Köln - Der Aufsteiger RB Leipzig ist auch nach neun Spieltagen noch ungeschlagen und rangiert mit nur zwei Punkten Rückstand auf den FC Bayern München auf Platz 2 der Tabelle. Die Sachsen haben bereits einige Bundesliga-Rekorde geknackt und weitere ins Visier genommen. bundesliga.de hat zusammengestellt, was RB bislang vor allem auszeichnet.

RB Leipzig ist erst der zweite Aufsteiger, der nach neun Spieltagen noch ungeschlagen ist, zuvor gelang das nur dem MSV Duisburg 1993/94. Duisburg verlor damals erst am 11. Spieltag, wenn Leipzig gegen Mainz nicht verliert, ist der Rekord der Meidericher also eingestellt.

Das bedeutet, Leipzig ist der erste Bundesliga-Debütant, der an den ersten neun Spieltagen ungeschlagen blieb, denn Duisburg spielte bereits vor der Saison 1993/94 Bundesliga.

RB ist Bayern-Verfolger

RB Leipzig ist mit 21 Punkten nach neun Spieltagen der beste Aufsteiger seit 19 Jahren. 1997/98 wurde der 1. FC Kaiserslautern dann sogar als einziger Aufsteiger der Bundesliga-Historie Deutscher Meister.

Und zumindest in den nächsten Wochen kann Leipzig Bayern-Verfolger Nummer 1 bleiben, denn nach dem Heimspiel gegen Mainz fährt das auswärtsstärkste Team der Bundesliga nach Leverkusen und Freiburg.

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Leipzig hat in dieser Saison erst einmal Punkte vor eigenem Publikum abgegeben, das war beim 1:1 gegen Mönchengladbach am 4. Spieltag in der englischen Woche.

Die anderen drei Heimspiele gegen Dortmund, Augsburg und Bremen wurden allesamt gewonnen, so dass RB auch gegen Mainz in der Favoritenrolle ist.

Leipzig dreht nach der Pause auf

Der Bundesliga-Neuling erzielte 13 seiner 17 Tore nach der Pause und benötigt einen gewissen Zermürbungsanlauf, bis die Gegner fällig sind. Im Schnitt 116,2 Kilometer pro Spiel sind dafür nötig, nur Freiburg und Ingolstadt sind geringfügig laufstärker.

Leipzig hat nach dem Doppelpack von Marcel Sabitzer in Darmstadt bereits sieben Treffer durch Einwechselspieler auf dem Konto. Das sind nicht nur ligaweit die meisten, sondern es ist auch ein eingestellter historischer Rekord.

Zuvor hatte nach neun Spieltagen nur der kommende Gegner Mainz 2010/11 ebenfalls sieben Tore durch Einwechselspieler zu Buche stehen. In dieser Saison liegen die Rheinhessen mit vier Jokertoren gleichauf mit vier weiteren Teams auf Rang 2.

Parallelen zu Hoffenheim 2008

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Manchmal muss sich Ralf Rangnick vorkommen wie in der Wiederholung eines Filmklassikers, mischte er als Trainer des damaligen Neulings TSG Hoffenheim 2008 doch auch lange vorne mit. Hoffenheim reichten damals 19 Punkte nach neun Spieltagen sogar zur Tabellenführung, Leipzig hat nun mit 21 Punkten die Bayern vor der Nase.

Und es gibt starke Ähnlichkeiten zwischen Hoffenheim 2008 und Leipzig 2016, so ist Leipzig wie damals Hoffenheim das jüngste Team der Bundesliga und der Kader ist gespickt mit Talenten. Warnung ist das Beispiel Hoffenheim aber auch, die TSG wurde in ihrer ersten Saison zwar Herbstmeister, am Saisonende aber nur Siebter und spielte bis heute nicht ein einziges Mal im Europacup.

Stärken in der Offensive

Leipzig gab in der letzten Zweitligasaison die meisten Torschüsse ab und suchte auch eine Etage höher konsequent den Weg nach vorne (nur drei Teams versuchten es häufiger).

Pressing und schnelles Umschalten gehören bei Leipzig zum Programm, es gelangen schon fünf Kontertore – Ligaspitze. Die Großchancenverwertung bislang sehr gut (71 Prozent genutzt, drittbeste Quote), das war in der letzten Saison noch anders.

Leipzig stellte letzte Spielzeit die Top-Defensive im Unterhaus (nur 32 Gegentore) und auch in der Bundesliga sind es die zweitwenigsten Gegentreffer (sechs).

Leipzig ließ nur 73 gegnerische Abschlüsse zu, zweitbester Wert hinter den Bayern. RB gestattete seinen Gegnern auch die wenigsten Torschüsse im eigenen Strafraum (40) und die wenigsten Großchancen (nur drei) – und das als Aufsteiger!