Köln - Zum fünften Mal trifft Deutschland in einem großen Turnier am Donnerstagabend (21 Uhr) auf Polen. In den bisherigen vier Duellen (drei Siege für die deutsche Elf, ein Remis) gelang den Polen kein einziges Tor. bundesliga.de hat die wichtigsten Fakten zum Topspiel der Gruppe C zusammengestellt.

Deutschland verlor nur eins von 20 Duellen

Deutschland verlor gegen Polen nur eins von 20 Länderspielen, das vorletzte: Am 11. Oktober 2014 gab es in der Qualifikation zu dieser EM ein 0:2 in Warschau (Tore: Arkadiusz Milik und Sebastian Mila). Für die Polen war dieser Erfolg ein Meilenstein auf dem Weg zur EM.

In den ersten 18 Duellen hatte es 12 Siege für die DFB-Auswahl und sechs Remis gegeben. Im letzten Duell am 4. September 2015 gewann die Löw-Elf in Frankfurt 3:1; die Tore erzielten ausschließlich Bayern-Spieler (zweimal Mario Götze, je einmal Thomas Müller und Robert Lewandowski).

In bislang vier Turnierduellen gab es drei deutsche Siege und ein Remis. Polen erzielte dabei kein Tor: WM 1974 1:0, WM 1978 0:0, WM 2006 1:0, EM 2008 2:0.

Zuletzt auf Augenhöhe

In den letzten vier Aufeinandertreffen in den Jahren 2011, 2014 und 2015 ist die Bilanz ausgeglichen. Beide Nationen gewannen in der jüngsten EM-Qualifikation ihr Heimspiel, in den beiden Freundschaftsspielen dieser Zeit gab es jeweils ein Unentschieden (2:2 und 0:0).

Deutschland gewann bei der WM 1974 in der zweiten Finalrunde gegen Polen in der Wasserschlacht von Frankfurt mit 1:0 (de facto war es ein Halbfinale) und zog ins Endspiel gegen die Niederlande ein. Polen war allerdings die klar bessere Mannschaft, spielte die Deutschen teilweise schwindelig. Bei der WM 2006 wurden die Polen in Dortmund in der Schlussminute durch das 1:0 von Joker Oliver Neuville geschlagen. Bei der EM 2008 gewann die DFB-Elf das erste Gruppenspiel gegen Polen nach einem Doppelpack des gebürtigen Polen Lukas Podolski 2:0. Am 11. Oktober 2014 gab es in der Qualifikation zu dieser EM ein 0:2 in Warschau.

Erst ein polnischer Sieg bei Europameisterschaften

Polen nimmt zum dritten Mal in Folge an einer EM teil, nachdem man sich zuvor kein einziges Mal hatte qualifizieren können. Die ersten beiden Teilnahmen verliefen allerdings enttäuschend: Sowohl 2008 als auch bei der Heim-EM 2012 kam das Aus bereits in der Vorrunde. Dabei landeten die Polen keinen einzigen Sieg!

Vor vier Jahren im eigenen Land hätten die Polen mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Tschechien das Viertelfinale erreicht, verloren aber mit 0:1. Das 1:0 gegen Nordirland zum Auftakt der EM in Frankreich war also ein historischer Erfolg, der erste Sieg im siebten Anlauf.

Die WM-Historie der Polen ist weitaus erfolgreicher als ihre EM-Historie. Sieben Mal waren sie bei Weltmeisterschaften dabei (zuletzt 2006), 1974 und 1982 wurden sie jeweils WM-Dritter.

Polnische Stars in der Bundesliga

Andrzej Juskowiak: Um die Jahrtausendwende herum war Andrzej Juskowiak einer der Stars in Polen (er schoss Polen zur Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Barcelona), wenn nicht sogar der größte zu der Zeit. Andrzej Juskowiak spielte für Mönchengladbach, Wolfsburg und Cottbus 184 Mal in der Bundesliga. Ihm gelangen dabei 56 Bundesliga-Tore, die meisten im Trikot der Wolfsburger (39).

Tomasz Waldoch bestritt 249 Bundesliga-Spiele für Bochum und Schalke. Das sind historisch die meisten Bundesliga-Spiele für einen Polen. In zehn seiner elf Saisons (vier für Bochum, sieben für Schalke) hat der Abwehrspieler immer mindestens ein Tor erzielt. Von 2000/01 bis 2003/04 war er Kapitän von Schalke 04. Mit Schalke wurde er zwei Mal Pokalsieger – 2001 und 2002.

Robert Lewandowski hat 194 Bundesliga-Spiele für Dortmund (131) und Bayern (63) bestritten. Dabei erzielte er 121 Tore. Er ist damit mit Abstand der polnische Rekord-Torjäger der Bundesliga-Historie. Lewandowski erzielte in der Bundesliga im Schnitt alle 124 Minuten ein Tor – unter den Spielern, die mindestens 25 Bundesliga-Spiele bestritten, ist das der drittbeste Wert. Nur Gerd Müller und Mario Gomez waren noch effektiver (105 bzw. 113 Minuten pro Tor). Robert Lewandowski wurde 2016 zum zweiten Mal nach 2014 (20 Tore für Dortmund) Torschützenkönig in der Bundesliga. Er gewann vier Deutsche Meisterschaften (2011 und 2012 mit dem BVB, 2015 und 2016 mit den Bayern) und wurde zwei Mal Pokalsieger (2012 mit Dortmund, 2016 mit dem FCB).

Jakub Blaszczykowski: In 197 Bundesliga-Spielen (alle für Dortmund) erzielte Jakub Blaszczykowski 27 Tore. Mit Borussia Dortmund feierte er 2010/11 und 2011/12 die Deutsche Meisterschaft, 2012 wurde er mit dem BVB Pokalsieger. Beim Auswärtsspiel in Freiburg (am 20. November 2010) unterlief ihm ein legendärer Fehlschuss: Der Pole hat freistehend aus elf Metern das leerstehende Tor verfehlt, eine Szene, die um die Welt ging.

Lukasz Piszczek hat in neun Spielzeiten für Berlin und Dortmund 223 Bundesliga-Spiele bestritten. Er ist der dritte Pole im Bunde, der mit Borussia Dortmund 2010/11 und 2011/12 die Deutsche Meisterschaft feierte und 2012 mit dem BVB Pokalsieger wurde. Wenn Piszczek bei 100 Prozent ist, verkörpert er auf seiner Position rechts hinten Weltklasse. 2010 kam er als ablösefreier mehr oder minder gescheiterter Stürmer von Absteiger Hertha BSC zum BVB.