Leverkusen - Am Montagmorgen erledigte er noch einige private Dinge und Formalien, am Nachmittag stand die erste Übungseinheit mit den neuen Kollegen auf dem Programm: Michael Ortega, der kolumbianische Neuzugang von Bayer 04, ist in Leverkusen angekommen.

Nach absolviertem 90-minütigem Aufgalopp stand dem nur 1,70 m großen Mittelfeldspieler, den Bayer 04 bis zum Saisonende vom mexikanischen Club Atlas Guadalajara ausgeliehen hat, die Freude ins Gesicht geschrieben, sich nun in einer europäischen Top-Liga beweisen zu dürfen.

"Es ist ein ganz besonderes Erlebnis für mich, mit solch starken und bekannten Spielern trainieren zu können", sagte der Kreativspieler, der den Scouts von Bayer 04 durch seine herausragenden Leistungen bei der U20-Weltmeisterschaft in Kolumbien ins Auge gestochen war. Die Gastgeber spielten dort - auch wegen der Klasse-Partien Ortegas - ein überraschend gutes Turnier und brachten es bis ins Viertelfinale.

Möglichst schnell einleben

"Unsere Leute vor Ort haben ihn dort entdeckt, und weil er außergewöhnlich gut gespielt hat, haben wir ihn verpflichtet. Das ist ein typischer Bayer 04-Transfer", erklärte Chefcoach Robin Dutt. Überstürzen will nun aber niemand etwas, weder Bayer 04 noch Ortega selbst. "Ich brauche sicher noch die ein der andere Woche, um absolute Fitness zu erlangen. Jetzt geht es erst einmal darum, mich gut einzuleben und an das Tempo hier zu gewöhnen", betont Michael Ortega, der das Trikot mit der 17 tragen wird, in aller Bescheidenheit.

Die neuen Teamkollegen werden ihm das Ankommen bei Bayer 04 ganz gewiss so angenehm wie möglich machen: Renato Augusto, Michael Ballack oder Gonzalo Castro, der bei den ersten Interviews Ortegas gestern auch als Dolmetscher fungierte, suchten auffällig oft die Nähe und das Gespräch mit dem Neuling aus Kolumbien.

"Dass Bayer 04 mich geholt hat, ist wie ein Traum für mich", hatte Michael Ortega unmittelbar nach seiner Verpflichtung gesagt. Das gilt so nun nicht mehr. Jetzt ist es für ihn die pure Wirklichkeit.