Köln - Die aktuell vier besten Mannschaften der Bundesliga bilden an diesem Wochenende eine geschlossene Gesellschaft. Sie treffen in zwei direkten Duellen aufeinander. bundesliga.de hat alle wichtigen Fakten zu den Paarungen Mönchengladbach gegen München und Wolfsburg gegen Dortmund zusammengestellt.

An 31 Spieltagen der Bundesliga-Geschichte spielten die ersten vier der Tabelle bisher in zwei Partien gegeneinander. In keiner Spielzeit gab es das mehr als zwei Mal. Erstmals kam es zu dieser Konstellation in der Premierensaison der Bundesliga, am 24. Spieltag 1963. Duisburg (3.) spielte gegen Köln (1.) 2:2, der BVB (4.) besiegte Stuttgart (2.) mit 7:1.

Das letzte Mal gab es das vor vier Jahren in der Saison 2011/12, ebenfalls am 15. Spieltag. Damals spielte Mönchengladbach (2.) gegen Dortmund (1.) sowie Bayern (3.) gegen Bremen (4.). Nur zwei Spieltage zuvor (am 13. Spieltag) spielten diese vier Teams ebenfalls untereinander (FCB-BVB und BMG-BRE).

Heimvorteil wichtig

Betrachtet man alle Partien seit 1963 der ersten vier der Tabelle gegeneinander fällt auf, dass die Heimbilanzen unabhängig vom Tabellenplatz alle positiv sind.

Für die Tabellenführer machte es bspw. kaum einen Unterschied, ob sie auswärts beim Zweiten, Dritten oder Vierten antreten mussten – beim Tabellenzweiten wurden 31 Prozent der Spiele gewonnen, beim Dritten 28 Prozent und beim Vierten ebenfalls 28 Prozent.

Mönchengladbach gegen FC Bayern

Zum 48. Mal empfängt Borussia Mönchengladbach den FC Bayern in der Bundesliga. Die Bilanz ist bei 18 Siegen, 18 Unentschieden und 11 Bayer-Siegen eindeutig positiv. Im Borussia-Park kommt es nun zum Duell der beiden Trainer mit der höchsten Siegquote in der Bundesliga-Geschichte.

Pep Guardiola gewann 82 Prozent seiner Bundesliga-Spiele, Andre Schubert 78 Prozent. Das sind die historisch besten Werte alle Trainer, die bei mehr als fünf Bundesliga-Partien auf der Bank saßen. Nimmt man die „Ära“ von Andre Schubert (23 Punkte in neun Spielen) als Grundlage, treffen die beiden besten Teams aufeinander. Die Bayern sammelten in diesem Zeitraum acht und die Borussen sechs Punkte mehr als jede andere Mannschaft der Liga.

Borussia ist unter Schubert fast auf dem Niveau der Außerirdischen. Zudem schossen die Borussen unter Schubert fast so viele Tore wie die Bayern, vielleicht kommen die Bayern defensiv mal in Verlegenheit.

Bayern vor Herbstmeisterschaft

Man kann den Bayern eigentlich jede Woche gratulieren, nach dem 14. Spieltag beispielsweise zum Klassenerhalt – 40 Punkte hatte nach 14 Runden noch nie eine Mannschaft auf dem Konto. Für den FCB steht nun die 21. Herbstmeisterschaft der Vereinsgeschichte an. Gewinnen die Bayern noch die restlichen drei Spiele, wäre die beste Bundesliga-Hinrunde aller Zeiten perfekt.

In Hoffenheim gab es zwar nur einen Punkt, doch erstmals in dieser Saison steht die Borussia unter den ersten vier Teams der Liga. Die 23 Punkte nach 14 Spieltagen sind genauso viele wie vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt, der Fehlstart mit fünf Niederlagen zum Auftakt ist also definitiv wett gemacht. Und letzte Saison endete es mit Rang 3 und der erstmaligen Qualifikation zur Champions League.

"Angstgegner" der letzten Saison

Nur Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach schafften es letzte Saison, gegen die Bayern ungeschlagen zu bleiben, nur die Borussia holte dabei vier Punkte gegen den Rekordmeister.

Und vor allem – die Borussia schaffte es 2014/15 als einzige Mannschaft, gegen die Bayern ohne Gegentor zu bleiben. Man darf gespannt sein, ob dies mit der offensiveren Ausrichtung unter Schubert erneut gelingt.

Fußballfeste mit der Borussia

Ohne Frage spielt die Borussia momentan einen sehr attraktiven Fußball, kombiniert bislang auf außergewöhnliche Weise unter Andre Schubert Offensivfußball mit Drama und Erfolg.

Die letzten Spiele hatten sogar echten Pokalcharakter, insbesondere die Schlachten gegen Sevilla und in Hoffenheim, als die Borussen ihren ersten Sieg in der Champions League feierten und in der Liga erstmals seit sieben Jahren wieder einen Rückstand von zwei Toren wettmachten (damals bei einem 2:2 gegen die Bayern).

Wolfsburg gegen Dortmund

Der VfL Wolfsburg hat gegen Borussia Dortmund eine negative Bilanz, sowohl zuhause als auch auswärts. Im eigenen Stadion gab es bei 18 Aufeinandertreffen sechs Siege, fünf Unentschieden und sieben Niederlagen.

In den letzten neun Bundesliga-Duellen zwischen Wolfsburg und Dortmund fielen 37 Tore (also 4,1 im Schnitt), immer mindestens drei pro Partie. Das hört sich nach einem nicht nur spannenden, sondern auch höchst attraktiven Topspiel an. Dortmund holte in der letzten Bundesliga-Saison nur einen Punkt gegen Wolfsburg und verlor bekanntlich auch das Pokalfinale gegen die Wölfe mit 1:3 (nach 1:0-Führung).

Wolfsburg peilt Nummer 30 an

Wolfsburg ist zu Hause eine Macht, ist von allen Bundesligisten daheim am längsten ungeschlagen. Die Wolfsburger Serie dauert mittlerweile 29 Heimspiele an (Vereinsrekord).

Die letzte Heimniederlage in der Bundesliga kassierten die Wölfe am 3. März 2014 gegen die Bayern (1:6, es war Wolfsburgs höchste Heimniederlage in der Bundesliga). Bleibt man gegen Dortmund ungeschlagen, zieht der VfL in die ewige Top Ten der längsten Heimserien ein.

Heim-Auswärts-Diskrepanz

Die letzten beiden Spiele der Wolfsburger stehen stellvertretend für diese Saison: Auf ein berauschendes 6:0 zu Hause gegen Bremen folgte ein trostloses 0:0 in Augsburg. 19 der 25 Punkte holte der VfL im eigenen Stadion und sogar 20 der 23 Tore gelangen in den Heimspielen. Das entspricht 87 Prozent der Treffer!

Wolfsburgs Top-Torschütze Bas Dost erzielte all seine sieben Saisontore zu Hause, und auch Max Kruse, mit fünf Treffern zweitbester Torschütze des VfL, traf bisher immer nur vor heimischer Kulisse.

Dortmund wieder in der Spur

Nach dem 1:3 bei Angstgegner HSV und dem folgenden 0:1 in Krasnodar hat Dortmund die letzte Woche per 4:1 gegen Stuttgart versöhnlich abgeschlossen. Zehn Siege stehen schon zu Buche, so viele waren es in der letzten Saison erst nach 29 Spieltagen. Fünf der letzten sechs Bundesliga-Spiele gewann die Elf von Thomas Tuchel.

Pierre-Emerick Aubameyang hat nach 14 Spieltagen 17 Tore auf dem Konto, das war zuletzt Gerd Müller 1976/77 gelungen (19 Treffer). Ein Dortmunder hatte das bisher noch nie geschafft. Thomas Tuchel lässt seinen Superstürmer fast immer bis zum Ende auf dem Platz und das zu Recht: Alleine sechs Mal war Aubameyang in der Schlussviertelstunde erfolgreich, kein anderer Ligaspieler mehr als drei Mal.