Fünf Teams haben sechs Spieltage vor Saisonende noch die Chance auf die Meisterschaft: Wolfsburg, Bayern, Stuttgart, Hamburg und Berlin liefern sich ein heißes Titelrennen. Alle haben ihre Aufgaben am 28. Spieltag erfolgreich erledigt und jeweils drei Punkte eingefahren.

Grund genug für bundesliga.de, die Titelaspiranten genauer unter die Lupe zu nehmen und ihre Leistungen an den fünf vergangenen Spieltagen zu untersuchen, Einschätzungen von Experten vornehmen zu lassen und das Restprogramm der Teams zu präsentieren.

Die Fakten:

  • Wolfsburg gewann als einzige Mannschaft die vergangenen fünf Partien in Serie und erzielte die meisten Tore (16).
  • Die "Wölfe" ließen sechs Gegentreffer zu, von den Titelanwärtern kassierte nur Hertha mehr Gegentore (acht).
  • Die Magath-Elf hatte in den vergangenen fünf Spielen die beste Chancenverwertung (27,6 Prozent) aller 18 Teams und brachte anteilig die meisten Schüsse auf das Tor: 58,6 Prozent der nicht geblockten Versuche gingen auf den gegnerischen Kasten.
  • Die Niedersachsen gewannen lediglich 46,2 Prozent ihrer Zweikämpfe am Ball.
  • In der Luft bestritt Wolfsburg ligaweit die wenigsten Zweikämpfe am Ball (44) und verlor beinahe 60 Prozent.
  • Die "Wölfe" erhielten zwei Elfmeter in den letzten fünf Spielen, die jeweils von Grafite verwandelt wurden - die meisten der Titelanwärter.
Das Restprogramm:
Energie Cottbus (A), 1899 Hoffenheim (H), VfB Stuttgart (A), Borussia Dortmund (H), Hannover 96 (A), Werder Bremen (H)

Die Expertenmeinung:
Armin Veh: "Wolfsburg hat ganz wichtige Spiele gewonnen und das musst du auch, um Deutscher Meister zu werden. Ich glaube aber trotzdem nicht, dass Wolfsburg Meister wird. Sie haben noch schwere Spiele und ich glaube nicht, dass sie 16 Spiele hintereinander gewinnen."

Die Fakten:

  • In den letzten fünf Partien holte der FCB ligaweit die drittmeisten Punkte (zwölf) und kassierte nur in Wolfsburg Gegentore - dort waren es jedoch derer fünf.
  • Die letzten vier Siege fuhr der Rekordmeister zu Null ein.
  • Keine Bundesliga-Mannschaft hatte in den vergangenen fünf Partien mehr Pech als die Bayern, die vier Mal an Latte oder Pfosten scheiterten.
  • Die Münchner Spieler wurden in diesem Zeitraum ligaweit am häufigsten gefoult (111 Mal).
  • Der Rekordmeister ließ ligaweit die wenigsten Schüsse auf das eigene Tor zu (zehn).
  • Die "Klinsmänner" hatten in den letzten fünf Partien - wie auch im gesamten Saisonverlauf - die beste Zweikampfbilanz aller 18 Teams: 53,6 Prozent der Duelle am Ball gewannen sie.

Das Restprogramm:
FC Schalke 04 (H), Borussia Mönchengladbach (H), Energie Cottbus (A), Bayer Leverkusen (H), 1899 Hoffenheim (A), VfB Stuttgart (H)

Die Expertenmeinung:
Armin Veh: "Ich glaube, dass der FC Bayern noch jedes Spiel gewinnen kann. Qualitativ ist der FC Bayern die beste Mannschaft und deswegen denke ich, dass sie Meister werden."

Die Fakten:

  • Die Hanseaten kassierten in den letzten fünf Partien die wenigsten Gegentore ligaweit (drei).
  • Die Jol-Elf gewann vier der letzten fünf Spiele - drei davon mit 2:1.
  • Hamburg scheiterte in diesem Zeitraum ligaweit am zweithäufigsten an Pfosten oder Latte (drei Mal).
  • Von den Meisterschaftskandidaten bestritt der HSV die meisten Zweikämpfe am Ball - rund 112 pro Partie -, gewann aber nur mäßige 49,2 Prozent.
  • Die Hamburger Spieler foulten in den letzten fünf Spielen ligaweit am häufigsten (109 Mal).
  • Als einziger Titelfavorit verursachten die "Rothosen" einen Elfmeter.

Das Restprogramm:
Borussia Dortmund (A), Hertha BSC (H), Werder Bremen (A), VfL Bochum (H), 1. FC Köln (H), Eintracht Frankfurt (A)

Die Expertenmeinung:
Ewald Lienen: "Riesenkompliment an den HSV, dass sie in allen drei Wettbewerben jetzt noch vertreten sind. Für den HSV ist es wichtig, die totale Konzentration aufrecht zu halten, damit man überhaupt in irgendeinem Wettbewerb etwas holt. Es ist ganz schwierig, drei Wettbewerbe so kurz vor Schluss zu bestreiten. Da braucht man ganz hohe Konzentration und die nötige Lockerheit."

Die Fakten:

  • Wie der FC Bayern und der HSV holte der VfB aus den letzten fünf Spielen ebenfalls zwölf von 15 möglichen Punkten.
  • Die Schwaben gewannen die letzten vier Partien in Serie und schossen sieben ihrer acht Tore in jenen Partien im zweiten Durchgang.
  • Die Babbel-Elf feuerte in den letzten fünf Spielen ligaweit die meisten Schüsse ab (99). Von den nicht geblockten Versuchen kamen jedoch anteilig ligaweit die wenigsten auf das gegnerische Tor - 33,8 Prozent.
  • Die Stuttgarter hatten in diesem Zeitraum die zweitbeste Zweikampfbilanz der Liga - 53,1 Prozent der Duelle am Ball waren erfolgreich.
  • Stuttgarts Spieler wurden nur drei Mal in den letzten fünf Spielen verwarnt - die wenigsten Gelben Karten im Ligavergleich.

Das Restprogramm:
Eintracht Frankfurt (H), Arminia Bielefeld (A), VfL Wolfsburg (H), FC Schalke 04 (A), Energie Cottbus (H), Bayern München (A)

Die Expertenmeinung:
Armin Veh: "Für jeden Fußballer ist es das Größte, Deutscher Meister zu werden und die Jungs wissen, wie es geht. Aber warum sollte der VfB zu diesem Zeitpunkt sagen: 'Wir wollen unbedingt Deutscher Meister werden'? Sie sind von Platz 11 gekommen und haben eine Super-Rückrunde gespielt. Sich nun aber selber als Favorit hinzustellen, wäre völliger Blödsinn."

Die Fakten:

  • Die Berliner präsentierten sich an den vergangenen fünf Spieltagen von den Titelanwärtern am formschwächsten (zwei Siege, drei Niederlagen).
  • Nur vier Tore gelangen der Hertha in diesem Zeitraum (jeweils im heimischen Olympiastadion) - lediglich die Abstiegskandidaten aus Bielefeld, Cottbus und Karlsruhe trafen seltener.
  • Hertha scheiterte in diesem Zeitraum ligaweit am zweithäufigsten an Pfosten oder Latte (drei Mal).
  • Lediglich 41,3 Prozent der Zweikämpfe in der Luft gewann die Elf von Lucien Favre - nur zwei Bundesliga-Mannschaften waren noch schwächer.
  • Von den fünf Titelanwärtern ließ Berlin die meisten Schüsse auf das eigene Tor zu (24).

Das Restprogramm:
1899 Hoffenheim (A), Hamburger SV (A), VfL Bochum(H), 1. FC Köln (A), FC Schalke 04 (H), Karlsruher SC (A)

Die Expertenmeinung:
Felix Magath: "Den HSV, Stuttgart und auch die Berliner darf man noch nicht abschreiben. Interessant ist doch, dass verschiedene Mannschaften noch die Chance haben, den Titel zu erreichen."