Nach einem Punkt aus den vergangenen sechs Spielen scheint klar: Das berüchtigte zweite Bundesliga-Jahr wird auch für 1899 Hoffenheim zu einem schwierigen Jahr.

Platz 12 in der Tabelle und gerade mal ein Tor in den jüngsten sechs Partien unterstreichen dies. Lange her scheint die Debütsaison, in der, zur Überraschung aller, der kleine Verein aus dem Kraichgau zum Herbstmeister avancierte und die Bundesliga mit furiosem Offensivspektakel verzauberte.

Einbruch trotz stabiler Abwehr

Aber was läuft anders als in der Aufstiegssaison? Was sagt die Statistik?

Um die vergangene Saison noch wackelige Abwehr zu stabilisieren und mit Erfahrung zu bereichern, wurde Josip Simunic von Hertha BSC verpflichtet. Diese Maßnahme scheint sich gelohnt zu haben. Kassierten die Hoffenheimer in der vergangenen Saison noch 49 Gegentreffer, stehen bisher nur 38 zu Buche. Allerdings trafen sie bisher auch nur 35 Mal ins gegnerische Netz. Das Problem scheint in der Offensive zu liegen.

Niedrige Trefferquote

Sucht man nach einer Erklärung für die geringe Torausbeute der Hoffenheimer, sticht vor allem die niedrige Trefferquote ins Auge.

Das Team von Trainer Ralf Rangnick rangierte nach der vergangenen Saison mit der zweitbesten Quote knapp hinter Meister VfL Wolsburg. In dieser Saison kamen dagegen nur 38,6 Prozent der Schüsse auf den gegnerischen Kasten - schlechtester Wert der Bundesliga.

Einbruch nach der Winterpause

Wie schon in der Vorsaison fällt vor allem die Diskrepanz zwischen Hinrunde und Rückrunde auf. Auch dieses Jahr gelang es den Hoffenheimern nicht, die gute Form in die zweite Saisonhälfte zu transportieren.

27 Toren in der Hinrunde (fünftbester Wert) stehen acht Toren in der Rückrunde gegenüber. Nur der SC Freiburg traf seit dem 17. Spieltag so selten.

Ausfall der Leistungsträger in der Offensive

Fast die gesamte Hinrunde der Saison 2008/09 konnte 1899 Hoffenheim auf die Erstbesetzung im Angriff, bestehend aus Chinedu Obasi, Demba Ba und Vedad Ibisevic zurückgreifen. Vor allem der Kreuzbandriss Ibisevics in der Winterpause bereitete den Hoffenheimern Sorgen.

Mit ähnlichen Schwierigkeiten hatte Trainer Rangnick diese Saison umzugehen. Sowohl Obasi als auch Ba fielen aufgrund von Verletzungen immer wieder aus. Die Auswirkungen lassen sich an der Statistik ablesen: Von den gerade mal elf Spielen, bei denen Obasi und Demba Ba beide auf dem Platz standen, verloren die Hoffenheimer nur zwei. Spielt Obasi, erhöht sich die Torquote von 0,64 Toren pro Spiel ohne ihn auf 1,47.

Ebenso bei Ba: Ist er mit von der Partie, erzielen die Hoffenheimer im Durchschnitt 1,57 Tore. In den Spielen ohne ihn sind es 0,69.


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