Köln - Die Saison ist gerade einmal sechs Spieltage alt, doch schon jetzt haben einige Spieler, die neu in ihren Clubs sind, ohne Anlaufschwierigkeiten für mächtig Furore gesorgt. bundesliga.de hat zehn Toptransfers des Sommers genauer unter die Lupe genommen und die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Marc Bartra: der Hummels Nachfolger

Borussia Dortmund verpflichtete Marc Bartra als Hummels-Nachfolger vom FC Barcelona. Der Spanier harmoniert schon sehr gut mit Nebenmann Sokratis. Bartra ist wie Vorgänger Hummels technisch beschlagen, hat trotzdem auch Qualitäten im Zweikampf: In dieser Bundesliga-Saison gewann er 67 Prozent seiner Zweikämpfe.

Offensivakzente: In Warschau (6:0) erzielte er sein erstes Pflichtspieltor für den BVB (das 3:0), in Wolfsburg (5:1) bereitete er den 1:0-Führungstreffer vor. Beim VfL musste er wegen Adduktoren-Problemen früh ausgewechselt werden und kam seitdem nicht mehr zum Einsatz.

Ousmane Dembele: technisch stark und torgefährlich

Der Franzose mit Wurzeln in Mali erzielte in der letzten Saison für Stade Rennes zwölf Erstligatore. Er ist ein flinker und technisch äußerst beschlagener offensiver Mittelfeldmann, der gerne über die Flügel kommt.

Ousmane Dembele kam in allen sechs Bundesliga-Spielen von Borussia Dortmund zum Einsatz (fünf Mal als Starter) und war bereits an drei Toren direkt beteiligt (ein Tor, zwei Torvorlagen).

Raphael Guerreiro: Zug zum Tor

Raphael Guerreiro war in den letzten Wochen immer einer der besten Borussen: In den letzten vier Bundesliga-Spielen war er an vier Toren direkt beteiligt (zwei Tore, zwei Torvorlagen).

Seinen Gala-Auftritt hatte er beim 5:1-Sieg in Wolfsburg, wo er das 1:0 erzielte (mit der ersten Ballbesitzphase) und zwei weitere Tore vorbereitete. Danach stellte er auch gegen Freiburg (Jokertor) seine Torgefährlichkeit unter Beweis. Raphael Guerreiro entwickelt im letzten Drittel einen enormen Zug zum Tor (je acht Torschüsse und Torschussvorlagen in der Bundesliga).

Gefährliche Standards gehören auch zu seinem Repertoire: In der Liga war Piszczek nach einer Guerreiro-Ecke erfolgreich, in der Champions League bereitete er mit Freistößen Tore von Sokratis und Aubameyang vor. Der Neuzugang ist laufstärkster Dortmunder (12,3 Kilometer pro Spiel).

Mats Hummels: gefährlich bei Ecken

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Mats Hummels stand in dieser Saison in neun Pflichtspielen auf dem Platz (fünf Mal Bundesliga), der FC Bayern kassierte mit ihm auf dem Rasen nur ein Gegentor (zuletzt beim 1:1 gegen Köln).

In den ersten beiden Pflichtspielen dieser Saison war Hummels jeweils an einem Tor beteiligt: Im Supercup bei Ex-Klub Dortmund wurde sein Kopfball zur Vorlage von Thomas Müller (zum 2:0) – in Jena köpfte der Neuzugang das 5:0 selbst. Beide Treffer fielen nach Eckbällen.

Breel Embolo: als Stürmer kommt er ins Rollen

Gleich bei seinem Pflichtspieldebüt im Pokal gelang dem 19-Jährigen sein erster Treffer für Schalke 04, er traf in Villingen zum 2:0 nach Vorlage von Kolasinac. In der Bundesliga wurde Breel Embolo in drei seiner sechs Spiele (nur) eingewechselt, zuletzt stand er zwei Mal in Folge in der Startelf und rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen (drei Scorer-Punkte):

In Hoffenheim (5. Spieltag) durfte er erstmals über 90 Minuten ran und schlug die schöne Flanke zum 1:0 durch Choupo-Moting. Im Heimspiel beim 4:0 gegen Mönchengladbach erzielte er per Doppelpack seine ersten Bundesliga-Tore, seine beiden Torschüsse waren drin. Breel Embolo tat es sehr gut, dass er in den letzten beiden Bundesliga-Partien in der Spitze spielte und nicht auf dem Flügel ran musste.

Serge Gnabry: Hoffnungsträger gleich ein Fixpunkt

Serge Gnabry war bei Werder auf Anhieb im Mittelpunkt: Er war beim SVW an den zweitmeisten Torschüssen beteiligt (23) – seine elf Torschüsse sind die meisten bei Werder. Sein Traumtor in Mönchengladbach war angesichts der 1:4-Niederlage zwar wertlos, zeigte aber seine Fähigkeiten im Abschluss. Seine erste Torvorlage am 5. Spieltag gegen Wolfsburg (2:1) war da schon wichtiger (zum 1:1 von Thy).

Gegen Darmstadt traf Serge Gnabry erneut: Er zündete seinen Turbo, erlief den Ball und schob ihn ins Tor. Selbst die Mitspieler, die nun schon ein paar Wochen mit Gnabry auf dem Platz stehen, haben sich an sein außergewöhnliches Tempo noch nicht gewöhnt. Mit seinen bislang zwei Toren darf sich Gnabry nun Werders Top-Torschütze nennen.

Joel Pohjanpalo: der Shootingstar ist verletzt

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Joel Pohjanpalo ist bislang der Shootingstar der Saison. Der Finne traf mit jedem seiner vier Bundesliga-Torschüsse für Bayer Leverkusen, benötigte für seine ersten vier Bundesliga-Tore nur 30 Spielminuten und setzte damit neue Maßstäbe. Er pulverisierte die vorherige Bestmarke von Paolo Guerrero, der für seine ersten vier Bundesliga-Treffer mehr als dreimal so viele Minuten benötigt hatte (108).

Pohjanpalo schnürte gegen den HSV den ersten lupenreinen Hattrick eines Leverkuseners seit Ulf Kirsten (im November 1997 gegen den FC Bayern), zudem war es der 100. lupenreine Hattrick der Bundesliga-Geschichte. Als erstem Leverkusener gelangen Pohjanpalo drei Tore als Einwechselspieler und es war zugleich der erste Dreierpack eines Finnen in der Bundesliga.

Timo Werner: treffsicherster Jung-Star

Timo Werner spielte an den ersten beiden Runden von Beginn an, blieb aber ohne Treffer. Dann drehte er auf und entschied beim HSV als Joker das Spiel, besorgte zudem den Treffer gegen Mönchengladbach. Beim HSV holte er mit seiner Schnelligkeit den Elfmeter heraus, der zum 1:0 führte (HSV-Keeper Adler fällte ihn), danach schnürte er seinen zweiten Bundesliga-Doppelpack.

Für Stuttgart war er in den ersten sechs Runden nie so torgefährlich gewesen – mit drei Saisontoren ist er Leipzigs bester Torschütze. In der aktuellen Saison erreichte Werner eine Spitzengeschwindigkeit von 33,9 km/h. Dank seiner Schnelligkeit ist Werner ein gefährlicher Konterspieler – seine zwei Kontertore übertrifft in der aktuellen Saison kein Bundesliga-Spieler.

Levin Öztunali: er passt zu Mainz

Ob als Zehner, auf den Halbpositionen in der Raute oder als Außen im Mittelfeld, bei Bedarf sogar als Sturmspitze – Levin Öztunali hat nicht zuletzt dank seiner Flexibilität viele Einsatzfelder.

Levin Öztunali war in seinen sechs Bundesliga-Einsätzen für Mainz schon an drei Toren direkt beteiligt: Gegen Hoffenheim und gegen Leverkusen legte er jeweils einen Treffer auf, zudem traf er gegen die Kraichgauer auch einmal selbst – gemeinsam mit Malli und De Blasis ist er aktuell bester Vorbereiter der Rheinhessen.

So effektiv kannte man den 20-Jährigen, der auch schon im Europacup traf, bisher gar nicht: Mehr als ein Saisontor erzielte er weder für Leverkusen noch Bremen und sein Vorlagenrekord ist auch nicht mehr weit entfernt (vier für Werder 2015/16).

Kerem Demirbay: aktuell nicht mehr wegzudenken

Kerem Demirbay ist nach Anlaufschwierigkeiten (an den ersten beiden Spieltagen saß er nur auf der Bank) bei der TSG auf dem besten Weg, eine wichtige Größe zu werden. Er stand an den letzten drei Spieltagen in der Startelf – zuvor durfte er in der Bundesliga nie beginnen.

Die noch ungeschlagenen Hoffenheimer gewannen die letzten beiden Bundesliga-Spiele, Kerem Demirbay hatte an beiden TSG-Saisonsiegen gehörigen Anteil: Gegen Schalke bereitete er mit einem genialen Pass das 2:1-Siegtor von Rupp vor, in Ingolstadt leitete er das 1:0 ein und ließ zum 2:0 sein erstes Bundesliga-Tor folgen.