oder spielt doch ein anderer?

Video: Gutes Aussehen und beste Stimmung

Wie auch immer: Angesichts der angriffslustigen Trainer beider Teams freuen sich die Fußballfans auf ein tolles Spiel. Und in Sinsheim rüsten sie sich für den großen Abend. In der Fußgängerzone empfängt die mitgereisten Liverpool-Fans eine "Fish & Chips-Meile", das angedachte Public-Viewing wurde verworfen, weil die Partie nun zur besten Sendezeit im ZDF übertragen wird. Der Hype ist groß. Trainer Nagelsmann sagt: "Ich hoffe, dass die Spieler, die in Erfurt nicht auf 100 Prozent gekommen sind, da rankommen. Dann ist es auch nicht einfach, gegen uns zu gewinnen." Das würde Jürgen Klopp nicht bestreiten - aber dasselbe natürlich von seiner eigenen Mannschaft auch sagen.

Tobias Schächter

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