Köln - In zwei Wochen startet die Bundesliga nach der Winterpause in die Rückrunde. Mit der Partie Hamburger SV gegen Bayern München wird das zweite Halbjahr eröffnet. bundesliga.de hat untersucht, welche Bedeutung ein gelungener Start in die Rückserie für den weiteren Saisonverlauf spielt und die wichtigsten Fakten zusammnengestellt.

Nur in 54 Prozent aller Fälle (28 von 52) gewann der spätere Meister sein Rückrundenauftaktspiel. Da die Deutschen Meister insgesamt 61 Prozent der Spiele einer kompletten Saison gewonnen haben, ist der Rückrundenauftakt also eher eine „unwichtige“ Partie für den weiteren Saisonverlauf (die späteren Meister schneiden hier erfolgloser ab als an anderen Spieltagen).

Elf spätere Meister starteten mit einem Remis in die Rückrunde, 13 wie etwa im Vorjahr die Bayern sogar mit einer Niederlage (2014/15 mit 1:4 in Wolfsburg)! 2009 trennte sich der spätere Meister letztmals zum Rückrundenauftakt mit einem Remis: Wolfsburg stand nach einem 1:1 in Köln mit elf Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze auf Rang 8. Wohl niemand dachte damals daran, dass der VfL den Titel holen würde.

Allein elfmal ist der FC Bayern Meister geworden, obwohl er sieglos in die Rückrunde gestartet ist (fünf Remis und sechs Niederlagen). Der Rekordmeister leistete sich auch die höchste Rückrundenstartschlappe eines späteren Meisters: Am 18. Spieltag der Saison 1989/90 gingen die Münchner in Nürnberg mit 0:4 unter, rutschten auf Rang drei ab. Am Saisonende wurde man trotzdem souveräner Meister (sechs Punkte Vorsprung vor dem 1. FC Köln).

Ein Rückrundenstartsieg ist kein Garant für den Klassenerhalt

Immerhin 60 von 133 späteren Absteigern (45 Prozent) haben zum Start der Rückrunde gepunktet, immerhin 17 Prozent (22 Teams) sind mit einem Sieg in die Rückrunde gestartet. In der letzten Spielzeit startete etwa Freiburg mit einem furiosen 4:1 gegen Frankfurt in die Rückrunde, in der Saison zuvor hatte Nürnberg mit einem 4:0 gegen Hoffenheim das neue Jahr begonnen, dennoch ging es am Ende eine Etage tiefer.

Der Club gewann 2013/14 sogar die ersten beiden Rückrundenspiele und stieg dennoch ab, was ansonsten nur Mainz (2006/07) und Cottbus (2002/03) passierte. Auch der KSC gewann beispielsweise am 18. Spieltag der Saison 1997/98 in Bremen mit 4:2 und kletterte auf Rang 10. Dass die Saison für Dundee, Häßler & Co mit einem Abstieg enden sollte, war damals nicht abzusehen.

2010 startete Hertha mit einem furiosen 3:0-Auswärtssieg in Hannover – und die große Aufholjagd blieb trotzdem aus, die Berliner blieben bis zum Saisonende das Tabellenschlusslicht. Ähnliches widerfuhr Energie Cottbus, die 2003 zum Rückrundenstart den damaligen Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen in der BayArena mit 3:0 zerlegten und trotzdem absteigen musste.

Die größten Tabellen-Verbesserungen

Ein Sprung um zehn Tabellenplätze war bislang in der Bundesliga-Geschichte die größte tabellarische Verbesserung einer Mannschaft. Das schaffte mit Dortmund im Vorjahr nach Hamburg (2007) und Schalke (1969) erst zum dritten Mal eine Mannschaft.

Die größte Aufholjagd im Meisterrennen legte der VfL Wolfsburg in der Saison 2008/09 hin: Nach der Hinrunde lagen die Niedersachsen nur auf Platz neun mit je neun Punkten Rückstand auf Hoffenheim und Bayern München. Durch eine starke Rückrunde mit 43 Punkten wurde der VfL noch Meister.

Die beste Aufholjagd im Kampf um den Klassenerhalt legte Eintracht Frankfurt 1999/00 hin: Die Hessen waren nach der Hinserie Tabellenletzter mit nur neun Punkten und zehn Zählern Rückstand aufs rettende Ufer, in der Rückrunde war die Eintracht mit 30 Punkten dann das drittbeste Team und sicherte sich am 34. Spieltag durch ein 2:1 gegen Ulm den Klassenerhalt.

Weitere Rückrundenfakten

Über die gesamte Saison gesehen gewann Rekordmeister Bayern in seiner Ligahistorie 58 Prozent aller Spiele, doch zum Rückrundenstart sind es nicht einmal die Hälfte (46 Prozent). Schalke 04 feierte nicht nur historisch die meisten Auftaktsiege einer Rückrunde, sondern gewann als einziges Team auch in den letzten vier Jahren stets den Jahresauftakt.

Die beste Siegesserie zum Rückrundenstart legte Bayern München 2012/13 hin: Nur der Rekordmeister gewann historisch die ersten 14 Spiele einer Rückrunde! Damals stoppte erst Borussia Dortmund am 32. Spieltag beim 1:1 die Siegesserie des FCB. Die Bayern spielten 2012/13 auch die historisch beste Rückserie der Bundesliga-Historie (16 Siege und ein Remis).

Gladbach gelang Rekordsieg

Ungeschlagen in einer kompletten Rückrunde blieben nur vier Teams, zwei Mal waren es die Bayern: Eintracht Frankfurt 76/77 (elf Siege, sechs Remis), Bayern München 1986/87 (zwölf Siege, fünf Remis), Borussia Dortmund 2011/12 (15 Siege, zwei Remis) und Bayern 2012/13 (16 Siege, ein Remis).

Den höchsten Sieg zum Rückrundenstart feierte Borussia Mönchengladbach am 7. Januar 1967 (18. Spieltag 66/67): Gegen Schalke 04 gelang dem Team von Hennes Weisweiler ein 11:0-Erfolg (Tore: Rupp vier, Laumen drei, Heynckes, Netzer je zwei).