München - Wenn am kommenden Samstag der FC Bayern bei Fortuna Düsseldorf auf Rekordjagd geht, trifft der Tabellenführer zugleich auf den Gegner, der ihm seine höchste Auswärtsniederlage der Bundesliga-Geschichte zufügte. Vor knapp 34 Jahren gingen die Bayern mit 1:7 im Rheinstadion unter. Das war nicht das einzige Mal, dass die Bayern auswärts sieben Gegentreffer fingen. bundesliga.de hat Spiele zusammengestellt, bei denen alle Dämme brachen.

Erfreulich für das aktuelle Schlusslicht Greuther Fürth: In dieser Auswärtspleiten-Statistik sind die Franken zehn Tore besser als der amtierende Deutsche Meister. Das ist allerdings auch kein so großes Kunststück, hat die Elf von Mike Büskens bislang doch erst drei Auswärtsspiele in der Bundesliga bestritten. Von denen ging aber auch nur eins verloren, vor drei Wochen 0:2 in Leverkusen.

BVB ging mehrfach unter



Die Dortmunder dagegen halten den Minusrekord mit ihrer ebenso legendären wie peinlichen 0:12-Blamage gegen Borussia Mönchengladbach am letzten Spieltag der Saison 1977/78. Dieses Debakel kostete den damaligen Dortmunder Trainer Otto Rehhagel den Job. Der BVB ist übrigens der einzige Bundesligist, der gleich zwei Mal zweistellig verlor, denn auch ein 1:11 in München im November 1971 ging in die Annalen ein.

Elf Gegentore kassierte auch der Reviernachbar aus Schalke einmal. Im Januar 1967 bei Borussia Mönchengladbach beim 0:11. Ansonsten blieben den aktuellen Bundesligisten zweistellige Niederlagen erspart.

Nah dran waren die beiden Nordlichter Werder Bremen und der Hamburger SV, die jeweils mit 2:9 untergingen. Der HSV im März 1964 bei 1860 München. Und die Bremer unter Otto Rehhagel im November 1981 bei Eintracht Frankfurt.

Trotz 2:9-Debakel nach Europa



In dem Spiel korrigierte "König Otto" übrigens einen Fehler, der ihm drei Jahre zuvor bei besagtem 0:12 in Dortmund unterlaufen war. Beim Gladbacher Scheibenschießen hatte Rehhagel den bedauernswerten Torhüter Peter Endrulat nicht ausgewechselt.

Als Werder in Frankfurt ein ähnliches Schicksal drohte, tauschte der Coach nach dem siebten Gegentor in der 78. Minute seinen Keeper Hermann Rülander gegen Ersatztorwart Robert Freese aus. Das Debakel änderte an einer grandiosen Werder-Saison wenig, schafften es die Hanseaten doch als Aufsteiger bis auf Platz 5 und nach Europa.

Acht Kugeln aus dem eigenen Netz holen mussten auch Hannover 96 (beim 2:8 in Bremen im August 1985) und der 1. FC Nürnberg beim 3:8 im März 1966 bei Borussia Mönchengladbach.

Bayern fingen sich drei Mal sieben Gegentore



Den Minusrekord bei sieben Gegentoren notieren Eintracht Frankfurt (0:7 in Köln im Oktober 1983 und 2:7 bei den Bayern im Mai 1981, übrigens nach einem 0:0 zur Pause), Bayer Leverkusen (4:7 auf Schalke im Februar 2006), Fortuna Düsseldorf (0:7 bei den Bayern im Februar 1982, 3:7 in Bremen im Februar 1986), Borussia Mönchengladbach (0:7 in Stuttgart im September 2010 und 1:7 in Wolfsburg im November 1998), der SC Freiburg (0:7 in der Vorsaison in München), 1899 Hoffenheim (1:7 ebenfalls im Vorjahr in München) und die Bayern selbst.

Der Rekordmeister kassierte neben dem 1:7 in Düsseldorf auch beim unfassbaren 4:7 nach 4:1-Führung in Kaiserslautern im Oktober 1973 und beim 3:7 in Nürnberg im Dezember 1967 satte sieben Buden.

Etwas bescheidener lesen sich da die Minuswerte des VfL Wolfsburg, der zwei Mal 1:6 verlor (in Bremen im November 2005 und in Duisburg im Mai 1999). Der 1. FSV Mainz 05 kassierte erst einmal fünf Gegentore beim 2:5 in München im Mai 2007. Auf "nur" vier Gegentreffer brachte es der FC Augsburg beim 0:4 in Dortmund im Oktober 2011 und beim 1:4 in Leverkusen im Februar 2012.

Tobias Gonscherowski