Köln - Im Berliner Olympiastadion steigt das Spitzenspiel des 8. Spieltags, wenn Hertha BSC den 1. FC Köln empfängt. Es ist das Duell des Vierten gegen den Zweiten und auch das Aufeinandertreffen der Torjäger Vedad Ibisevic und Anthony Modeste. bundesliga.de hat die Topdaten der beiden Goalgetter zusammengestellt.

Anthony Modeste (1. FC Köln)

Anthony Modeste ist beim FC weiterhin der Torgarant. Er erzielte sieben der zwölf Kölner Saisontore in der Bundesliga und liegt damit alleine auf Platz 1 der ligaweiten Torschützenliste. Neben seinen Toren bereitete der Franzose auch noch einen Treffer vor. Er war also an acht der zwölf Kölner Saisontore beteiligt.

So viele Tore nach sieben Spieltagen hatte seit Klaus Allofs (1984/85) kein Kölner mehr auf dem Konto. Der letzte Kölner Torschützenkönig in der Bundesliga war Thomas Allofs 1988 /89 (17 Tore). Modeste war schon letzte Saison mit Abstand der Top-Torschütze des FC. Er erzielte 15 der 38 Saisontore in der Bundesliga (plus drei Pokaltore).

Effektiver geworden

Mit 15 Bundesliga-Toren stellte der Franzose einen neuen persönlichen Saisonrekord auf; zugleich war es ein „Frankreich-Rekord“: Nie zuvor erzielte ein Franzose in einer Bundesliga-Spielzeit so viele Tore.

Modeste vergab letzte Saison noch relativ viele Chancen (elf von 18 Großchancen vergeben). In dieser Saison nutzte er vier von fünf Großchancen und brauchte weniger als vier Torschüsse für ein Tor. Er erzielte in seiner Bundesliga-Karriere im Schnitt alle 156 Minuten ein Tor, er ist damit effektiver als beispielsweise Klaus Fischer, Karl-Heinz Rummenigge oder Jürgen Klinsmann.

Der Mann für das 1:0

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Bei 16 seiner 41 Bundesliga-Tore brachte Modeste sein Team 1:0 in Führung. Der Stürmer gab beim FC die meisten Torschüsse ab (25), davon rund ein Viertel mit dem Kopf (sechs).

Seine beiden Kopfballtore überbietet ligaweit kein Spieler. Modeste ist vorne die Anspielstation schlechthin bei Köln und scheut keinen Zweikampf. Ligaweit bestritt er die zweitmeisten Kopfballduelle (nur Ibisevic mehr).

Clever im 16er – enorm zweikampfstark

Modeste holte in der Bundesliga sieben Elfmeter heraus (zwei im Trikot des 1. FC Köln). Er gewann 49 Prozent seiner Duelle, gehört damit zu den zweikampfstärksten Stürmern der Bundesliga. Modeste ist für die Verteidiger der Bundesliga alles andere als ein angenehmer Gegenspieler.

Er wurde von allen Kölnern am häufigsten gefoult (13 Mal). Der schnelle Modeste lauert gerne auf Höhe des letzten Verteidigers, er stand diese Saison (wie schon 2015/16) ligaweit am häufigsten im Abseits (14 Mal).

Vedad Ibisevic (Hertha BSC)

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Als Trainer Pal Dardai einen Nachfolger für Kapitän Fabian Lustenberger suchte, soll es in Absprache mit dem Mannschaftsrat nur einen Kandidaten gegeben haben: Vedad Ibisevic.

Das neue Amt scheint Ibisevic zu beflügeln, der Angreifer ist in Topform und erzielte bereits fünf Saisontreffer in der Bundesliga – nur Modeste und Aubameyang trafen öfter. Der Angreifer ist in absoluter Torlaune und schnürte am 5. und 6. Spieltag jeweils einen Doppelpack (der gegen den HSV war sein 20. in der Bundesliga).Insgesamt erzielte er in zehn Pflichtspieleinsätzen dieser Saison tolle sieben Treffer.

Effektiv und ein Spezialist für 1:0-Führungen

Seine aktuelle Trefferquote ist beeindruckend, für seine fünf Treffer benötigte Ibisevic nur 14 Torschüsse (das sind die meisten bei Hertha), alle drei Großchancen verwandelte der Bosnier. Nur Ibisevic und Leipzigs Forsberg erzielten bereits drei Mal den Treffer zur 1:0-Führung.

Ibisevic legte in dieser Bundesliga-Saison auch schon drei Treffer auf, damit ist er auch der beste Vorbereiter der Hertha. Der Routinier war also bereits an acht Treffern direkt beteiligt und führt damit gemeinsam mit Anthony Modeste die Scorer-Wertung der Bundesliga an. Ibisevic wirft seine gesamte Routine in die Waagschale und agiert bislang ungemein effektiv: 14 Torschüsse führten zu fünf Toren, sechs Torschussvorlagen zu drei Torvorlagen.

Und seine Aktionen waren immer wieder wegweisend: Im Heimspiel gegen Freiburg bereitete er die 1:0-Führung mit seinem wunderbaren Direktpass auf Darida vor, zuletzt legte er in Dortmund das 1:0 von Stocker auf (er war also schon fünf Mal am ersten Treffer eines Spiels beteiligt).

Bosnischer Rekord und nur Leipzig fehlt noch

Gegen den HSV erzielte Ibisevic seine Bundesliga-Tore Nummer 96 und 97. Er überholte damit in der ewigen Torschützenliste Sergej Barbarez und ist nun bosnischer Rekordschütze der Bundesliga-Historie.

Ibisevic traf am 2. Spieltag erstmals gegen Ingolstadt und hat nun gegen 17 der 18 aktuellen Bundesligisten getroffen; einzig Leipzig fehlt noch in seiner Sammlung.