Mainz - Der Bundesliga-Fünfte der abgelaufenen Saison, Mainz 05, hat das Training aufgenommen. Fünf Neuzugänge begrüßte Trainer Thomas Tuchel bei dieser ersten Trainingseinheit. Gewöhnung und gegenseitiges Kennenlernen standen zunächst einmal im Vordergrund.

"Wir haben 37 Trainingstage und die brauchen wir auch", so Tuchel. Statt acht Wochen Vorbereitung wie im Vorjahr, stehen im nur etwa fünf Wochen zur Verfügung. Das Programm unterscheidet sich also maßgeblich vom letzten Mal. Seit voriger Woche war das Trainerteam mit der Saisonplanung beschäftigt, die letzten Entscheidungen in Sachen Belastungssteuerung fielen erst am gestrigen Dienstag.

U-23-Spieler dürfen sich empfehlen

Die Vorbereitung ist zwar nicht so klar zweigeteilt wie in der Vorsaison, dennoch hat Tuchel auch diesmal zwei Phasen benannt. Zu Phase eins zählt er die Zeit bis zum 3. Juli, dem Einstieg der Nationalspieler und der Stadioneröffnung. Auf dem Weg dahin werden zwei Testspiele absolviert, beim Drittliga-Aufsteiger SV Darmstadt 98 (28. Juni) und in Marburg gegen Zweitliga-Rückkehrer Eintracht Braunschweig (1. Juli). Im Training und in den Tests werden vier U-23-Spieler den Kader ergänzen und die Möglichkeit bekommen, sich zu zeigen. Dabei handelt es sich um die drei Neuzugänge Albert Spahiu (Young Boys Bern), Niki Wiedmann (FC Basel), Patrik Ribeiro-Pais (VfB Stuttgart) und US-Boy Jared Jeffrey.

In Phase zwei fällt dann das Trainingslager im österreichischen Flachau, mit zwei Testspielen, und dann der sportliche Höhepunkt der Vorbereitung: der LIGA total! Cup in der Coface Arena (19./20. Juli). Dieses hochkarätig besetzte Turnier ist aber nicht der Zielpunkt, die Vorbereitungszeit ist selbstverständlich voll auf den Pflichtspielstart am 28. Juli ausgerichtet. Dann bestreitet Mainz 05 das Hinspiel in der 3. Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League.

Tuchel "Schiebe keinen Frust"

Für die fünf Neuen begann mit dem ersten Training ein neues Kapitel in ihrer sportlichen Laufbahn. Die 05-Trainingsshirts streiften folgende Neuzugänge über: Deniz Yilmaz, Yunus Malli, Fabian Schönheim, Nicolai Müller und Zoltán Stieber. Yilmaz spielte in der vergangenen Saison für die zweite Mannschaft des FC Bayern München. Er hat die Rückennummer 30 erhalten. Malli kommt aus der Reserve von Borussia Mönchengladbach und wird künftig die 11 tragen. Schönheim, in der Vorsaison Kapitän beim SV Wehen Wiesbaden, verteidigt mit der 34 auf dem Rücken. Der ehemalige Fürther Müller trägt die 27, der Ungar Stieber soll mit der 17 wirbeln.

Die Neuen, zu denen auch Zdenek Pospech und Eric Maxim Choupo-Moting gehören, die aber später einsteigen, sollen die durch die Abgänge entstandenen Lücken schließen. Auf die Abgänge angesprochen betonte Tuchel, dass er "keinen Frust schiebe". Der Abschied von André Schürrle und Lewis Holtby war lange klar, damit konnte sich der Trainer früh arrangieren, Malik Fathi hatte den Segen des Vereins, nur der Fall Christian Fuchs lag gänzlich anders, ist aber längst abgehakt.

Polanski bleibt in Mainz

"Es gibt keinen Grund Trübsal zu blasen. Ich freue mich auf die neue Saison", bekräftigte Tuchel und schickte sogleich noch ein Kompliment an die Neuankömmlinge: "Wir haben tollen Ersatz gefunden, sehr spielintelligente Spieler dazu gewonnen." Aufgrund der Neuverpflichtungen ist der Trainer sehr "tiefenentspannt". Es sei nicht sicher, dass weitere Spieler verpflichtet würden. "Wenn wir noch was machen, dann muss es auch sitzen. Wir haben jede Position besetzt, haben flexible Spieler, die zudem mehrere Posten bekleiden können. Wir lernen uns jetzt erst einmal kennen und werden dann in aller Ruhe sehen, ob wir überhaupt noch etwas machen."

Auch die Transfergerüchte, die die Medien zuletzt beschäftigten, wurden von Tuchel und Manager Christian Heidel gewohnt sachlich kommentiert. Das Thema "Polanski-Abschied" war nie eines, weil es keinerlei Anfragen gegeben habe. "Weder hat Eugen je einen Wechselwunsch geäußert, noch hat sich irgendjemand sonst gemeldet", berichtete Heidel. Kein Kontakt zu Vereinen oder dem Berater, das sei allein ein Thema der Medien gewesen. Zu Eintracht-Profi Pirmin Schwegler wollte Heidel sich auch nicht groß äußern, weil dieser bei Frankfurt unter Vertrag stehe und mit in die 2. Liga gehen soll. Mit dieser Aussage sei das Thema für ihn erledigt. Aus Respekt vor bestehenden Verträgen.