Köln - Deutschland gegen Frankreich gilt als Klassiker im internationalen Fußball. Doch bei einer EM haben die beiden Fußballgiganten noch nie gegeneinander gespielt. Das ändert sich am Donnerstagabend, wenn Deutschland und Frankreich in Marseille um den Einzug ins Finale der Euro kämpfen. bundesliga.de hat die wichtigsten Fakten zum Gipfeltreffen zusammengestellt.

Die Gesamtbilanz Deutschlands ist nur gegen wenige Nationen negativ, zu diesen Ländern gehört auch Frankreich. Neun Siege, sechs Remis, zwölf Niederlagen stehen aus Sicht Deutschlands zu Buche. Seit 1990 gab es neun Duelle, davon verloren die Deutschen sechs. Das letzte Spiel fand am 13. November 2015 in Saint-Denis statt, und da siegten die Franzosen nach Toren von Olivier Giroud und Andre-Pierre Gignac mit 2:0. Das Spiel geriet am Abend des Terrors in Paris aber zur absoluten Nebensache.

In Pflichtspielen positive Bilanz

In Pflichtspielen gegen Frankreich ist die Bilanz jedoch positiv (drei Siege, eine Niederlage): Deutschland und Frankreich treffen erstmals bei einer EM-Endrunde aufeinander. Die bisherigen vier Turnierduelle fanden bei Weltmeisterschaften statt, Deutschland setzte sich in den letzten drei Duellen durch, nur 1958 gewannen die Franzosen im Spiel um Platz 3 mit 6:3. 1982 (8:7 n.E.) und 1986 (2:0) triumphierte die DFB-Elf jeweils im Halbfinale, 2014 in Brasilien im Viertelfinale (1:0).

Deutschland und Spanien sind mit drei Triumphen die Rekordtitelträger bei Europameisterschaften, dahinter folgt Frankreich mit zwei Titeln. Die Equipe Tricolore könnte nun also auch zum dritten Mal Europameister werden und zum Führungsduo aufschließen.

Mit Deutschland und Frankreich treffen auch die beiden Nationen aufeinander, die historisch die meisten Siege und Tore bei Europameisterschaften feierten – Deutschland gewann 26 Mal, Frankreich (wie Spanien) 19 Mal. Die 60 Treffer der Franzosen überbietet einzig Deutschland mit 72 Toren.

Legendäre Spiele

Als Nacht von Sevilla wird das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien (8. Juli 1982) zwischen Frankreich und Deutschland bezeichnet. Deutschland gewann gegen Frankreich mit 8:7 nach Elfmeterschießen. Nach 90 Minuten stand es 1:1, nach 120 Minuten 3:3 – die Franzosen führten in der Verlängerung bereits mit 3:1. Es war das erste Spiel bei einer Weltmeisterschaft, das im Elfmeterschießen entschieden wurde.

Der Zufall wollte es, dass es vier Jahre nach dem Klassiker von Sevilla eine Neuauflage zwischen Deutschland und Frankreich gab – wieder bei einer WM, wieder in einem Halbfinale und der Sieger hieß erneut Deutschland (2:0).

Französische Stars in der Bundesliga

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Franck Ribery ist der Rekord-Franzose der Bundesliga-Geschichte. Er bestritt die meisten Spiele (206) und erzielte die meisten Tore (70). 2016/17 wird seine zehnte Bundesliga-Saison bei Bayern München werden. In seinen neun Jahren bei den Bayern holte Franck Ribery sechs Deutsche Meisterschaften; unter den Ausländern der Bundesliga-Historie holte keiner den Titel öfter (Pizarro, Salihamidzic, Kuffour und Lizarazu auch sechs Mal).

Auch Linksverteidiger Bixente Lizarazu wurde sechs Mal Deutscher Meister. Der Welt- und Europameister kam in neun Bundesliga-Spielzeiten (1997 bis 2006) 183 Mal zum Einsatz und erzielte dabei sieben Tore und bereitete 15 Treffer vor. Willy Sagnol wurde „nur“ fünf Mal Deutscher Meister, kam dafür aber auf ein Bundeliga-Spiel mehr (184 Bundesliga-Spiele von 2000 bis 2008) und war genauso oft erfolgreich wie Lizarazu (sieben Mal). Als Vorbereiter (40 Torvorlagen) war er der Rechtsverteidiger deutlich erfolgreicher als sein Pendant Lizarazu auf der linken Abwehrseite (sieben Torvorlagen).

Vor Ribery war Johan Micoud französischer Rekordtorschütze der Bundesliga (31 Tore in 123 Bundesliga-Spielen). In seinem zweiten Bundesliga-Jahr gewann „Le Chef“ 2004 mit Werder Bremen das Double. Valerien Ismael war in der Bundesliga für Bremen (64 Mal), Bayern (31 Mal) und Hannover 96 (18 Mal) insgesamt 113 Mal im Einsatz (acht Tore). 2004 (mit Werder) und 2006 (mit den Bayern) gewann er jeweils das Double.

Anthony Modeste ist aktuell der erfolgreichste Franzose in der Bundesliga. Letzte Saison traf der Stürmer 15 Mal für den 1. FC Köln, nie zuvor erzielte ein Franzose in einer Bundesliga-Spielzeit so viele Tore wie Modeste 2015/16. Er traf in seiner Bundesliga-Karriere im Schnitt alle 171 Minuten ins Tor (34 Tore in 89 Bundesliga-Spielen), er liegt damit in etwa auf dem Level von Spielern wie Jürgen Klinsmann, Klaus Fischer und Stephane Chapuisat, ist effektiver als Anthony Yeboah oder Miroslav Klose.