Köln - Bislang galt in der Bundesliga die Faustregel, dass 40 Punkte sicher zum Klassenerhalt reichen. Denn der Abstiegskampf ist super spannend, die halbe Bundesliga mischt mit. Nur sechs Punkte liegen zwischen dem FC Schalke 04 auf Platz neun und dem Hamburger SV auf Platz 16. Hier gibt es alle wichtigen Fakten.

Lange ist's her: Zwischen Platz neun (S04, 33 Punkte) und Platz 16 (HSV, 27) sind es aktuell nur sechs Punkte Abstand. So knapp war es in der Bundesliga zuletzt vor zehn Jahren in der Saison 2006/07 (da sogar nur drei Zähler zwischen Rang 9 und 16).

Es geht auch anders herum: Es gab auch schon Spielzeiten, da betrug der Abstand des Neunten zum Sechzehnten zu diesem Zeitpunkt 17 Punkte (u.a. 2007/08).

Schneckenrennen ist nicht selten: 2013/14 beispielsweise hielt der HSV (via Relegation) die Klasse, obwohl die Norddeutschen nur 27 (!) Punkte holten. In dieser Saison ist das anders: Der HSV steht mit 27 Punkten mal wieder auf dem Relegationsrang, mehr Punkte zu diesem Zeitpunkt hatte ein Sechzehnter im Zeitalter der Drei-Punkte-Regel noch nie (Eintracht Frankfurt kam 2006/07 auch 27 Punkte).

Leverkusen muss aufpassen

Selbst der Sechste ist nicht sicher: Teams wie der 1. FC Köln (37 Punkte), Eintracht Frankfurt (36) und der SC Freiburg (35) müssen sich bei aktuell zehn, neun bzw. acht Punkten Vorsprung nach unten wohl keine Sorgen mehr machen, auch wenn es bei dem knappen Tabellen-Bild plötzlich ganz schnell gehen kann.

Europacup oder 2. Bundesliga – alles ist möglich: An den letzten fünf Spieltagen schmolz beispielsweise der Vorsprung des 1. FSV Mainz 05 auf den Relegationsplatz von neun auf zwei und der des FC Augsburg von acht auf zwei. Der HSV machte in den letzten drei Spielen sechs Punkte auf Ingolstadt gut, Werder Bremen distanzierte die Schanzer in den letzten fünf Spielen von einem auf zehn Zähler.

Warnende Beispiele gibt es einige: Das jüngste aus der letzten Saison, denn da lag der VfB Stuttgart nach 25 Spieltagen näher an den Europa-League-Rängen als an den direkten Abstiegsplätzen. Die Schwaben hatten sieben Punkte Vorsprung auf den Relegations- und sogar zehn auf den ersten direkten Abstiegsplatz. Der VfB stieg nach nur zwei Punkten aus den letzten neun Spielen dennoch ab (als Siebzehnter).

Hamburg und Bremen im Aufwind

Konstanz ist Trumph: Es gibt nur wenige Mannschaften, die in dieser Saison durchgehend konstante Leistungen bringen. Das macht Prognosen schwierig, in dieser Saison gab und gibt es viele Verschiebungen. Und das spricht für ein spannendes Saisonfinish.

Steigerung nach der Winterpause: Der HSV holte in der Rückrunde schon mehr Punkte (14) als in der Hinrunde (13), Bremen gewann alleine in den letzten fünf Spielen genauso oft (vier Mal) wie in der ganzen Saison davor und Mönchengladbach verdoppelte seine Punktzahl in den Spielen nach der Winterpause (16 Punkte in neun Spielen unter Dieter Hecking, davor 16 Punkte in 16 Spielen).

Bitterer Saisonstart: Schalke leidet immer noch unter dem Fehlstart; ohne die fünf Niederlagen an den ersten fünf Spieltagen würden die Königsblauen um die Champions-League-Plätze mitspielen.

Eingebrochen: Vor der Winterpause gut, danach schlecht, das trifft vor allem auf Frankfurt zu – die Hessen überwinterten auf Platz vier, doch 2017 ist die SGE das Team mit der schwächsten Bilanz. Auch RB Leipzig, Mainz und Hertha BSC bauten ab.

Landet Mainz am Ende in der Relegation?

Eine Spielerei: Wenn alle Mannschaften an den verbleibenden neun Spieltagen so viele Punkte holen, wie bisher in der Rückrunde (hoch gerechneter Punkteschnitt), dann ergäben sich in der Tabelle noch einige Veränderungen.

  • Bremen und Hamburg würden noch einige Plätze gut machen und auf den Rängen 11 und 12 einlaufen.

  • Leverkusen entginge als Fünzehnter nur knapp der Relegation, in die der 1. FSV Mainz 05 mit 38 Punkten müsste.

  • Mit so vielen Punkten nur auf Rang 16, das gab es in der Bundesliga-Geschichte nur einmal, 1997/98 musste der Karlsruher SC mit 38 Punkten absteigen.