Zwei Top-Teams, zwei Heimspiele, zweimal 15:30: Dortmunds Robert Lewandowski (l.) und Bayerns Mario Mandzukic (r.) ballern samstags zur gleichen Zeit
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Bundesliga

Top-Duo im Fernduell - Debüt für Prinzen

München - Leverkusen konnte freitags vorlegen, Bayern und Dortmund sind am Samstagnachmittag dran: Die Top-Teams der Bundesliga messen sich im Fernduell. Während der ersatzgeschwächte BVB Hannover zu Gast hat, heißt der nächste Prüfstein für die Guardiola-Elf Mainz 05.

Auch die drei weiteren Spiele haben es in sich: Schalke, das ebenfalls mit großen Peronsalproblemen zu kämpfen hat, muss zu den zuletzt erstmals siegreichen Braunschweigern. Nürnberg hofft unter Interimstrainer Roger Prinzen in Frankfurt genauso auf die Wende wie die sieglosen Freiburger in Bremen (alle Spiele ab 15 Uhr im Live-Ticker).

Elf Verletzte müsst ihr sein - Die Ausfall-Liste beim Champions-League-Finalisten schwoll in der Länderspielpause auf bis zu elf Mann an. Vor dem Match gegen Hannover, in dem sich der BVB für die unnötige 0:2-Pleite in Gladbach rehabilitieren will, steht mit Nuri Sahin, Sven Bender, Marco Reus, Marcel Schmelzer und Jonas Hofmann der Einsatz von gleich fünf Profis auf der Kippe.

"Die Situation ist aber nicht so schlimm, wie sie hätte sein können", meinte Coach Jürgen Klopp, denn bis auf Bender und Schmelzer, die individuell trainierten, sind allerdings alle am Freitag wieder ins Teamtraining zurückgekehrt. In der Abwehr ersetzt Sokratis den rotgesperrten Mats Hummels. Die Langzeitverletzten Lukasz Piszczek, Ilkay Gündogan und Sebastian Kehl fehlen zudem.

Underdog 96 hofft nach dem Hinrundenaus von Didier Ya Konan vor allem auf Rekonvaleszent Mame Diouf. Der Senegalese ist zwar am Mittwoch ins Mannschaftstraining eingestiegen, ob der Stürmer am Wochenende zum Kader gehört, wird sich erst nach dem Abschlusstraining am Freitagmittag entscheiden. "Mame muss Sicherheit haben, wir gehen keinerlei Risiko ein. Wir geben ihn erst dann wieder frei, wenn die Docs grünes Licht geben", sagt Trainer Mirko Slomka. Ansonsten fehlt nur Langzeitpatient Felipe sicher. Hannover wird in Dortmund auch alle verfügbaren Kräfte brauchen, denn der BVB siegte in vier Heimspielen bisher viermal, während 96 punkt- und torlos Letzter der Auswärtstabelle ist.



Schiedsrichteransetzungen

Mario Götze ist zurück: Der Neuzugang hat seine Sprunggelenks-Verletzung endgültig überstanden. Bei der Nationalelf spielte er bereits 45 Minuten lang, traf sehenswert und bereitete ein weiteres Tor vor. "Das war wichtig nach einer so langen Zeit", sagt er, "ich brauche einfach meine Spiele, meine Minuten. Dann kommt der Rest von selbst." Gegen Mainz könnte es sogar mit einem Einsatz von Beginn an klappen. Die verletzten Xherdan Shaqiri, Javi Martinez und Thiago indes fallen aus.

So oder so zählt für den FCB gegen die Rheinhessen natürlich nur ein Dreier. In Leverkusen dominierte Pep Guardiolas Team zwar, holte aber nur ein 1:1. Zudem krachte es in München nach dem letzten Heim-Auftritt nach einer Länderspielpause heftig: "Lethargisch, emotionslos, Dienst nach Vorschrift", hatte Matthias Sammer nach dem 2:0 über Hannover geschimpft. Das wollen sich die Münchner diesmal möglichst nicht vorwerfen lassen.

Ob Bayern wieder brilliert - da hat auch Mainz noch ein Wörtchen mitzureden, denn: "Abgeschenkt wird nichts!", erklärt Gästecoach Thomas Tuchel, der einen "isolierten Ansatz" für "unser Champions-League-Spiel" wählen will. "Thomas Tuchel ist ein schlauer Trainer. Es wird ein schwieriges Spiel", warnte auch Guardiola. Der Mainzer Matchplan steht also, personell bleibt ein großes Fragezeichen hinter Torjäger Nicolai Müller: "Wenn er am Samstagmorgen humpeln kann, dann spielt er", sagte Tuchel. Die zuletzt angeschlagenen Julian Baumgartlinger und Bo Svensson sollen auflaufen - Torwart Heinz Müller (Hexenschuss) fällt wie die Langzeitverletzten Julian Koch und Niko Bungert dagegen aus. Christian Wetklo beginnt für Müller im Tor.



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Mit drei Sechsern zerstörte Braunschweig Wolfsburgs Kreativzentrum höchst erfolgreich - der lang ersehnte erste Sieg der Saison war der Lohn. Einer davon, Norman Theuerkauf, kann gegen Schalke nicht mitwirken. "Mit Theuer fehlt uns der zentrale Spieler" sagte Trainer Torsten Lieberknecht. Möglich erscheint auch, dass Liebernkecht gegen die flügelstarken Knappen lieber die Außen verstärkt. Der Trainer hofft auch noch auf einen Einsatz von Ermin Bikakcic - der Bosnier kehrte mit Oberschenkelproblemen von der Nationalelf zurück. Auch Marcel Correia, Jan Hochscheidt und Marjan Petkovic fehlen dem BTSV.

Dennoch: Die Stimmung vom Derbysieg soll den Underdog gegen die Gelsenkirchener möglichst pushen: "Wenn du Erfolgserlebnisse hast, dann bekommst du ein besseres Gefühl", hofft Lieberknecht. Sein Gegenüber Jens Keller will genau das verhindern: "Wir wissen, was auf uns zukommt und müssen ihnen einfach den Stecker ziehen."

Wer dafür im königsblauen Trikot auflaufen wird, steht noch in den Sternen. Offensiv schickt Keller das letzte Aufgebot ins Rennen, da Klaas-Jan Huntelaar und Jefferson Farfan sicher fehlen. Auch Kevin-Prince Boateng fällt ebenso aus wie Jermaine Jones (beide Knieprobleme). Adam Szalai plagte sich zudem mit einer Grippe herum. Muss auch er passen, könnte Julian Draxler in die Spitze rücken. Im Tor ersetzt zudem Ralf Fährmann Timo Hildebrand (Hexenschuss).



Schiedsrichteransetzungen

Endlich ist er wieder fit: Alexander Meier kehrt nach seinem überstandenen Muskelfaserriss nach sechs Wochen Pause wohl direkt in Frankfurts Startelf zurück. "Alex ist für uns ein wertvoller Spieler. Wir konnten seinen Ausfall spielerisch ganz gut verkraften. Seine Torgefährlichkeit haben wir vermisst", sagte Trainer Armin Veh.

Die Option Meier kommt auch aus einem anderem Grund zur rechten Zeit: Frankfurt fehlen neben dem gesperrten Johannes Flum die vier Verletzten Sonny Kittel, Jan Rosenthal, Pirmin Schwegler und Marc Stendera. Die Eintracht wartet immer noch auf den ersten Heimsieg und Veh trifft nun bereits zum dritten Mal auf ein Team, das gerade den Coach gewechselt hat. "Ich hoffe, dass es nicht zum Modell wird und ich am Ende nicht selbst betroffen bin", unkte Veh.

Nach Stuttgart (Schneider für Labbadia, 1:1) und dem HSV (van Marwijk für Fink, 2:2) geht es nun gegen den 1. FC Nürnberg und Interimscoach Roger Prinzen. Nach dem schwachen Saisonstart unter Ex-Coach Michael Wiesinger ohne einen einzigen Sieg und zuletzt dem 0:5-Debakel gegen Hamburg wird Prinzen vor allem "mit den Spielern reden, damit sie Sicherheit bekommen." Personell kann er bis auf die Langzeitverletzten Timo Gebart, Markus Feulner und Daniel Ginczek aus dem Vollen schöpfen.



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Im Fokus beim Duell Werder gegen den SCF stehen Cedrick Makiadi und Robin Dutt, die beide eine Freiburger Vergangenheit haben. "Ich hatte in Freiburg eine sehr besondere Zeit. Mit Christian Streich habe ich vier Jahre lang ganz hervorragend zusammengearbeitet. Es hat damals viel Spaß mit dem Team gemacht", sagt Dutt.

Makiadi, der "mittelfristig" mit Bremen nach Europa möchte, kehrt nach überstandener Verletzung wohl wieder in Werders Startelf zurück. Die Personalsituation hat sich in der Länderspielpause generell entspannt. Eljero Elia ist wieder schmerzfrei und auch Assani Lukimya. Ob er oder Sebastian Prödl in der Innenverteidigung beginnen, ist noch offen.

Werders Verteidiger zu beschäftigen, muss das Credo der Freiburger sein, die immer noch auf den ersten Sieg warten. "Wir wollen uns an der zweiten Halbzeit gegen Frankfurt orientieren", sagte Coach Christian Streich. "Da haben wir agiert und sind zu Chancen gekommen." Freiburg hat dafür zwei neue Optionen: Die bisher verletzten Neuzugänge Vaclav Pilar und Vladimir Darida trainieren wieder voll mit der Mannschaft, Pilar debütierte vergangene Woche im Test gegen Sandhausen für den SCF. Fraglich ist noch, ob Oliver Sorg (Zerrung der Bauchmuskulatur) und Mike Hanke (Mittelhandbruch) für einen Einsatz in Frage kommen. Mensur Mujdza und Marco Terrazino fallen indes sicher aus.



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