Gelsenkirchen - Abstiegsängste waren gestern. Schalke 04 hat sich mit dem Sieg gegen Frankfurt ins sichere Mittelfeld geschoben und feiert in diesen Tagen so etwas wie sportliche Konstanz. Ob das auch personell in Sachen Trainer gilt, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden.

Nach dem Spiel war in diesem Fall auf Schalke vor dem Gipfeltreffen. Trainer und Vorstand Felix Magath und der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies trafen sich zum vereinbarten "klärenden Gespräch unter Männern". Die Fragezeichen um die Zukunft Magaths als Trainer lösten sich damit nicht auf. Nächste Etappe ist die Aufsichtsratssitzung am Mittwoch, auf der sich Magath erneut erklären muss.

Neuer: "Ich bin jetzt ganz zuversichtlich"

Sportlich könnte der Coach dabei durchaus mit einigen Pfunden wuchern, seit der hart erkämpfte 2:1-Sieg über Eintracht Frankfurt das Abstiegsgespenst wieder vertrieben hat, bevor es sich in Gelsenkirchen richtig niederlassen konnte. "Ich bin jetzt ganz zuversichtlich, dass nach unten nichts mehr anbrennt", stellte Manuel Neuer erleichtert fest.

Immerhin ist Schalke die einzige deutsche Mannschaft, die noch in allen drei Wettbewerben vertreten ist. Im DFB-Pokal stehen die "Knappen" im Finale, in der Champions League in illustrer Runde im Viertelfinale. Dass man in der Bundesliga immer wieder schwankende Leistungen ablieferte, gehört zumindest nach Auffassung Neuers langsam auch der Vergangenheit an: "Wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass wir gut drauf sind. Bislang hat das Wort Konstanz in der Bundesliga nicht zum FC Schalke gepasst, aber jetzt sind wir auf einem guten Weg."

Ausgerechnet Charisteas als Matchwinner

Tatsächlich hat sich die Mannschaft zuletzt von der wachsenden Unruhe im Verein und den ständigen Diskussionen über Team und Trainer erstaunlich unbeeindruckt gezeigt. Drei Siege aus den letzten vier Spielen - darunter Erfolge gegen Bayern München und den FC Valencia - sprechen wettbewerbsübergreifend eine deutliche Sprache.

Dass dabei gegen Frankfurt ausgerechnet Angelos Charisteas den Siegtreffer markierte, gehört zu den vielen Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Der Grieche zählt zu den viel diskutierten Wintereinkäufen Magaths - jetzt strafte er bei seinem ersten Einsatz für Schalke gleich mit dem ersten Ballkontakt alle Kritiker Lügen und demonstrierte Selbstbewusstsein: "Auf diese Chance habe ich die ganze Zeit gewartet. Ich habe jeden Tag im Training ganz hart gearbeitet und wusste um meine Qualität."

Aufsichtsratssitzung am Mittwoch

Charisteas bewahrte seinen Klub auch davor, länger über mangelnde Chancenverwertung sprechen zu müssen. Gavranovic, Uchida und Farfan waren zuvor in der zweiten Halbzeit in besten Situationen an Frankfurts Keeper Ralf Fährmann gescheitert. "In dieser Phase haben wir einige gute Chancen liegen lassen", kritisierte auch Felix Magath.

Am nächsten Spieltag dürfte sich Schalke eine derartige Großzügigkeit kaum leisten dürfen. Dann muss die Elf beim Tabellenzweiten in Leverkusen antreten. Mit Felix Magath auf der Trainerbank? Das wird man spätestens am Mittwoch wissen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte