München - Nach der Champions-League-Gala gegen Lille wartet für den FC Bayern München in der Bundesliga am Samstag mit der Überraschungsmannschaft Eintracht Frankfurt eine echte Bewährungsprobe. Die Revierrivalen FC Schalke 04 und Borussia Dortmund wollen den Anschluss an die Tabellenspitze nicht verlieren.

Während die "Knappen" mit dem wiedererstarkten SV Werder Bremen eine schwere Aufgabe vor der Brust haben, geht es für die Dortmunder zum FC Augsburg - bundesliga.de blickt auf alle Samstagsspiele des 11. Spieltags (alle Partien ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Noch am Mittwoch glänzte der FC Bayern beim 6:1-Schützenfest gegen Lille in der Champions League. Doch bereits kurz nach dem Abpfiff richtete Franck Ribery den Blick auf das Spitzenspiel gegen die Eintracht. "Wir müssen schon morgen vergessen, was heute war", sagte der Franzose. Gegen die Frankfurter wird wohl Mario Mandzukic zurückkehren, der in der "Königsklasse" wegen einer Erkältung fehlte und vom dreifachen Torschützen Claudio Pizarro optimal vertreten wurde. Der dritte Stürmer im Bunde ist noch nicht ganz so weit - allerdings arbeitet Mario Gomez fleißig an seiner Rückkehr. Sein Comeback könne in "zwei oder drei Wochen" anstehen, "es kann aber schon früher sein", sagte Gomez. Holger Badstuber und Emre Can werden dem Rekordmeister gegen die Eintracht weiterhin fehlen. Fraglich ist indes der Einsatz von Luiz Gustavo, der wegen einer Muskelverhärtung schon gegen Lille aussetzen musste.

Gäste-Trainer Armin Veh sieht seine Frankfurter vor dem Kräftemessen mit dem Spitzereiter in der Außenseiterrolle. "Im Moment scheint es, dass die Bayern in einer eigenen Liga spielen", sagt Veh, der die Aufgabe dennoch offensiv angehen will. "Ich halte es für kein probates Mittel, sich hinten reinzustellen und das haben wir auch nicht vor." Veh muss dabei allerdings auf Carlos Zambrano, Martin Amedick und Dorge Kouemaha verzichten.



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Durch das 2:2 nach 0:2-Rückstand haben die Schalker unter der Woche in der Champions League wieder Selbstvertrauen für die kommende Aufgabe getankt - schließlich gilt es gegen Werder die unglückliche 2:3-Niederlage bei 1899 Hoffenheim vergessen zu machen. "Momentan sieht es im Großen und Ganzen gut aus. Aber es wäre ein Fehler, mit dem bisher Erreichten zufrieden zu sein", sagt Joel Matip, der mit seinen Teamkollegen gegen Bremen wieder erfolgreich sein will. "Bremen ist seit vielen Jahren für guten Offensivfußball bekannt. Da sind wir defensiv gefragt." Allerdings fallen gerade in der Verteidigung mit Marco Höger, Atsuto Uchida und Christoph Metzelder drei Spieler verletzungsbedingt aus. So dürfte wohl Kapitän Benedikt Höwedes als Außenverteidiger aushelfen.

Der Bremer Aufschwung mit zuletzt drei Spielen in Folge ohne Niederlage ist eng mit einem Namen verknüpft: Aaron Hunt. Der derzeitige Kapitän traf vergangenen Sonntag doppelt gegen Mainz und hat in dieser Saison mit fünf Treffern bereits öfter getroffen als in den beiden zurückliegenden Spielzeiten. "Ich fühle mich im Moment mit meiner Rolle auf dem Platz wohl und profitiere natürlich davon, dass die Mannschaft sich in einer guten Form befindet und gut funktioniert", sagt Hunt im Gespräch mit bundesliga.de. Anders als bei Schalke, gibt es in Bremen Entwarnung bezüglich der gefährdeten Einsätze der Defensivspieler. Zwar fehlt Clemens Fritz definitiv, doch sowohl Sokratis und Sebastian Prödl kehrten nach kleineren Verletzungen wieder ins Training zurück. Unklar ist, ob Phillip Bargfrede die Reise ins Ruhrgebiet antreten kann - der Mittelfeldspieler musste das Freitagstraining wegen Beschwerden an der Achillesverse abbrechen.



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Mit Schwung kommt auch Meister Dortmund aus der Champions-League-Partie bei Real Madrid - trotz des Ausgleichs kurz vor Schluss ist das 2:2 bei den "Königlichen" ein respektables Ergebnis. "Wir sind in der Spur und wollen Ergebnisse holen", sagt Trainer Jürgen Klopp. "In Augsburg liegen noch Punkte, die wir gerne mitnehmen würden." Lukasz Piszceck und Ilkay Gündogan waren nach dem Spiel in Madrid leicht angeschlagen, sollten aber bis zum Duell mit dem FCA wieder fit sein. Sebastian Kehl bekommt nach seinem Nasenbeinbruch eine Pause, zumal bei ihm auch noch eine Reizung im Knie diagnostiziert wurde. Derweil kehrte Jakub Blaszczykowski nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder ins Mannschaftstraining zurück - ein Einsatz in Augsburg ist jedoch unwahrscheinlich.

Das Schlusslicht aus Augsburg trotzte in der vergangenen Saison dem Deutschen Meister beim Gastspiel in der Fuggerstadt ein 0:0 ab - eine derartige Wiederholung wäre für das Team von Markus Weinzierl ein großer Erfolg. Zumal es im Vergleich zur Vorsaison für den FCA daheim nicht mehr so gut läuft - schon drei Heimniederlagen setzte es in der SGL-Arena, in der vergangenen Rückrunde war es nur eine. Jan Moravek (muskuläre Probleme), Paul Verhaegh (Knöchel-OP), Giovanni Sio (Achillessehnenprobleme), Dominik Reinhardt (Zehen-OP) und Ronny Philp (Trainingsrückstand) werden gegen den BVB nicht auflaufen können. Kevin Vogts Einsatz entscheidet sich kurzfristig, da der Mittelfeldspieler über muskuläre Probleme klagt. Dafür kehrt Jan-Ingwer Callsen-Bracker zurück und auch Sascha Mölders wusste nach überstandener Verletzung jüngst bei seinen Einsätzen in der U 23 zu überzeugen. "Er ist ein Kandidat, aber man darf von ihm und Ja-Cheol Koo jetzt nach ihren schweren Verletzungen keine Wunderdinge erwarten", sagt Weinzierl.



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Quo vadis SCF? In der engsten Bundesliga aller Zeiten stehen die Breisgauer vor dem 11. Spieltag mit zwölf Zählern punktemäßig genau zwischen Platz 6 und Platz 15. Christian Streichs Elf holte nach Rückstand zuletzt in in Mönchengladbach immerhin noch einen Punkt. "Wir müssen jetzt wieder daran arbeiten, selbst in Führung zu gehen. Dann gibt es auch mehr Räume, man steht besser und man kann selber mal in die Kontersituation gehen", sagt Streich, der gegen den HSV weiterhin auf die Abwehrspieler Matthias Ginter und Immanuel Höhn verzichten muss. Im Mittelfeld stehen hinter den Einsätzen von Johannes Flum (grippaler Infekt) und Daniel Caligiuri (Infekt) kleinere Fragezeichen - Fallou Diagne kehrte nach muskulären Problemen im Laufe der Woche wieder ins Training zurück.

HSV-Coach Thorsten Fink muss nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Michael Mancienne seine Abwehr umbauen. Gut möglich, dass Sommer-Neuzugang Paul Scharner in Freiburg nach überstandener Verletzung endlich ran darf. Auch Jeffrey Bruma kommt als Alternative infrage. "Beide haben unter der Woche in der U 23 gespielt und machen einen sehr guten Eindruck. Aber Paul ist der erfahrenere Spieler. Deswegen hat er die Nase ein Stück weit vorne", sagt Fink. Eine weitere Baustelle ist das linke Mittelfeld, da Petr Jiracek und Ivo Ilicevic weiter ausfallen. Der Ex-Freiburger Dennis Aogo stunde als weitere Option auf der linken Defensivseite bereit, sollte Marcell Jansen ins Mittelfeld vorrücken.



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Die Fortuna ist nach zuletzt vier Niederlagen in Folge in der Tabelle bis auf den 15. Platz abgerutscht - gegen 1899 Hoffenheim soll nun endlich der erste Heimsieg gelingen. Nicht mithelfen kann allerdings Stürmer Dani Schahin, der sich am Donnerstag einen Kapselriss im Sprunggelenk zugezogen hat. Ob Nando Rafael, den Adduktorenprobleme plagen, spielen kann, ist noch nicht sicher. Eine mögliche Alternative wäre Andriy Voronin, der zuletzt von Trainer Norbert Meier nicht berücksichtigt wurde. In der Defensive muss Meier weiterhin ohne Stelios Malezas auskommen, außerdem fehlt Bruno Soares (Hüft-OP). Oliver Fink - mit Hoffenheims Sejad Salihovic der einzige Spieler, der schon zwei Mal in dieser Saison vom Platz flog - hat seine Rotsperre abgesessen und steht gegen die Kraichgauer wieder zur Verfügung.

Die Gäste wollen nach dem knappen Heimsieg gegen Schalke nun auch auswärts punkten - Trainer Markus Babbel sieht jedoch gegen die Düsseldorfer ein hartes Stück auf seine Mannschaft zukommen. "Die geben 90 Minuten Vollgas und wir müssen denselben Aufwand betreiben. Wir haben gegen Schalke gesehen, was möglich ist, wenn jeder 100 Prozent Leistung bringt. Das wird auch gegen Düsseldorf wichtig sein", sagt Babbel, der vor allem in der Defensive Verletzungssorgen zu beklagen hat. Neben Chris und Jannik Vestergaard, die sicher ausfallen, ist auch der Einsatz von Matthieu Delpierre wegen einer Muskelverhärtung gefährdet. Als Alternative käme Nachwuchsspieler Pelle Jensen infrage. "Er hat in der Regionalliga hervorragende Spiele absolviert und strahlt für sein junges Alter schon sehr viel Ruhe am Ball aus", sagt Babbel über den 20-Jährigen.



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