Diego Benaglio und Rene Adler sind nicht zu beneiden. Die Torhüter des VfL Wolfsburg und von Bayer Leverkusen dürfte am Samstag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) Schwerstarbeit erwarten.

Mit Grafite (20 Treffer) und Edin Dzeko (16) auf Wolfsburger Seite und Patrick Helmes (18) auf Leverkusener Seite stehen gleich drei der fünf Toptorjäger der Bundesliga am 28. Spieltag in der Volkswagen Arena auf dem Platz. Hinzu kommt noch Helmes' Sturmkollege Stefan Kießling, der ebenfalls schon zehn Mal in dieser Saison ins Schwarze traf.

Magath sieht sein Team im Vorteil

Und ein Blick in die Statistik belegt die These, dass das Duell zwischen dem gastgebenden Spitzenreiter und dem Tabellenneunten aus dem Rheinland kaum torlos enden dürfte: In 23 Duellen zwischen beiden Clubs gab es keine Nullnummer.

Außerdem stehen sich die beste Heimelf und die beste Auswärtsmannschaft der Liga gegenüber. "Wölfe"-Coach Felix Magath sieht seine Mannschaft leicht im Vorteil: "Mit unseren Fans im Rücken sind wir stärker."

Mit drei Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger FC Bayern rangieren die Niedersachsen an der Tabellenspitze, doch Magath will weiterhin nicht von der Meisterschaft reden und sieht weiterhin die Münchener als ersten Anwärter auf den Titel.

Gladbachs Rekord ist greifbar

"Vor drei Spieltagen hatte Berlin noch vier Punkte Vorsprung auf uns, nun fünf Zähler Rückstand. Das geht alles so schnell", sagt der Coach und richtet mahnende Worte an seine Elf: "Ich kann nur davor warnen zu glauben, wir hätten bereits etwas erreicht."

Mit einem "Dreier" gegen die Werkself hätten die "Wölfe" aber immerhin schon mal den Bundesliga-Rekord von Borussia Mönchengladbach aus der Saison 1986/87 von zehn Siegen in Serie eingestellt. "Rekorde interessieren mich nicht", wiegelt Magath, der bis auf Makoto Hasebe (Aufbautraining nach Knie-OP) personell aus dem Vollen schöpfen kann, allerdings auch in dieser Angelegenheit ab.

Zum Siegen gezwungen

Die Situation bei Bayer ist im Vergleich zu den vergangenen Spielen unverändert: Die Mannschaft braucht Siege, um weiter in Schlagdistanz zu den UEFA-Cup-Plätzen zu bleiben. Dessen ist sich auch Trainer Bruno Labbadia voll bewusst: "In der aktuellen Situation sind wir gezwungen, unsere Spiele zu gewinnen und da werden wir alles probieren." Doch der Ex-Profi weiß, dass "Wolfsburg nicht nur über gute Individualisten verfügt, sondern über eine große mannschaftliche Geschlossenheit".

Dennoch reist Bayer - übrigens per Zug - nicht als Punktelieferant in die Autostadt. "Wir sind noch nirgendwo hingefahren, um unentschieden zu spielen. Wir wissen natürlich, dass Wolfsburg eine sensationelle Heimquote hat, aber wenn wir nicht daran glauben, dass wir auch dort gewinnen können, dann wären wir nicht Bayer 04 Leverkusen", gibt sich der Coach zuversichtlich.

Renato Augusto wieder in der Startelf?

Respekt zeigt Labbadia vor allem vor dem Sturmduo Grafite und Dzeko, will den Wolfsburger Erfolg aber nicht nur auf die beiden reduzieren: "Schließlich brauchen sie auch Zuspieler und Mitspieler, die Bälle erobern." Dumm nur, dass mit Zvjezdan Misimovic der mit 16 Assists mit weitem Abstand beste Torvorbereiter der Liga ebenfalls in den Reihen der Wolfsburger steht.

Immerhin kann Labbadia bis auf Bernd Schneider (Trainingsrückstand) auf sein komplettes Personal zurückgreifen, allerdings ließ er offen, ob Renato Augusto nach zwei Spieltagen erstmals wieder in der Startelf stehen wird: "Wir haben nun eine sehr gute Auswahl zur Verfügung, was das Mittelfeld betrifft. Da werden wir kurzfristig schauen, was passt."