Köln - Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski treffen weiter, wie sie wollen. Beide Topstürmer stehen nach erst zehn Spieltagen mit jeweils 13 Toren an der Spitze der Torjägerliste. bundesliga.de hat die wichtigsten Fakten zu den überragenden Stürmern von Borussia Dortmund und Bayern München zusammengestellt.

In den ersten 52 Jahren Bundesliga gab es nur zwei Spieler, die nach zehn Spieltagen mehr als ein Dutzend Tore erzielt hatten: Gerd Müller 1968/69 mit 15 Toren und Kölns Christian Müller 1964/65 mit 13 Treffern – wir erleben also ein historisches Wettschießen, denn seit 47 Jahren war kein Spieler mehr so treffsicher wie jetzt gleich zwei Top-Stürmer: Aubameyang erzielte 45 Prozent der BVB-Tore, Lewandowski, der seltener spielte, 39 Prozent der Bayern-Tore. Treffen Aubameyang und Lewandowski weiter so wie bisher, dann werden beide am Saisonende mehr als 40 Tore erzielt haben.

Pierre-Emerick Aubameyang

  • Aubameyang war in seinen 17 BVB-Pflichtspielen dieser Saison 20 Mal als Torschütze erfolgreich. In Qäbälä und gegen Augsburg schnürte er zwei Dreierpacks in Folge (Aubameyang im Interview). Auch seinen zuvor einzigen Dreierpack hatte Aubameyang gegen Augsburg erzielt, gleich bei seinem Bundesliga-Debüt.

  • Als erster Spieler der Bundesliga-Geschichte erzielte Aubameyang an den ersten acht Spieltagen einer Saison immer mindestens ein Tor, erst am 9. Spieltag in Mainz ging er leer aus (gab dafür aber zwei Torvorlagen).

  • Saisonübergreifend hatte Aubameyang sogar an zehn Spieltagen in Folge immer getroffen und damit den historischen Rekord von Klaus Allofs aus dem Jahr 1984 eingestellt. Robert Lewandowski traf im BVB-Trikot sogar mal in zwölf persönlichen Spielen in Folge, verpasste während dieser Serie aber zwei Partien der Borussia.

  • Nur Aubameyang traf in dieser Bundesliga-Saison schon fünf Mal auswärts, zu Hause war er sogar acht Mal erfolgreich. Er war insgesamt extrem treffsicher, verwertete 13 von 38 Torschüssen und zehn von zwölf Großchancen.

  • Drei Treffer legte Aubameyang auf, ist mit 16 direkten Torbeteiligungen Topscorer der Bundesliga. Als zentraler Stürmer fühlt er sich wohler als auf dem Flügel, im Strafraum kann er seinen Torinstinkt richtig ausspielen – seine Tore erzielte er meist aus Nahdistanz, bevorzugt am langen Pfosten.

  • Nur Thomas Müller (vier von fünf) verwandelte in dieser Saison einen Strafstoß mehr als Aubameyang (drei, wie Verhaegh). Überhaupt vergab er in der Bundesliga noch nie einen Strafstoß, alle fünf Versuche waren drin.

  • Schon letzte Saison war er sowohl in der Bundesliga (16 Treffer) als auch wettbewerbsübergreifend (25 Pflichtspieltore) der Top-Torschütze des BVB. 16 Tore waren ein neuer persönlicher Saisonrekord für den Gabuner.

Robert Lewandowski

  • Lewandowski hatte im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt der Saison erst fünf Tore auf dem Konto (am Ende dann 17 Saisontore; Platz 2 hinter Alex Meier).

  • Der Pole erzielte in den letzten fünf Bundesliga-Spielen 10 Tore. Er ist ein kompletter Stürmer, kann per Kopf, mit rechts und links abschließen, sowohl flache Bälle in den Fuß oder in den Lauf als auch hohe Eingaben vom Flügel verarbeiten, sich gegen mehrere Gegner behaupten und mit den offensiven Mittelfeldspielern kombinieren - besser geht's nicht.

  • In dieser Saison traf Lewandowski mit 48 Torschüssen 13 Mal, er brauchte also weniger als vier Torschüsse für ein Tor (letzte Saison noch sechs). Er gab auch ligaweit die meisten Torschüsse ab.

  • Der FCB-Star war fast genauso oft am Ball wie letzte Saison, er bestritt auch in etwa gleich viele Zweikämpfe. Aber seine Gewinnquote ist in dieser besser (51 Prozent) als letzte Saison (42 Prozent), gerade am Boden.

  • In der gesamten letzten Saison erzielte Lewandowski kein einziges Tor nach einer Flanke. In dieser Saison war der Pole schon vier Mal nach einer Flanke aus dem Spiel erfolgreich – Ligaspitze!

  • Bayern schlug diese Saison zwar nicht mehr Flanken aus dem Spiel, aber bessere: Jede 24. Flanke führte zu einem Tor, letzte Saison war es nur jede 73.! Bei 17 der letzten 19 Lewandowski-Tore standen Robben und Ribery nicht auf dem Platz!

  • Alle 13 Saisontore erzielte er in der zweiten Spielhälfte. Nach seinem legendären Fünferpack gegen Wolfsburg ist Lewandowski natürlich der beste Joker der Liga: sechs Saisontore gelangen ihm als Einwechselspieler.

  • Lewandowski erzielte in der Bundesliga im Schnitt alle 125 Minuten ein Tor – unter den Spielern, die mindestens 25 Bundesliga-Spiele bestritten, ist das der sechstbeste Wert. Nur Gerd Müller (105 Minuten pro Tor), Mario Gomez (113), Arjen Robben, Marcio Amoroso (beide 124) und Timo Konietzka (125) waren noch effektiver. Im Bayern-Trikot traf Lewandowski sogar alle 106 Minuten, also Gerd-Müller-Niveau.

  • "Lewy" war in 171 Bundesliga-Spielen an 148 Toren beteiligt (104 Tore). Unter den ausländischen Spielern der Bundesliga-Historie liegt er nach Toren auf Platz 5. Nur Ailton, Stephane Chapuisat (jeweils 106 Tore), Giovane Elber (133) und Claudio Pizarro (176) trafen öfter als der Pole.

  • Seit er in der Bundesliga spielt (2010), erzielte Lewandowski mit Abstand die meisten Tore (104). In den letzten vier seiner fünf Bundesliga-Jahre landete er in der Torschützenliste in der Top 3 (2013/14 holte er die Kanone).

Die große Torjäger-Analyse:

Infografik: So trifft Pierre-Emerick Aubameyang

Infografik: So trifft Robert Lewandowski