Köln - Das Duell der Toptorjäger geht weiter, die Aufsteiger wollen ihren Höhenflug weiterführen und Gladbachs Coach André Schubert seine Weiße Weste behalten. Diese 5 Dinge sollten Sie im Hinblick auf den 8. Spieltag wissen.

Fernduell der Ballermänner

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Das Duell der beiden Ballermänner der Bundesliga geht in die nächste Runde. Sowohl Robert Lewandowski als auch Pierre-Emerick Aubameyang haben schon einige Rekorde in dieser Saison aufgestellt, liegen mit 12 bzw. 10 Toren ganz vorne in der Torjägerrangliste. Nachdem das direkte Aufeinandertreffen der Topstürmer in der Vorwoche beim Klassiker zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund 2:1 für Lewandowski ausgegangen ist, geht es nun im Fernduell weiter.

Lewandowski ist auf bestem Wege, sogar Gerd Müller zu überflügeln. Sollte er seine Torquote halten, würde der Pole die Saison mit 51 Treffern (!) abschließen, elf mehr als Müller bei seinem Rekord für die Ewigkeit. Dennoch bleibt Lewy bescheiden: "Bei jedem Spiel geht es wieder von vorne, also bei Null los. Die Bundesliga bleibt eine Herausforderung", sagt er im Interview mit bundesliga.de. Beim SV Werder Bremen sollen aber schon ein paar Treffer dazukommen - beim letzten Match gegen die Norddeutschen schlug der Pole gleich doppelt zu.

Aubameyang ist gar der beste "Serientäter" der Bundesliga-Geschichte. Der Gabuner hat in jedem der acht Saisonspiele getroffen, Saison übergreifend sogar in den jüngsten zehn Partien in Folge. "Ich hoffe, dass ich weiter Tore machen werde", sagt der Stürmer selbst im Video. Nächste Gelegenheit ist Freitag Abend beim 1. FSV Mainz 05.

Gegen die alten Kollegen

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Fünf Jahre war Thomas Tuchel Chefcoach am Mainzer Bruchweg, zuvor schon ein Jahr A-Jugend-Trainer. In seiner Zeit konnte sich der 1. FSV Mainz 05 zwei Mal für die Europa League qualifizieren, mit 239 Punkten in 170 Spielen ist Tuchel bis heute der erfolgreichste Bundesliga-Coach der Rheinhessen. Klar, dass sich der Trainer über seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte mit Borussia Dortmund (Freitag ab 20 Uhr im Liveticker) ganz besonders freut. "Das wird schon etwas Besonderes werden", sagte Tuchel im Vorfeld der Begegnung, "vor allem wenn ich ein paar Freunde treffe und bekannte Gesichter sehen werde."

Ebenfalls auf alte Kollegen trifft Claudio Pizarro. Der Rückkehrer-König, der zum dritten Mal beim SV Werder Bremen spielt, empfängt mit seinem Team am Samstag (ab 15 Uhr im Liveticker) seinen Ex-Club FC Bayern München. Mit 176 Treffern liegt Pizarro auf Platz neun der ewigen Bundesliga-Torschützenliste und ist zugleich die Nummer eins unter allen ausländischen Profis der Bundesliga-Historie, 89 Mal traf er für Werder, 87 Mal für die Bayern. Klar, dass er sein Torkonto for Bremen gerade gegen den Deutschen Meister gerne aufstocken möchte.

Schubert will den vierten Sieg

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Als Interimscoach nach dem unerwarteten Abgang von Lucien Favre hatte Borussia Mönchengladbach seinen U23-Trainer André Schubert zu den Profis geholt. Doch plötzlich ist der 44-Jährige der erfolgreichste Neu-Coach in der Bundesliga-Geschichte der Fohlen (siehe auch Interview). Drei Siege in den ersten drei Spielen schaffte zuvor kein Gladbach-Chef. Die Borussia ist vom Letzten auf den 13. Tabellenplatz vorgestürmt, hat schon nur noch fünf Punkte Rückstand auf den Quali-Rang zur Champions League.

Bei Eintracht Frankfurt will Schubert nun am Samstag (ab 18 Uhr im Liveticker) den vierten Sieg in Serie einfahren. Das dürfte allerdings schwer werden. Die jüngsten drei Bundesliga-Begegnungen mit der Eintracht konnte Gladbach nicht gewinnen, verlor sogar zwei davon. Die Hessen sind zudem seit 14 Heimspielen ungeschlagen. Und im Topspiel am Samstag Abend sind sie besonders stark, gewannen die jüngsten fünf 18:30-Uhr-Spiele.

Meister der Effizienz

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Die Meister der Effizienz rollen die Bundesliga auf. Nur sechs Tore hat der FC Ingolstadt bisher erzielt. Doch damit holten die Schanzer schon stolze 14 Punkte. Der SV Darmstadt 98 hat sich bisher als eiskalt vor dem Tor erwiesen - 83 Prozent ihrer Großchancen konnten die Lilien verwerten. Beide Aufsteiger mischen auch deshalb überraschend die Bundesliga auf.

Beim VfB Stuttgart baut FCI-Coach Ralph Hasenhüttl am Sonntag (ab 17 Uhr im Liveticker) wieder auf seine starke Defensive. Schon fünf Mal haben die Oberbayern zu Null gespielt, öfter als der FC Bayern. Keeper Ramazan Özcan konnte 90 Prozent aller Schüsse auf seinen Kasten abwehren. Mit sechs Gegentoren stellt Ingolstadt die zweitbeste Defensive der Bundesliga.

Die Lilien können mit einem weiteren Erfolg beim FC Augsburg am Samstag (ab 15 Uhr im Liveticker) den Abstand zu den Abstiegsplätzen noch weiter ausbauen. Für den Aufsteiger aus Südhessen bedeuten die zehn Zähler nach den ersten acht Spielen schon jetzt Clubrekord. Gegen den FCA spricht die Bilanz allerdings nicht für Darmstadt. Seit der Wiedereinführung der Regionalliga 1994 trafen beide Clubs 16 Mal in der damals dritten Liga aufeinander - die Hessen gewannen nur drei bei zehn Niederlagen. Keines der jüngsten zwölf Begegnungen konnte Darmstadt gewinnen.

Noch mehr Heimkehrer

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Wenn Bayer 04 Leverkusen beim Hamburger SV am Samstag (ab 15 Uhr im Liveticker) antritt, dann treffen gleich sechs Akteure aufeinander, die schon einmal für den jeweils anderen Club aktiv waren: Leverkusens Hakan Calhanoglu und Jonathan Tah spielten einst in Hamburg, die HSV-Profis Emir Spahic, Pierre-Michel Lasogga und René Adler kickten bereits unterm Bayer-Kreuz, zudem war HSV-Coach Bruno Labbadia schon in Leverkusen aktiv.

Von den jüngsten zwölf direkten Duellen konnte der HSV nur zwei für sich entscheiden (sechs Bayer-Siege, vier Remis) - die letzten beiden Heimspiele. Leverkusen war zuletzt aber besonders in der Defensive überragend. Lenos Eigentor gegen den FCA war der einzige Gegentreffer in den jüngsten drei Bundesliga-Partien, in denen Bayer 04 gerade mal zwei gegnerische Schüsse auf Lenos Kasten zuließ! Das ist Top-Wert in Europas Top-Fünf-Ligen in diesem Zeitraum. Für den HSV kein gutes Omen. Den Hamburgern gelang in den jüngsten vier Bundesliga-Spielen nur ein Tor. Im gesamten Kalenderjahr trafen nur die mittlerweile erstarkten Berliner (23 Tore) seltener in der Bundesliga als die Hamburger (24).