München - Der Erste empfängt den Letzten und der Zweite den Vorletzten. Der FC Bayern München und Verfolger Bayer Leverkusen treffen auf die Kellerkinder aus Braunschweig und Nürnberg. Für Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ist das Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 eine Reise in die Vergangenheit.

Der FC Augsburg will bei Hertha BSC seine Auswärtsschwäche bekämpfen und 1899 Hoffenheim hofft gegen Werder Bremen auf ein Ende des November-Fluchs. bundesliga.de präsentiert die wichtigsten Infos zu den Samstagsspielen des 14. Spieltags (ab 15 Uhr im Live-Ticker).

Es ist das Duell des scheinbar übermächtigen Goliath gegen den kleinen David. 27 Punkte trennen den FC Bayern München vom Schlusslicht Eintracht Braunschweig. "Erster gegen Letzter ist etwas Komisches", sagt Arjen Robben. "Man muss aufpassen, ganz konzentriert spielen - und nachlegen." Vor dem Duell gegen die Niedersachsen ist der Tabellenführer aus München allerdings nicht frei von Sorgen. Kapitän Philipp Lahm vergrößert mit seiner Oberschenkelzerrung die ohnhin schon lange Ausfallliste des Rekordmeister. Nach wie vor fehlen Bastian Schweinsteiger (Sprunggelenk-Operation), Franck Ribery (angebrochene Rippe), Claudio Pizarro und Xherdan Shaqiri (beide Aufbautraining nach Muskelbündelriss) sowie Holger Badstuber (Reha nach Kreuzbandriss).

Trotz der vielen Verletzten gehen die Bayern als klarer Favorit in die Partie. "Bayern München hat keine Schwächen und wir müssen wirklich Übermenschliches leisten, wenn wir etwas holen wollen", sagt Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht. "Dennoch werden wir nicht schon im Vorfeld die weiße Fahne schwenken." Definitiv verzichten muss Lieberknecht in München auf Dennis Kruppke (anhaltende Probleme in der Wade), Ken Reichel (Teilruptur im Innenband) und Jan Hochscheidt (Trainingsrückstand nach Muskelbündelriss).




Schiedsrichteransetzungen

Leverkusen hofft nach dem deutlichen 0:5 gegen Manchester United in der Champions League nun gegen Nürnberg auf schnelle Wiedergutmachung. "Wir müssen unbedingt zeigen, dass wir das Ergebnis abschütteln und in der Bundesliga wieder in die Spur finden", fordert Kapitän Simon Rolfes. Doch die Franken sind trotz ihres Tabellenstands ein unangenehmer Gast: Nur zwei von sieben Auswärtsspielen verlor der Vorletzte. "Wir müssen eine Reaktion im eigenen Spiel nach vorne zeigen", sagt Rolfes. Allerdings fehlt der Werkself gerade dort mit Sidney Sam (Muskelfaserriss) ein wichtiger Mann. Eine weitere Problemstelle ist die Verteidigung, in der mit Sebastian Boenisch (Sehnenprobleme) und Roberto Hilbert (Innenbandriss) gleich zwei Außenverteidiger ausfallen.

Der "Club" hofft nach der Rückkehr von Daniel Ginczek im 14. Anlauf in dieser Saison endlich auf den erlösenden ersten Dreier. "In dieser Liga kann jeder jeden schlagen", sagt Mike Frantz. Trotz zunehmender Kritik an der Spielweise wird Trainer Gertjan Verbeek weiterhin an der offensiven Ausrichtung seiner Mannschaft festhalten: "Wir haben eine Philosophie und können mit dieser auch Punkte holen." Bei aktuell acht Zählern auf der Habenseite fehlen dem Tabellenvorletzten drei Punkte auf den Relegationsplatz.




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Die beiden intensiven Heimspiele gegen den FC Bayern in der Liga und Neapel in der Königsklasse haben beim BVB Spuren hinterlassen. "Wir werden genau hinschauen, wer die Belastung wie verkraftet hat", sagt Trainer Jürgen Klopp vor dem Gastspiel bei seinem Ex-Club Mainz 05. Insbesondere Sven Bender musste gegen Neapel viel einstecken, mangels Alternativen spielte der Aushilfs-Innenverteidiger mit gebrochener Nase durch. "Er verfügt über einen außergewöhnlichen Charakter", lobt Klopp, der in Mainz fest mit Bender plant. Für die Innenverteidigung steht mit Manuel Friedrich eine weitere Alternative parat. Lukasz Piszczek ist nach seinen beiden Kurzeinsätzen noch kein Kandidat für die Startelf. Gänzlich fehlen werden weiterhin die Verletzten Ilkay Gündogan, Mats Hummels, Neven Subotic und Marcel Schmelzer.

"Ich kann nicht die große Beeinträchtigung der Dortmunder erkennen, aus der die große Chance für uns erwächst. Die Ausgangslage ist ungleich", entgegnet FSV-Trainer Thomas Tuchel mit Blick auf die Dortmunder Verletztungssorgen. Für das Duell gegen den Tabellendritten müsse Tuchels Team die Fehlerquote runterfahren. "Wir könnten in der Lage sein, über uns hinauszuwachsen", sagt der 40-Jährige. Mit dabei ist wohl auch wieder Zdenek Pospech. Der Rechtsverteidiger stieg nach einer Innenbanddehnung unter der Woche wieder ins Training ein.




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Ein Blick auf die Formkurve verspricht ein Duell auf Augenhöhe. Aus den vergangenen fünf Partien holten Hertha und Augsburg jeweils sechs Punkte und haben obendrein das gleiche Torverhältnis von 6:8 vorzuweisen. "Wir wollen dominieren und die Initiative ergreifen", sagt Hertha-Trainer Jos Luhukay. Ersatzkeeper Sascha Burchert, John Anthony Brooks und Alexander Baumjohann stehen dabei aufgrund von Verletzungen nicht zur Verfügung. Fabian Lustenberger musste wegen einer Erkältung im Training zuletzt kürzer treten, steht aber gegen Luhukays Ex-Club im Kader.

"Wir spielen gegen Hertha BSC, nicht gegen den Trainer", stellt dessen Nachfolger Markus Weinzierl fest. Der Augsburger Coach will in der Hauptstadt die Auswärtsschwäche ablegen, erst ein Sieg gelang dem FCA auf fremdem Platz. "Hertha liegt zwei Punkte vor uns, mit einem Sieg wollen wir sie am Wochenende gern überholen", sagt Weinzierl. Nicht mit von der Partie ist Andre Hahn. Der offensive Mittelfeldspieler sitzt eine Gelbsperre ab. Ein Fragezeichen steht noch hinter Alexander Manninger, der über leichte Knieprobleme klagt.




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Null Punkte, 3:7 Tore: Der November ist wahrlich nicht der Lieblingsmonat der Hoffenheimer. Am letzten Tag des Monats will die TSG gegen Bremen ihre Herbst-Depression überwinden. "Wenn wir als echtes Team agieren, kann man Fehler, die passieren, auch gemeinsam wieder ausbügeln", appelliert Trainer Markus Gisdol an seine Mannschaft. Der Gegner aus Bremen sei allerdings schwer einzuschätzen. "Eher schwächere Spiele haben sich mit sehr überzeugenden Spielen abgewechselt", sagt Gisdol, der abgesehen von Stefan Thesker (Bänderriss) voraussichtlich alle Mann an Board haben wird.

Bei den Bremern ruhen die Hoffnungen auf Rückkehrer Nils Petersen. Der Stürmer steht nach seinem Teilriss des Innenbands vor der Rückkehr auf den Platz. "Nils trainiert schon wieder sehr gut, es ist ihm nichts anzumerken. Da bin ich guter Dinge, dass es schon für den Kader reicht", sagt Trainer Robin Dutt. Der 48-Jährige würde ungern auf ihn verzichten. Auch Philipp Bargfrede hat nach längerer Verletzungspause gute Chancen, nach Sinsheim mitzureisen. Eine aufkommende Torhüterdiskussion erstickte Dutt auf der Pressenkonferenz im Keim. "Sebastian Mielitz ist die Nummer eins!", sprach sich Dutt trotz zuletzt nicht überzeugender Vorstellungen für den 24-Jährigen aus.




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