Protagonisten des 1. Spieltags: Philippe Coutinho, Paco Alcacer und Kai Havertz - © imago images
Protagonisten des 1. Spieltags: Philippe Coutinho, Paco Alcacer und Kai Havertz - © imago images
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1. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Köln - Der FC Bayern München gewinnt zum Auftakt nicht, startet aber prompt eine Transferoffensive, Borussia Dortmund setzt sich mit einem furuosen Kantersieg gleich an die Tabellenspitze, Kai Havertz macht da weiter, wo er aufgehört hat, Werder Bremen mit neuem Bundesliga-Rekord. Die Themen des 1. Spieltags.

1) Bayern startet Transfer-Offensive

Der FC Bayern München ist mit gemischten Gefühlen in die Saison gestartet. Nach zuletzt sechs Auftaktsiegen in Folge konnten die Bayern das Eröffnungsspiel 2019/20 gegen Hertha BSC nicht gewinnen (2:2). Nach einer standesgemäßen Führung musste die Mannschaft von Niko Kovac schließlich sogar noch einem Rückstand hinterherlaufen. "Wir haben nicht schlecht gespielt und viele Chancen gehabt. Die haben wir aber leider nicht genutzt", fasste es Doppeltorschütze Robert Lewandowski treffend zusammen. Am Ende fehlte auch ein wenig die Durchschlagskraft gegen tief stehende Berliner.

Doch die Enttäuschung war nur von kurzer Dauer: Bereits wenige Augenblicke nach Schlusspfiff bestätigte Sportdirektor Hasan Salihamidzic die Einigung mit dem FC Barcelona über eine bevorstehende Leihe von Philippe Coutinho. Der brasilianische Nationalspieler gilt als Edeltechniker und ist auf Linksaußen gewiss auf Weltklasse-Niveau einzuordnen. Der zuletzt in der Breite etwas dünn besetzte Kader wird nun also verstärkt, auch, weil man außerdem mit Mickale Cuisance ein hoch veranlagtes Mittelfeldtalent von Borussia Mönchengladbach an die Isar holt. Auch dies bestätigte Salihamidzic nach der Partie. Mit dieser Transfer-Offensive scheint der Rekordmeister dann endlich gerüstet für die jetzt bereits laufende Spielzeit.

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2) BVB stürmt an die Spitze

Erst schläfrig, dann nicht mehr zu bremsen: Bereits nach 34 Sekunden hatte sich Borussia Dortmund beim Spiel gegen den FC Augsburg das erste Gegentor eingefangen und nach dem prompten Augleich durch Paco Alcacer (3.) tat sich der Vizemeister im eigene Stadion gegen anschließend seht tief stehende Augsburger zunächst etwas schwer, die Lücken zu finden. Als der Knoten dann aber einmal gelöst war, ging es Schlag auf Schlag: Jadon Sancho, Marco Reus und erneut Alcacer stellten nach der Pause binnen acht Minuten auf 4:1. Am Ende durfte sich mit Julian Brandt auch noch ein Neuzugang in die Torschützenliste eintragen.

Mit diesem 5:1-Sieg setzt der BVB gleich mal ein dickes Ausrufezeichen und übernimmt sofort die Tabellenführung. Für die Borussia war es in der Bundesliga-Geschichte zudem der höchste Auftaktsieg. "Ein geiles Gefühl, besser hätten wir nicht starten können", sagte Mittelfeldspieler Julian Weigl nach der Partie. Sportdirektor Michael Zorc trat jedoch ein wenig auf die Euphoriebremse: "Wichtig war, dass wir schnell ausgeglichen haben. Es ist insgesamt ein guter Start, aber mehr auch nicht.“

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Borussia Dortmund um Doppelpacker Paco Alcacer spielt sich bisweieln in einen Rausch - 2019 Getty Images

3) Havertz direkt wieder auf Top-Niveau

In der letzten Saison war er der große Shootingstar der Bundesliga und auch 2019/20 macht Kai Havertz genau der weiter, wo er aufgehört hat. Der beste Torschütze von Bayer Leverkusen aus der Vorsaison ist auch diese Spielzeit gleich wieder on fire und ließ seinem Pokaltor in Aachen auch zum Bundesliga-Start einen Treffer folgen. Saisonübergreifend traf der 20-Jährige in seinen letzten sechs Pflichtspielen im Bayer-Dress. Besonders überragend: Sein Weltklasse-Lupfer zum 2:1 in der 19. Minute.

Dennoch machte es der mutige Aufsteiger aus Paderborn der Werkself um Havertz bisweilen sehr schwer. Die Ostwestfalen überzeugten mit mutigem Offensivfußball und hätten zwischenzeitlich durchaus in Führung gehen können. "Was andere über uns urteilen, kann uns egal sein", sagte Abwehrspiele Uwe Hünemeier und fügte hinzu: "Heute hat jeder gesehen, dass wir in die Bundesliga gehören." Am Ende entschied jedoch die individuelle Klasse von Havertz, Bailey und Volland die äußerst unterhaltsame Partie.

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Abermals genial: Kai Havertz - imago images / Jan Huebner

4) Werder neuer Rekord-Bundesligist

Am Ende hätte der SV Werder Bremen den neuen Bundesliga-Rekord wahrscheinlich sehr gerne gegen drei Punkte eingetauscht, denn der Auftakt der Elf von Florian Kohfelt ging gegen Fortuna Düsseldorf mit 1:3 gründlich in die Hose. Dabei hatte sich Werder mit 25:12 Torschüssen und 63 Prozent Ballbesitz ein klares Übergewicht erspielt. Am Ende war Düsseldorf aber schlicht effektiver. Und so geriet es eher zu einer Randnotiz, dass Bremen nun der neue Rekord-Bundesligist ist: Die Partie gegen die Fortuna war das 1867. Bundesliga-Spiel für die Grün-Weißen. Und somit hat Werder einmal mehr Bundesliga gespielt als der einstige Dino Hamburger SV.

>>> Spielbericht: Werder - Düsseldorf 1:3

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Keine Mannschaft hat öfter in der Bundesliga gespielt als der SV Werder Bremen - imago images / Nordphoto

5) Leipzig erbarmungslos bei Union-Premiere

Bei der Bundesliga-Premiere des 56. Clubs in der Beletage des Deutschen Fußballs musste der 1. FC Union Berlin ordentlich Lehrgeld bezahlen. Gegen ein furios aufspielendes RB Leipzig gab es für den Aufsteiger aus Köpenick nicht den Hauch einer Chance. Als überragener Mann agierte dabei Marcel Sabitzer. Der Österreicher war gleich an vier Toren (ein Treffer, drei Assists) direkt beteiligt. Nicht minder beeindruckend: Linksverteidiger Marcel Halstenberg, der ebenso ein Tor und eine Vorlage beisteuern konnte.

>>> Spielbericht: Leipzig vermasselt Unioner Bundesliga-Premiere

Überragendes Duo bei Leipzig: Marcel Sabitzer und Marcel Halstenberg - imago images / Jan Huebner