Köln - Rekordverdächtige und missratene Saisonstarts, glanzvolle Namen vor ihrem Debüt sowie ein Angstgegner und ein Ass im Ärmel. bundesliga.de präsentiert fünf Dinge, die sie zum 4. Spieltag auf jeden Fall wissen müssen.

Angstgegner?

Für Europa-League-Teilnehmer FC Augsburg läuft es noch nicht rund. Erst ein Punkt steht für die Fuggerstädter bislang zu Buche, zuletzt setzte es eine 0:1-Heimpleite gegen den FC Ingolstadt. Die Vorzeichen vor dem Duell der bayerischen Schwaben mit dem großen FC Bayern München scheinen also eindeutig.

Wer aber auf die Statistik schaut, der kann auch anderes Vermuten. Zwei der letzten drei Duelle mit dem FCB konnte der FCA für sich entscheiden. Augsburg ist außerdem der einzige Club, gegen den Pep Guardiola in der Bundesliga mehr als einmal verloren hat. Sein Gegenüber Markus Weinzierl weiß also, wie er den Katalanen besiegen kann - zumal das Spiel auch noch in München stattfindet. Denn: Augsburg verlor die letzten drei Bundesliga-Heimspiele, ist dafür auswärts aber seit drei Spielen ungeschlagen (zwei Siege, ein Unentschieden).

Punkte müssen her

© gettyimages / Bongarts

Der VfB Stuttgart ist denkbar schlecht aus den Startlöchern gekommen. Mit drei Niederlagen und einer Tordifferenz von minus sechs legte der VfB seinen schlechtesten Saisonstart in der Bundesliga hin.

Trotz der Niederlagen sind die Stuttgarter Daniel Didavi und Filip Kostic aber Top in der Liga: Didavi gab an den ersten drei Spieltagen ligaweit die meisten Torschüsse ab (19), Kostic bereitete die meisten vor (15). Das macht Hoffnung.

Rekordverdächtig

© gettyimages / Dennis Grombowski

Gleich fünf Bundesliga-Clubs legten an den ersten drei Spieltagen einen rekordverdächtigen Start hin. Borussia Dortmund ziert mit neun Punkten und 11:1 Toren die Tabellenspitze. Einzig 1995/96 schaffte der BVB einen noch besseren Start. Damals gewann man die ersten drei Spiele ebenfalls, schoss aber sogar 12 Tore. Auch der FC Bayern befindet sich schon wieder in meisterlicher Form. Mit drei Siegen und 10:1 Toren legte der Titelverteidiger den besten Start unter Pep Guardiola hin.

Sieben Punkte nach drei Spieltagen sind die beste Ausbeute in der Bundesliga-Historie des VfL Wolfsburg. In der Meistersaison 2008/09 gab es zum Auftakt nur fünf Punkte, einen Sieg und zwei Unentschieden (Torverhältnis 6:5). Der 1. FC Köln galt bei vielen Experten bereits vorab als eine der möglichen Überraschungsmannschaften der Saison. Und der FC wird den Vorschusslorbeeren gerecht, sieben Punkte nach drei Spieltagen bedeuten für Köln den besten Start in eine Bundesliga-Saison seit 19 Jahren (1996/97 gab es drei Siege in den ersten drei Spielen).

Debütantenball

© imago / Eduard Bopp

Zum Ende des Transferfensters haben sich zahlreiche Bundesligisten noch mal richtig gut verstärkt. Die meisten der Last-Minute-Neuzugänge werden an diesem Wochenende wohl ihr Debüt im neuen Trikot geben. Die Fans dürfen sich auf zahlreiche neue Attraktionen freuen.

Julian Draxler könnte beim VfL Wolfsburg erstmals die Nachfolge von Kevin de Bruyne antreten. Draxlers hingegen wurde beim FC Schalke 04 durch Pierre-Emile Höjbjerg ersetzt, der ebenfalls vor seinem Debüt steht. Beim Lokalrivalen Borussia Dortmund hat der von Manchester United transferierte Adnan Januzaj unter der Woche im Testspiel gegen St. Pauli erstmals auf sich aufmerksam gemacht und könnte nun seine Bundesliga-Premiere feiern. Gleiches gilt für Javier "Chicharito" Hernandez, den Bayer-04-Coach Roger Schmidt allerdings wohl nicht gleich von Beginn an spielen lassen wird. "Ich denke wir würden ihm keinen gefallen damit tun", sagte Schmidt.

Skripniks Ass im Ärmel

© gettyimages / Lars Baron

Auch, wenn es nach längerer Wettkampfpause für Claudio Pizarro vielleicht noch nicht für 90 Minuten reichen sollte, könnte er zum wertvollen Joker für Werder Bremen werden. 14 Tore erzielte der 36-Jährige bereits als Einwechselspieler. Kein aktueller Bundesliga-Spieler kommt an diesen Wert heran. Ohnehin ist Pizarro als erfolgreichster ausländischer Stürmer eine Bundesliga-Legende.

"Erfahrung und Verantwortung kann man nicht leicht kaufen", sagt SVW-Coach Viktor Skripnik über seinen Rückkehrer. "Es braucht Spieler wie Claudio Pizarro, die sie übernehmen. Wir erwarten von Claudio, dass er uns weiterbringt. Er ist die perfekte Ergänzung zu unseren Offensivleuten. Vor allem die jungen Spieler sollen von ihm profitieren."

Dennis-Julian Gottschlich