Köln - Rund fünf Wochen vor dem Start der Bundesliga-Saison 2016/17 nehmen die Kader der Vereine langsam aber sicher Konturen an. Viele spektakuläre Transfers wurden bereits getätigt, einige weitere werden noch folgen. bundesliga.de hat die prominentesten Neuzugänge unter die Lupe genommen und einige Topdaten zusammengestellt.

Mario Götze (Borussia Dortmund): Mario Götze ist erst 24 Jahre alt, holte 2016 aber schon seine fünfte Meisterschaft (zwei mit Borussia Dortmund, drei mit den Bayern). In der vergangenen Saison bestritt er verletzungsbedingt nur 14 Bundesliga-Spiele (drei Tore). Er war in der Bundesliga für die Bayern alle 117 Minuten an einem Tor beteiligt. Wenn Götze in seiner Bundesliga-Karriere traf, verloren seine Vereine nie (33 Siege, vier Remis). Die letzten 18 Spiele mit Götze-Tor gewannen seine Teams alle (u.a. alle 17 im FCB-Trikot).

Mats Hummels (FC Bayern): Nach achteinhalb Jahren in Dortmund kehrt Mats Hummels zum FC Bayern München zurück. Der Weltmeister gewann in seiner letzten Dortmunder Saison 68 Prozent seiner Zweikämpfe (in der Luft sogar 70 Prozent) – Ligabestwert. Hummels beging in seiner Bundesliga-Karriere im Schnitt nicht einmal ein Foul pro Spiel (158 in 226 Einsätzen) und sah nur 22 Karten (21-mal Gelb, einmal Rot).

Renato Sanches (FC Bayern): Renato Sanches ist der erste Portugiese im Trikot des FC Bayern. Der 18-Jährige ist der jüngste jemals bei einer EM oder WM eingesetzte Portugiese; er löste Cristiano Ronaldo ab. Er war der erste 18-Jährige in einem EM-Finale.

Breel Embolo (Schalke 04): Breel Embolo gilt als einer der teuersten Einkauf der Schalker Vereinshistorie, er löste Klaas-Jan Huntelaar ab. Letzte Saison wurde der EM-Teilnehmer mit dem FC Basel Meister und war dabei in 27 Partien an 20 Toren beteiligt (je zehn Treffer und Vorlagen). Nie zuvor sammelte er in der Super League so viele Scorer-Punkte in einer Spielzeit.

Frühstarter Volland war Topscorer in Hoffenheim

Kevin Volland (Bayer Leverkusen): Kevin Volland löste Hakan Calhanoglu als teuersten Einkauf der Leverkusener Vereinsgeschichte ab. Letzte Saison war Volland Topscorer bei Hoffenheim (acht Tore, sieben Assists), insgesamt stehen für ihn 33 Tore in 132 Bundesliga-Partien zu Buche. Außerdem traf er gegen Manuel Neuer am 2. Spieltag schon nach neun Sekunden, schneller knipste keiner.

Ousmane Dembele (Borussia Dortmund): Ousmane Dembele erzielte letzte Saison für Stade Rennes zwölf Tore in 26 Ligaspielen. Damit war er Top-Torschütze seines Ex-Vereins 2015/16. Nach Damien Le Tallec (vier Einsätze) und Keeper Guillaume Warmuz (25 Partien) ist er der dritte Franzose beim BVB.

Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach): Nach nur einem Jahr in Leverkusen kehrt Christoph Kramer wieder nach Mönchengladbach zurück, wo er schon zwei Jahre als Leihspieler gespielt hatte (2011 bis 2013). Letzte Saison war der Weltmeister laufstärkster Leverkusener (zwölf Kilometer pro 90 Minuten), hatte aber eine negative Zweikampfbilanz. Sein letztes Bundesligator schoss Kramer noch für Mönchengladbach (Dezember 2014).

Naby Keita (RB Leipzig): Naby Keita wurde in den letzten beiden Jahren jeweils österreichischer Meister mit Red Bull Salzburg und war in der letzten Saison in 29 Partien an 20 Treffern beteiligt (zwölf Tore, acht Assists). Der 21-jährige Mittelfeldspieler von RB Leipzig ist Nationalspieler Guineas und wurde 2015/16 zum Spieler des Jahres in Österreich gewählt.

Gerhardt ist vielseitig einsetzbar

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Yannik Gerhardt (VfL Wolfsburg): Yannick Gerhardt ist ein Mittelfeld-Allrounder, der in seinen 45 Bundesliga-Spielen für den 1. FC Köln bisher drei Tore erzielte. In der Bundesliga gewann der 22-Jährige Neuzugang des VfL Wolfsburg, den Horst Hrubesch gerne mit zur Olympiade nach Rio genommen hätte, solide 51 Prozent seiner Zweikämpfe.

Jannik Vestergaard (Borussia Mönchengladbach): Nach Hoffenheim und Bremen ist Mönchengladbach die dritte Bundesligastation von Jannik Vestergaard, der bei den Borussen gemeinsam mit Landsmann Andreas Christensen die Innenverteidigung bilden dürfte. Der lange Däne ist sehr kopfballstark, gewann in der Luft 67 Prozent seiner Zweikämpfe im Oberhaus und erzielte fünf seiner sieben Bundesliga-Tore nach Ecken (vier Kopfbälle).

Sebastian Rode (Borussia Dortmund): Bei den Bayern war Sebastian Rode fast durchgängig Reservist (27 von 48 Ligaspielen als Einwechselspieler). Der neue Dortmunder Rode ist sehr laufstark und gewann in seiner Bundesliga-Karriere solide 52 Prozent seiner Zweikämpfe, schoss aber noch nie mehr als zwei Saisontore.

Raphael Guerreiro (Borussia Dortmund): Raphael Guerreiro wurde jüngst mit Portugal Europameister und stand dabei in fünf der sieben Partien als Linksverteidiger in der Startelf. Der in Frankreich geborene Guerreiro kam beim Turnier mit drei Fouls aus und gewann sehr gute 59 Prozent seiner Zweikämpfe.

Werner ist der drittjüngste Torschütze der Bundesliga-Historie

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Timo Werner (RB Leipzig): Timo Werner erzielte letzte Saison für Absteiger Stuttgart sechs Tore und stellte damit einen neuen persönlichen Saisonrekord auf. Werner ist mit siebzehneinhalb Jahren der jüngste jemals in der Bundesliga eingesetzte Stuttgarter und nach Nuri Sahin und Julian Draxler der drittjüngste Torschütze der Ligahistorie (17 Jahre, sechs Monate, 16 Tage). Werner war der erste 18-Jährige, der 50 Bundesliga-Spiele absolvierte.

Jeffrey Bruma (VfL Wolfsburg): Nach drei Jahren kehrt Jeffrey Bruma in die Bundesliga zurück, spielte von 2011 bis 2013 schon einmal beim HSV (drei Tore in 40 Partien). In seiner Hamburger Zeit gewann Bruma gute 62 Prozent seiner Zweikämpfe. In den letzten beiden Jahren wurde Bruma, der als Youngster auch schon ein paar Premier-League-Spiele für Chelsea bestritt, mit Eindhoven jeweils niederländischer Meister.

Marc Bartra (Borussia Dortmund): Marc Bartra debütierte einst unter Pep Guardiola in der ersten Mannschaft des FC Barcelona und bestritt insgesamt 154 Pflichtspiele für die Katalanen (acht Tore). Sein Trophäen-Schrank ist bereits prall gefüllt. Zwei Champions-League-Titel, fünf spanische Meisterschaften, zwei spanische Pokalsiege und eine FIFA Clubweltmeisterschaft stehen auf seiner Visitenkarte.

Emre Mor (Borussia Dortmund): Bis zur U 19 spielte Emre Mor, der Sohn einer mazedonischen Mutter und eines türkischen Vaters, für sein Geburtsland Dänemark, doch anschließend lief er für die Türkei auf und kam diesen Sommer zu zwei EM-Einsätzen (ein Assist gegen Tschechien). Mor kann sowohl Rechtsaußen als auch im Sturmzentrum agieren, er ist sehr schnell und dribbelstark. Erst letzten November absolvierte er sein erstes Profispiel in der ersten dänischen Liga für Nordsjaelland und schaffte es mit lediglich 13 Erstligaspielen in den EM-Kader.