Köln - Am 13. Spieltag messen sich die letzten vier Teams der Tabelle in direkten Duellen. Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 hat es zu diesem Saisonzeitpunkt nie zuvor ein so punktearmes Quartett am Tabellenende wie derzeit gegeben. bundesliga.de hat zusammengestellt, welche Fakten trotzdem für den Klassenerhalt der bedrohten Clubs sprechen.

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  • Alle vier Mannschaften haben jeweils acht der zwölf Saisonspiele verloren.

  • Die beiden Teams auf den direkten Abstiegsplätzen müssen jeweils auswärts antreten. Niederlagen wären sowohl für Ingolstadt als auch für den HSV ziemlich fatal. Der FCI kann mit einem Sieg die direkten Abstiegsplätze allerdings verlassen, der HSV kann den Anschluss zum rettenden Ufer herstellen.

Darmstadt setzt auf die Heimstärke

  • Die Lilien standen seit dem Aufstieg im Sommer 2015 nie auf einem direkten Abstiegsplatz und nur ein einziges Mal auf dem Relegationsrang (nach dem wenig aussagekräftigen 1. Spieltag dieser Saison).

  • Das Team von Norbert Meier verlor zuletzt erstmals seit der Bundesliga-Rückkehr vier Spiele in Folge, fünf Bundesliga-Niederlagen in Folge gab es für Darmstadt überhaupt noch nie.

  • Hoffnung macht die Tatsache, dass nun ein Heimspiel ansteht: Die Meier-Elf holte alle acht Punkte in dieser Saison zu Hause; im Jonathan-Heimes-Stadion ist die Bilanz immerhin ausgeglichen (zwei Siege, zwei Remis, zwei Niederlagen, 7:7 Tore). Der Klassenerhalt geht anscheinend nur über Punktgewinne daheim.

  • Letzte Saison war der damalige Aufsteiger noch auswärts sehr stark (Platz vier der Auswärtstabelle) und sicherte sich so den Klassenerhalt (Platz 17 der Heimtabelle).

  • Darmstadt hat zwar noch nie ein Heimspiel gegen den HSV gewonnen (siehe unten), seit der Bundesliga-Rückkehr holten die Lilien aber vier Punkte gegen die Norddeutschen (letzte Saison 1:1 zu Hause und 2:1 in Hamburg).

  • Aytac Sulu erzielte gegen den HSV sein letztes Bundesliga-Tor (am 9. April traf er beim 2:1-Sieg zum 1:0).

Werder Bremen: stark gegen direkte Konkurrenten

  • Seit fünf Spielen ist das Team von Alexander Nouri sieglos und holte daraus nur einen von 15 möglichen Punkten.

  • Werder hatte nur einmal zuvor in der Liga-Geschichte eine genauso schwache Bilanz wie aktuell, in der Saison 1974/75 standen zu diesem Zeitpunkt auch acht Niederlagen zu Buche.

  • Wie schon Ende der Vorsaison, als mit Heimsiegen gegen den VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt der Klassenerhalt perfekt gemacht wurde, ist Werder auch in dieser Spielzeit stark gegen die direkte Konkurrenz: Von den bisherigen drei Duellen gegen die Teams, die aktuell auf den letzten fünf Plätzen stehen, verloren die Bremer keines (Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg, Remis in Darmstadt und Hamburg).

  • Dass Werder absolut konkurrenzfähig ist, beweis die Tatsache, dass die Norddeutschen in der Hälfte aller Spiele in Führung lagen (sechs von zwölf). Allerdings verlor der SVW schon drei Mal nach Führung, immer in Heimspielen.

  • Serge Gnabry stellte in Hamburg einen Bundesliga-Rekord ein, als erster Spieler seit dem damaligen Rostocker Steffen Baumgart (1995/96) war der Olympiaheld in seinen ersten fünf Bundesliga-Auswärtsspielen als Torschütze erfolgreich. Der 21-Jährige ist bester Torschütze der Bremer, doch hat die Sache zwei Haken: Zum einen gewann Werder keines der fünf Spiele mit seinen Toren, zum anderen ist er im heimischen Stadion noch torlos.

FC Ingolstadt 04 im Aufwärtstrend

  • Seit dem 6. Spieltag belegt Ingolstadt ununterbrochen einen der letzten beiden Plätze, mit einem Erfolg in Bremen würde sich das ändern.

  • Die Formkurve unter Maik Walpurgis zeigte bei Ingolstadt zuletzt deutlich nach oben, in seinen beiden Bundesliga-Spielen holten die Schanzer vier Punkte und damit doppelt so viele wie in den zehn Partien unter Vorgänger Markus Kauczinski.

  • Es hätte auch die volle Ausbeute sein können, war der FCI doch gegen Wolfsburg die klar bessere Mannschaft und vom Pech verfolgt. Zunächst verschoss Moritz Hartmann erstmals in der Bundesliga einen Strafstoß, später trafen die Schanzer erstmals in einem Bundesliga-Spiel gleich drei Mal Aluminium.

  • Der FC Ingolstadt gewann in der letzten Saison beide Partien gegen Werder, in Bremen gab es einen 1:0-Erfolg und daheim siegten die Schanzer mit 2:0.

  • Die Bilanz ist gegen die Grünweißen also makellos und das ist einzigartig: Nur gegen Werder gab Ingolstadt in der Bundesliga noch keinen Punkt ab und kassierte kein Gegentor.

Hamburger SV hat Torflaute beendet

  • Erst als sechstes Team der Bundesliga-Historie ist der HSV auch nach zwölf Spieltagen noch sieglos und von seinen Vorgängern schaffte einzig der 1. FC Köln 1991/92 noch den Klassenverbleib (und sogar den Sprung nach Europa).

  • Immerhin hat der HSV zuletzt erstmals in dieser Saison in zwei aufeinander folgenden Bundesliga-Spielen gepunktet (jeweils 2:2 bei 1899 Hoffenheim und gegen Werder Bremen).

  • In diesen beiden Spielen begann der HSV jeweils mit der gleichen Startelf. Die Kontinuität tat den Rothosen gut. Nachdem man an den ersten neun Spieltagen zusammen nur zwei Mal getroffen hat, erzielte man in den letzten drei Spielen jeweils zwei Tore.

  • Der HSV hat die Zeichen der Zeit erkannt: 118,3 Kilometer legte der HSV am letzten Spieltag gegen Bremen zurück und damit mehr als in jedem anderen Saisonspiel.

  • Die HSV-Bestmarke vom Spieltag zuvor hielt also nur eine Woche. Auch die 17 Torschüsse gegen Werder bedeuteten für die Hamburger einen neuen Saisonrekord.

  • Hamburg hat in Darmstadt noch kein Spiel verloren; in der Bundesliga und im DFB-Pokal gab es zwei Siege und zwei Unentschieden.

  • Nicolai Müller schwang sich zuletzt zum Hoffnungsträger auf: Der 29-Jährige war in den letzten drei Bundesliga-Spielen an vier Toren beteiligt (drei Tore, eine Torvorlage). In Darmstadt erlebt Müller so etwas wie ein Derby, er wurde nur 67 Kilometer entfernt von Darmstadt geboren.

Video: Neustart - Der HSV will mit Gisdol wieder angreifen