Freiburg - Claus Kraskovic und Ralf Rangnick ließen sich nicht lange bitten. Nicht einmal eine halbe Stunde nach Spielende saßen sie auf dem Podium des badenova-Stadions und kommentierten den Spielverlauf aus ihrer Sicht. Wer dabei in die Gesichter der beiden Trainer blickte, wäre allerdings nicht auf den Gedanken gekommen, dass Schalke-Coach Rangnick derjenige war, dessen Team gerade mit 11:1 gewonnen hatte.

"Wir haben gut und konzentriert begonnen, leider aber nicht so weitergemacht. Weil uns manchmal die Schlagzahl gefehlt hat, ist es leider beim 11:1 geblieben", ärgerte sich Rangnick nach dem Erfolg gegen den FC Teningen. Und auch mancher Spieler monierte auf dem Weg zum Mannschaftsbus den zum Teil ein wenig nachlässigen Umgang mit den eigenen Torgelegenheiten.

Holtby: "Hätten 20 Tore machen können"

Lewis Holtby, immerhin zweifacher Torschütze und neben Raul und Klaas-Jan Huntelaar der vielleicht beste Schalker Spieler auf dem Platz, zeigte sich unzufrieden. "Wir hätten hier auch 20 Tore machen können. Auch ich hätte drei Mal öfter treffen können", sagte er dem "kicker". Doch entweder wurden die Chancen leichtfertig vergeben, oder Alexander Ernst, der 40-jährige Keeper im Tor des Landesligisten, parierte bravourös. Dennoch verlief der Nachmittag wie erwartet.

Schon nach 13 Minuten stand es 3:0 für den amtierenden Pokalsieger, mit 6:1 ging man in die Pause und gewann schließlich 11:1. Insgesamt vier Treffer steuerte dabei die nominell einzige Spitze Huntelaar bei, je zwei gab es von Raul, Mario Gavranovic und Holtby zu beklatschen sowie einen von Kyriakos Papadopoulos.

Rekordsieg knapp verpasst

Zum Teil waren die Treffer auch schön herausgespielt. Prächtig anzusehen war dabei das 5:1 durch Raul, als er den Ball mit einem eleganten Heber über Ernst hinweg ins Tor der Gastgeber chippte.

Damit erzielten die Gelsenkirchener zwar ein Tor mehr als Fürth und Paderborn, die sich jeweils mit einem 10:0 begnügten. Den selbst aufgestellten Rekord - in der Saison 1939/40 gewann man einmal 13:0 gegen den VfB Alsum - aber verfehlte Schalke 04.

Bis zum Ligastart - am kommenden Samstag tritt Schalke beim VfB Stuttgart an - werde man dennoch an Spritzigkeit und Konzentration feilen, versprach der Coach, der den aus Stuttgart gekommenen Ciprian Marica gegen Teningen noch schonte.

Huntelaar treffsicher

Mit Huntelaar, der neben seinen vier Treffern auch zwei Vorlagen beisteuerte, war Rangnick indes zufrieden: "Dass er im Strafraum seine Qualitäten hat, ist aber auch bekannt." Der Niederländer selbst hat sich derweil vorgenommen, seine acht Tore aus der vergangenen Spielzeit zu überbieten.

"Ich habe mir keine genaue Zahl vorgenommen", sagte er nach dem Spiel gegen Teningen, "aber zweistellig soll es sicher werden." Nicht ganz zufrieden war allerdings Lars Unnerstall, der den an der Kniekehle verletzten Ralf Fährmann vertrat.

In der teaminternen Hierarchie hat er sich auf Platz 2 vorgeschoben und hätte offenbar gerne häufiger gezeigt, was er kann. "Ich hätte mir gewünscht, ein paar Bälle mehr aufs Tor zu bekommen", sagte der 21-Jährige: "Denn ein Torwart will sich immer auszeichnen können." Die Gelegenheit bekam er nicht. Teningen hatte nur eine ernsthafte Torchance. Und die führte in der 23. Minute zum einzigen Gegentreffer.

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf