Köln - In der Winterpause haben bis jetzt drei gute alte Bekannte ihren Weg zurück in die Bundesliga gefunden. Allen voran Weltmeister Kevin Großkreutz, der beim VfB Stuttgart nach einem unglücklich verlaufenen Intermezzo in der Türkei einen Neuanfang macht. bundesliga.de hat die wichtigsten Fakten zu den Rückkehrern zusammengestellt.

Kevin Großkreutz (VfB Stuttgart)

Ein routinierter Spieler im besten Fußballer-Alter mit Bundesliga- und internationaler Erfahrung, vielseitig einsetzbar, deutschsprachig und das zu einem erschwinglichen Preis: Solche Spieler suchen viele Klubs. Der VfB Stuttgart glaubt in Kevin Großkreutz einen solchen Spieler gefunden zu haben. Der 27-Jährige hat von 2009 bis 2015 sechs Jahre lang bei den Profis von Borussia Dortmund gespielt und dort große Erfolge gefeiert: Zwei Mal Meister, zwei Mal Vize-Meister, DFB-Pokal-Sieger 2012 und Champions-League-Finalist 2013.

Er verfügt über die Erfahrung von 176 Bundesliga- (23 Tore), 29 Champions-League- (zwei Tore) und sechs Länderspielen (kein Tor). Das große Plus des Weltmeisters ist seine Vielseitigkeit: Kevin Großkreutz hat beim BVB fast jede Position gespielt – außer als klassischer Mittelstürmer; selbst im Tor ist er einmal eingesprungen. In seinem ersten Testspiel für den VfB agierte er als Linksverteidiger.

Großkreutz ist ein sehr lauffreudiger Spieler, der die Linie rauf und runter rennt und offensiv wie defensiv am Spiel teilnimmt. In Stuttgart gilt es für ihn, an frühere Offensivstärke anzuknüpfen: In seiner ersten Meistersaison 2010/11 erzielte Großkreutz noch acht Bundesliga-Tore für den BVB. In seinen letzten 52 Bundesliga-Spielen gelang ihm nur ein Treffer, im Mai 2014 gegen Hoffenheim. Und auch ein „Flankengott“ ist der 27-Jährige nicht: In 176 Bundesliga-Spielen schlug er nur drei Flanken mit Torfolge. Ein Nachteil bei Großkreutz ist die fehlende Spielpraxis: Er hat aufgrund der Transferpanne kein Spiel für Galatasaray bestreiten dürfen; sein letztes Pflichtspiel liegt fast ein Jahr zurück: Am 4. Februar 2015 bei Dortmunds 0:1-Niederlage gegen Augsburg stand er zuletzt auf dem Platz.

Szabolcs Huszti (Eintracht Frankfurt)

Knüpft der mittlerweile 32-jährige Ungar an die Form an, die er in seinen Jahren bei Hannover an den Tag legte, wird er die Hessen sicherlich verstärken. Szabolcs Huszti spielte von 2006 bis Anfang 2009 und von 2012 bis 2014 bei Hannover 96. In seinen 132 Bundesliga-Spielen für die Niedersachsen erzielte er 36 Tore und gab 42 Torvorlagen. Im Schnitt war er also öfter als in jedem zweiten Spiel an einem Tor beteiligt.

Huszti war seinerzeit umtriebig, dynamisch, technisch stark und glänzte mit einem sehr guten linken Fuß, mit dem er brandgefährliche Standards schlagen kann. Bei Frankfurt kam in der Hinrunde aus dem Mittelfeld zu wenig: Kein einziger Eintracht-Mittelfeldspieler gab in der Hinrunde mehr als eine Torvorlage. Das Manko soll Szabolcs Huszti nun beheben…

Er schlug in 132 Bundesliga-Spielen 42 Standards mit Torfolge, darunter 14 Ecken und 14 Freistöße. Der kleine Linksfuß ist ein feuriger und temperamentvoller Geselle, in Hannover spotteten sie schon, er würde auch in einer leeren Telefonzelle für Ärger sorgen. Huszti flog in seinen letzten zwei Jahren bei Hannover zwei Mal vom Platz und sah 14 Mal die Gelbe Karte. Der 32-Jährige hat reichlich internationale Erfahrung: Er spielte schon in Ungarn, Deutschland, China, Frankreich und Russland. Er hat über 50 Länderspiele für Ungarn bestritten.

Nikola Djurdjic (FC Augbsurg)

Nikola Djurdjic wurde in der Hinrunde auf eigenen Wunsch für ein halbes Jahr zu Malmö FF verliehen, jetzt kehrte er aus Schweden zurück. Im Sommer sah er keine Perspektive beim FCA, jetzt will er wieder angreifen. Während seiner Zeit in Schweden hat er die Spielpraxis gesammelt, die er sich von der Ausleihe erhoffte. In der schwedischen Liga erzielte er fünf Tore in zwölf Spielen, in der Champions League traf er zwar nicht, stand aber in allen sechs Gruppenspielen gegen Real Madrid, PSG und Donetsk in der Startelf.

Nikola Djurdjic kam in seiner ersten Saison in Augsburg (2014/15) nicht wie erhofft zur Geltung: In lediglich 16 Bundesliga-Spielen erzielte er nur ein Tor (im Dezember 2014 in Köln). Nur sieben Mal stand er in der Startelf. In seinen 16 Einsätzen für den FCA kam er nur acht Mal zum Torschuss. Immerhin überzeugte er durch Einsatz und gehörte auch zu den schnellsten Spielern ligaweit. Der Serbe kennt den Abstiegskampf: Seine ersten 15 Bundesliga-Spiele bestritt Nikola Djurdjic 2012/13 für Greuther Fürth. Den Abstieg konnte er auch nicht verhindern, obwohl er damals bewies, dass er es in der Bundesliga schaffen kann: Für die Franken erzielte er immerhin fünf Bundesliga-Tore.

Drei seiner insgesamt sechs Bundesliga-Tore erzielte der 29-Jährige per Kopf – zudem traf er zwei Mal mit rechts und einmal mit links. Der Serbe ist aber kein reiner Abschlussspieler, er hat auch den Blick für die Kollegen: In seinen insgesamt 31 Bundesliga-Spielen gab er sogar mehr Torschussvorlagen (38) als er selbst Torschüsse abgab (37).