Köln- Zwei Torjäger aus der Versenkung, ein Jubiläum für einen Nationalspieler und Tore en masse: bundesliga.de präsentiert fünf Dinge, die Sie zum 3. Spieltag unbedingt wissen müssen.

Lord Bendtner in Topform

© gettyimages / Volkmann/Bongarts

So ganz zufrieden ist man weder beim VfL Wolfsburg noch beim FC Schalke 04 mit dem Verlauf des 2. Spieltags: Die Wölfe mühten sich beim 1. FC Köln zu einem Punkt, Königsblau musste sich zu Hause gegen den Aufsteiger aus Darmstadt mit einem Punkt begnügen. "Eine Krise sieht ganz anders aus", sagte Wolfsburgs Naldo im Interview auf bundesliga.de, der im direkten Duell am Freitagabend auf seinen Landsmann Junior Caicara trifft.

Zumindest die Statistik spricht dabei für die Niedersachsen: Seit nunmehr 23 Spielen wurde die Mannschaft von Dieter Hecking vor eigener Kulisse nicht mehr besiegt. Das ist aktuell die längste Serie in der Bundesliga. Und während ganz Fußball-Deutschland über Kevin de Bruyne diskutiert, geht beinahe unter, dass sich Nicklas Bendtner, gennant "der Lord", zum Goalgetter entwickelt. In den vier Pflichtspielen der noch jungen Saison traf der Däne im Schnitt alle 19 Minuten (drei Tore in vier Pflichtspielen).

Müller macht die 200 voll

© imago / Kraft

Im Topspiel am Samstagabend treffen nicht nur die die unterschiedlichen Philosophien der Trainer Pep Guardiola (Ballbesitz) und Roger Schmidt (Balleroberung) aufeinander, es kommt auch zum Wiedersehen von Bayerns Arturo Vidal mit seinem alten Club Bayer 04 Leverkusen. Der Chilene hat sich in München bereits bestens integriert und trifft nun auf alte Kollegen wie Lars Bender oder Stefan Kießling.

A propos Kießling: Bayerns Thomas Müller wird bei einem Einsatz gegen Leverkusen sein 200. Bundesliga-Spiel feiern. Seitdem Müller in der Bundesliga spielt, war er an unglaublichen 152 Toren beteiligt. Nur ein Spieler war in diesem Zeitraum noch besser: Stefan Kießling mit 155 Torbeteiligungen.

Neue Effektivität dank Tuchel

© gettyimages / Bongarts / Preiss

27 Tore hat der BVB in den sieben Pflichtspielen der noch jungen Saison erzielt und dabei noch keinen einzigen Punkt abgegeben. Kurz: So gut wie Thomas Tuchel ist noch nie ein neuer Trainer bei Borussia Dortmund gestartet. Um den besten Auftakt in einer Bundesliga-Saison hinzulegen, müsste der BVB gegen Hertha BSC aber mindestens mit drei Toren Unterschied gewinnen, denn 1994/95 legte Ottmar Hitzfeld mit neun Punkten und 12:2 Toren aus drei Spielen einen noch besseren Start hin. Am Ende wurde der BVB damals übrigens Meister.

Tuchel hat vor allem auch an der Chancenverwertung gearbeitet: In der Bundesliga brauchen die Schwarz-Gelben derzeit nur 4,4 Torschüsse für einen Treffer – das ist Ligaspitze. Sinnbild dafür: Henrikh Mkhitaryan. Der Armenier bringt es in sieben Pflichtspielen auf acht Tore. 2014/15 konnte er in 42 Pflichtspielen lediglich fünfmal jubeln.

VfB wird spät bestraft

© gettyimages / Dennis Grombkowski

Nach einer eindrucksvollen Vorbereitung zeigte der VfB Stuttgart an den ersten beiden Spieltagen, dass er mit attraktivem Powerfußball in dieser Saison auch wirklich gar nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben will. Allein: Der VfB ist noch noch ohne jeden Punkt. Die Schwaben kassierten an den ersten beiden Spieltagen fünf ihrer sechs Gegentore nach der 75. Minute. Der Tribut dafür, dass die Mannschaft  ligaweit die meisten Sprints (528) hingelegt hat?

Gegen Eintracht Frankfurt soll sich das ändern und so wurde unter Woche mit Toni Sunjic ein Stabilisator für die Innenverteidigung verpflichtet, der sogar schon WM-Erfahrung mit Bosnien-Herzegowina gesammelt hat.

Zoller wird zum Knipser

© imago / Jan Hübner

So wirklich hatte Simon Zoller beim 1. FC Köln niemand auf der Rechnung, war der Stürmer mangels Erfolgserlebnisse in der vergangenen Saison doch noch in die 2. Bundesliga zum 1. FC Kaiserslautern verliehen worden. Doch nun meldet sich der 24-jährige Stürmer eindrucksvoll zurück, steht sinnbildlich für den Aufschwung der Kölner und hat in der laufenden Saison in jedem Pflichtspiel einmal getroffen.

"Aus den Erfahrungen im ersten Bundesliga-Jahr habe ich gelernt und an ein paar Stellschrauben gedreht", sagt Zoller im Interview mit bundesliga.de. Das scheint hervorragend funktioniert zu haben, denn aktuell trifft er im Schnitt alle 45 Minuten.

Von Karol Herrmann