Köln - Das Ende der Transferperiode rückt mit jedem Tag näher. Noch bis Montag haben die 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga Zeit, um die letzten Wechsel unter Dach und Fach zu bringen. bundesliga.de klärt Sie über die Technik auf, die hinter einem Transfer steckt (Infografik: Der Weg zum perfekten Transfer).

Als sich der 1. FC Köln vor gut 3 1/2 Jahren in der Winterpause der Saison 2010/11 die Dienste des damaligen Hamburgers und heutigen Schalkers Eric Maxim Choupo-Moting sichern wollte, kam es zu einer echten Kuriosität. Elf Minuten vor Transferschluss (18.00 Uhr) faxte Choupo-Motings Vater und Berater den Vertrag gen Köln. Von dort musste er noch weiter zur Deutschen Fußball Liga (DFL) nach Frankfurt/Main.

Übertragung per E-Mail möglich

Es wäre also selbst ohne technische Probleme knapp geworden.  Dass es einen Faxstau geben würde, verhinderte am Ende aber den Wechsel. In Köln kam zunächst nur die erste Seite an. Der zweite Versuch klappte zwar, doch nun war es zu spät. Bei der DFL Deutsche Fußball Liga in Frankfurt kamen die Unterlagen nicht mehr rechtzeitig an.

Dies würde heutzutage wohl nicht mehr vorkommen, denn die Unterlagen können bei nationalen Transfers nun nicht mehr nur im Original oder per Fax nach Frankfurt geleitet werden. Auch der elektronische Weg per E-Mail-Anhang ist möglich - und vereinfacht den Prozess.

20 - 30 Seiten pro Transfer

In den Unterlagen enthalten sein müssen die zwischen dem abgebenden und aufnehmenden Club sowie dem Spieler geschlossenen Arbeits- und Transferverträge. Außerdem ein vom Spieler unterzeichneter Lizenzvertrag mit der Deutschen Fußball Liga sowie weitere Erklärungen gegenüber der DFL. Zusätzlich ist ein Vertrag zu unterzeichnen, in dem sich der Spieler der Schiedsgerichtbarkeit der Sportverbände unterwirft. Insgesamt kommen so pro Transfer ca. 20-30 Seiten zusammen.

Komplizierter wird es, wenn ein internationaler Transfer über die Bühne gebracht werden muss. Hier muss ein sogenanntes Freigabezertifikat (ITC) des ausländischen Verbandes vorliegen. Diese ITC können bis exakt eine Sekunde vor Mitternacht des letzten Transfertages angefragt werden.

Einheitliche FIFA-Plattform

Extra hierfür hat der Fußball-Weltverband FIFA vor fünf Jahren ein onlinebasiertes System eingeführt (TMS). In diesem "Transfer Matching System" müssen alle Transferdetails eingetragen werden. Es ist eine einheitliche Plattform, an die welweit rund 6.000 Clubs mit 80.000 Spielern und 6.000 Spieleragenten sowie alle Nationalverbände angeschlossen sind. Sie soll die Einhaltung des FIFA-Reglements gewährleisten.

Transferliste - Der Marktplatz der Bundesliga

Unsere Infografik erklärt Ihnen in 13 Schritten den Weg zum perfekten Transfer

Diese Voraussetzungen muss ein Spieler erfüllen, um die Spielerlizenz zu erhalten.