Nomen est omen! Bei Tranquillo Barnetta trifft das definitiv zu. Still, ruhig, ausgeglichen bedeutet das italienische Wort "tranquillo" auf Deutsch. Und besser als mit seinem eigenen Vornamen könnte man Barnetta einfach nicht charakterisieren.

Die Ruhe in Person, gilt der Mittelfeldspieler als Idealvorstellung eines Profispielers. "Ich wurde schon so erzogen, jeden zu respektieren und zu akzeptieren. So versuche ich zu bleiben und dies scheint gut bei den Leuten anzukommen", erklärte er einmal.

Mit elf Jahren zu St. Gallen

Die richtigen und wichtigen Tugenden legten ihm seine Eltern in die Wiege. Aufgewachsen in St. Gallen in der Schweiz besuchte der Junge mit italienischen Wurzeln eine Klosterschule. Die liebste Freizeitbeschäftigung war schon damals das runde Leder. Gespielt wurde barfuß im San Siro. So bezeichnete man eine Wiese beim St. Galler "Manneweier".

Schon früh spielte Barnetta gegen ältere und größere Jungs. Schon dort wusste er sich dank seiner technischen Fertigkeiten und seiner Schnelligkeit durchzusetzen. Sein erster Verein war der FC Rotmonten. Als Elfjähriger wechselte er zum großen Verein der Stadt, dem FC St. Gallen.

Lehre neben dem Fußball

So sehr ihn seine Eltern bei seinem Wunsch, Fußballprofi zu werden, unterstützten, wollten sie auch, dass ihr Sohn eine Ausbildung erhält. So begann Barnetta eine kaufmännische Lehre bei einem lokalen Textilunternehmen. "Er musste Schule, Lehre und Fußball unter einen Hut bringen", meinte sein Vater, der ihn heute managt. "So hat er gelernt, nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen."

Er hatte einen vollgepackten Terminplan und musste seine geliebte Offensivposition immer wieder für den Posten des Außenverteidigers opfern. Dennoch klagte Barnetta nie. Er biss sich durch. Mit Erfolg. Mit 16 wurde er U-17-Europameister und nur zwei Monate später unterschrieb er bei St. Gallen seinen ersten Profivertrag.

Schwerer Rückschlag

Als Barnetta im Mai 2004 mit der Schweizer U-21-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Deutschland antrat, war er schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr bei den Top-Adressen in Europa. Wenige Monate später wechselte er zu Bayer Leverkusen.

Die Werkself lieh ihn nach Hannover aus, wo er das Bundesliga-Handwerk erlernen sollte. Doch nach nur zwei Monaten riss sich Barnetta in einem Länderspiel das Kreuzband. Er kämpfte, ackerte täglich im Reha-Zentrum. Noch vor Saisonende gab er überraschend sein Comeback.

"Ich konnte mich in Hannover gut in die Bundesliga eingewöhnen und viele Erfahrungen sammeln. Das hat mir sicherlich in Leverkusen geholfen", so der Schweizer. Zurück bei der Werkself mauserte sich Barnetta schnell zum Führungsspieler. Dabei blieb er sich immer selbst treu: bescheiden, still, ausgeglichen. Tranquillo, halt.

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