Mailand - Der FC Barcelona ist dem Traum vom Finale in München und der ersten erfolgreichen Titelverteidigung der Champions-League-Geschichte wieder ein Stück näher gekommen. Im Viertelfinale kamen die Katalanen beim italienischen Tabellenführer AC Mailand zu einem 0:0 und verschafften sich damit eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel am 3. April in Barcelona.

Weltfußballer Lionel Messi wartete jedoch vergeblich auf sein 13. Tor im laufenden Wettbewerb, was einen Rekord für die "Königsklasse" bedeuten würde. In einem möglichen Halbfinale würde Barca wahrscheinlich auf den FC Chelsea treffen, der sein Hinspiel am Dienstag mit 1:0 bei Benfica Lissabon gewonnen hatte.

Gastgeber mit zwei dicken Chancen



Die 80.000 Zuschauer im Giuseppe-Meazza-Stadion sahen eine unterhaltsame erste Halbzeit. Milan, das unter anderem ohne den verletzten Junioren-Nationalspieler Alexander Merkel, den früheren Bayern-Kapitän Mark van Bommel (gesperrt) sowie Antonio Cassano, Gennaro Gattuso, Ignazio Abate, Pato und Thiago Silva auskommen musste, überließ dem Titelverteidiger weitgehend die Initiative. In der entscheidenden Zone verteidigten die Lombarden jedoch kompromisslos, zudem fuhr Milan immer wieder gefährliche Konter.

So hatte Barcelona die deutliche Mehrzahl an Chancen im ersten Durchgang, Mailand besaß aber die beiden besten Gelegenheiten. In der 3. Minute setzte Robinho völlig freistehend einen Volleyschuss in die Wolken, 17 Minuten später scheiterte der 2010 im Unfrieden aus Barcelona geschiedene Zlatan Ibrahimovic freistehend an Victor Valdes im Tor der Katalanen.

Messi nur mit Abseits-Tor



Das Gästeteam von Trainer Pep Guardiola, das in der Vorrunde 3:2 in San Siro gewonnen und im Achtelfinale ein 7:1-Schützenfest gegen Bayer Leverkusen gefeiert hatte, fand gegen den kompakten agierenden 18-maligen italienischen Meister nur selten den bevorzugten Weg durch die Zentrale und baute das Spiel so meist über Dani Alves auf der rechten Seite auf. Pech hatte Barca, als Schiedsrichter Jonas Eriksson ein Foul von Milan-Keeper Christian Abbiati an Alexis Sanchez nicht mit dem fälligen Strafstoß ahndete (15.). Richtig lag der Schwede zwei Minuten später, als er einem Tor von Messi wegen Abseitsstellung die Anerkennung verweigerte.

Nach dem Wechsel verflachte das Spiel. Die Gastgeber, bei denen Kevin Boateng von Beginn an auflief und in der 67. Minute vom Platz ging, mussten schon in der 50. Minute die Auswechslung des verletzten Robinho verkraften.

Barca, das 1994 mit Guardiola als Spieler eine heftige 0:4-Endspielniederlage gegen den AC hatte hinnehmen müssen, ließ bei seinen Offensivbemühungen noch mehr die Ideen und die Zielstrebigkeit vermissen. Die beste Chance hatte Carles Puyol bezeichnenderweise nach einem Eckball, als er knapp vorbeiköpfte (77.).