Bundesliga

Kölns Vize-Präsident Toni Schumacher: "Dieser 5. Platz ist eine Sensation"

bundesliga.de: Die Erwartungen der Fans sind jetzt noch einmal gestiegen. Kann das in der kommenden Saison zur Belastung werden?

Schumacher: Vor der abgelaufenen Spielzeit hatte es sich die Mannschaft als Ziel gesetzt, den neunten Platz der Vorsaison zu bestätigen oder vielleicht sogar zu verbessern. Jetzt aber sind wir sensationell Fünfter geworden. Was also sollen wir den Fans nun sagen? Etwa: "Nach Platz fünf machen wir jetzt auch noch das "kleine" Schrittchen auf Platz vier"? Nein. Ich glaube, dass die Fans wissen, dass die nächste Saison schwierig werden kann. Natürlich darf geträumt werden – solange die Verantwortlichen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Dass wir hier nicht durchdrehen, damit sind wir in den vergangenen fünf Jahren ganz gut gefahren. Wir wissen, dass eine Dreifachbelastung auf uns wartet  – berücksichtigt man die Länderspiele unserer Nationalspieler, sogar eine Vierfachbelastung. Trotzdem werden wir gewiss nicht so einkaufen, dass wir jetzt Europa auseinandernehmen. Wir passen auf, nicht in diese Falle zu tappen. Denn die Spieler, die man nun extra für die Mehrfachbelastung holen würde, müssten auch dann weiterbezahlt werden, spielte man ein Jahr später nicht mehr europäisch.

bundesliga.de: Stichwort Mehrfachbelastung: Es hat sich gezeigt, dass Mannschaften, die eher unerwartet einen internationalen Wettbewerb erreichen, in der Bundesliga häufig Schwierigkeiten bekamen, siehe Freiburg, Augsburg oder Frankfurt. Wie will man verhindern, dass es dem FC ebenso ergeht?

Schumacher: Ich habe diese Situation in meinen 15 Jahren als Torwart beim FC selbst oft genug erlebt. Deshalb sehe ich die körperliche Belastung als nicht so gravierend an, wenn man die Trainingsbelastung diesen Gegebenheiten anpasst. Schwierig wird es nur, wenn du vielleicht mittwochs einen Schlag abbekommst, dir dann aber nur drei Tage bleiben, um das auszukurieren. Das kann in der Tat zu knapp sein. Ein größeres Problem sehe ich aber in der mentalen Belastung. Wenn du mittwochs gegen AC Mailand, Fenerbahce Istanbul oder Arsenal spielst, drei Tage später aber gegen die vermeintlich kleineren Bundesligisten ranmusst, kann das zur Kopfsache werden. Dann muss der Trainer den Jungs klarmachen: Freiburg oder Augsburg sind für uns das deutsche Milan. Ich bin aber sicher, dass Peter Stöger das hinbekommt.