Köln - Im Jahr 2009 wurde die Relegation nach einer Unterbrechung von 18 Jahren wieder eingeführt. Damals setzte sich der Zweitligist aus Nürnberg locker gegen den Bundesligisten aus Cottbus mit 3:0 und 2:0 durch. Die Franken sind auch in diesem Jahr wieder dabei, wenn es gegen den Bundesligisten Eintracht Frankfurt um den letzten noch offenen Platz in der Eliteliga geht.

Der Bundesligist hatte die Nase meist vorn

In den bisherigen 17 Relegationsduellen setzte sich zwölf Mal der Erstligist durch, nur fünf Mal der Zweitligist. In mehr als zwei Dritteln aller Duelle hatte der Bundesligist also das bessere Ende für sich. Die ersten zehn Duelle gab es von 1982 bis 1991, am Ende der Saison 2008/09 feierte dann eine fast vergessene Prozedur ihr Comeback.

In der Neuzeit setzte sich sechs Mal der Bundesligist durch (2015 und 2014 der Hamburger SV, 2013 Hoffenheim, 2011 Mönchengladbach und 2010 Nürnberg), zwei Mal der Zweitligist (2012 Düsseldorf, 2009 Nürnberg).

Gab es früher nach Hin- und Rückspiel bei Torgleichheit ein Entscheidungsspiel, gilt heute die Europapokal-Arithmetik inklusive einer eventuellen Verlängerung und eines eventuellen Elfmeterschießens im Rückspiel.

Seit der Wiedereinführung der Relegation im Jahr 2009 hat der Bundesligist zunächst Heimrecht. In der Relegation setzte sich neun Mal die Mannschaft durch, die zunächst zu Hause gespielt hatte, acht Mal hatte das Team, das das zweite Spiel zu Hause bestreiten durfte, das bessere Ende für sich.

Fast immer Tore in der Relegation

Torgarantie: In den 35 bisherigen Relegationspartien gab es erst zwei Nullnummern: Am 9. Juni 1988 stand es beim Entscheidungsspiel zwischen Waldhof Mannheim und Darmstadt 98 auch nach Verlängerung noch 0:0. Erst im anschließenden Elfmeterschießen setzten sich die "Waldhof-Buben" mit 5:4 durch.

2013/14 endete das Relegationshinspiel am 5. Mai 2014 zwischen dem HSV und der SpVgg Greuther Fürth 0:0. Durch ein 1:1 im Rückspiel in Fürth setzte sich der HSV durch.

Ein Auswärtssieg ist die volle Miete

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Alle sieben Mannschaften, die in der Relegation zwischen einem Bundesligisten und einem Zweitligisten ein Auswärtsspiel gewannen, entschieden das Duell am Ende für sich. Ein Sieg im Hinspiel ist ähnlich wichtig: Zwölf mal setzte sich das Team durch, dass das Hinspiel gewann. Wenn man das berücksichtigt, sind die Bundesligisten durch das Heimspiel im Hinspiel aktuell bevorzugt.

Wenn ein so genannter großer Verein in der Relegation war, hat er sich fast immer durchgesetzt: Zwei Mal der ruhmreiche Hamburger SV, zwei Mal Frankfurt, zwei Mal Nürnberg, Dortmund und Mönchengladbach. Der einzige große Traditions-Verein, der in der Relegation die Segel gestrichen hat, war Schalke 1983 gegen Uerdingen.

SGE und FCN makellos – das wird sich ändern

Sowohl Eintracht Frankfurt als auch der 1. FC Nürnberg bestreiten nun zum dritten Mal Relegationsspiele, die beiden Gründungsmitglieder der Bundesliga ziehen damit mit Rekordteilnehmer Saarbrücken gleich. Einer der beiden Clubs wird zum ersten Mal ein Relegationsduell verlieren, der andere wird der erste Club der Relegations-Geschichte werden, der sich zum dritten Mal durchsetzt.

Die SGE hat seine beiden Duelle, beide als Bundesligist, gegen Duisburg (1984: 5:0, 1:1) und Saarbrücken (1989: 2:0, 1:2) für sich entschieden. Der FCN setzte sich als Zweitligist gegen Cottbus (2009: 3:0, 2:0) und als Erstligist gegen Augsburg (2010: 1:0, 2:0) durch, hat alle vier Relegationsspiele gewonnen und dabei kein einziges Gegentor kassiert. Raphael Schäfer hütete jeweils das Tor.