Die Torhüter-Position ist beim FC Energie Cottbus hervorragend besetzt. Und das gleich dreifach. Denn alle drei Keeper des Teams sorgten in den vergangenen Tagen dank toller Leistungen für jede Menge Gesprächsstoff.

Auf ungewohntem Terrain unter dem Hallendach trumpften dabei zwei Torhüter auf, die in der Bundesliga ansonsten im Schatten der Nummer eins, Gerhard Tremmel stehen. Beim Masters in Riesa stand Routinier Tomislav Piplica erstmals seit zehn Jahren im Hallentor und zeigte im Eröffnungsspiel gegen den späteren Turniersieger Dukla Prag eine imponierende Leistung.

Der 39-Jährige warf sich mutig in Schüsse aus Nahdistanz, spielte aufmerksam mit und klärte mit resolutem Herauslaufen und dirigierte seine Vorderleute lautstark.

Kapselverletzung bei Piplica

Tomislav Piplica war hochmotiviert. So sehr, dass er sich beim 3:1-Sieg eine schmerzhafte Prellung im rechten Fuß zuzog, die sofort blau unterlaufen dick anschwoll und den FCE-Keeper für den Rest des Wochenendes außer Gefecht setzte. Aber "Pipi" trat nicht etwa die Heimreise an, sondern blieb beim Team.

Schließlich hatte Energie neben Philipp Pentke keinen weiteren Torhüter dabei. Und wenn ihm etwas passiert wäre, hätte Tomislav Piplica ungeachtet großer Schmerzen im Tor gestanden.

Eine Einstellung, die genauso uneigennützig wie professionell ist. Tomislav Piplica lebt den jungen Burschen vor was es heißt, Fußball-Profi zu sein. Dazu zählt auch, dass er sich in Zwickau trotz Verletzung als Publikumsliebling beim Neunmeterschießen ausgeloster Zuschauer zur Verfügung stellte.

Die ärztliche Diagnose am Montag ergab, dass Tomislav Piplica keinen Bruch davon trug. Die Kapsel ist in Mitleidenschaft gezogen. Er geht jedoch davon aus, dennoch die Reise ins Trainingslager antreten zu können.

Tremmel in Hinrunden-Elf

Das Pech von Tomislav Piplica war die Chance für Philipp Pentke. Der 23-Jährige vertrat den Routinier nach dessen Verletzung sowohl in Riesa als auch am Sonntag in Zwickau glänzend. Nicht zufällig wurde er an beiden Wochenendtagen zum besten Torhüter des Turniers gewählt.

"Natürlich ist das eine schöne Bestätigung. Ich habe zum letzten Mal im Nachwuchsbereich ein Hallenturnier bestritten, aber es hat Spaß gemacht. Als Torhüter kann man sich häufiger auszeichnen als auf dem Großfeld", resümiert Philipp Pentke und relativiert: "Wenn Pipi weiter so gehalten hätte wie im ersten Spiel gegen Prag, wäre der Pokal für den besten Torhüter schon vergeben gewesen." Philipp Pentke hat aber eindrucksvoll gezeigt: Er ist da, wenn er gebraucht wird.

Auch wenn Gerhard Tremmel als Nummer eins des FC Energie Cottbus im Jahr 2009 noch keinen einzigen Ball halten musste, sorgt er für positive Schlagzeilen. Denn in einer statistischen Hinrunden-Auswertung der Bundesliga hat Gerhard Tremmel den Sprung in die Elf der ersten Halbserie geschafft.