Bayer Leverkusen ist neben 1899 Hoffenheim momentan die große Überraschung in der Bundesliga. Mit dem neuen Trainer Bruno Labbadia spielt die Mannschaft nicht nur offensiven sondern auch erfolgreichen Fußball.

Besser als in dieser Saison kamen die Leverkusener zuletzt 2003/04 aus den Startlöchern, als sie nach dem 10. Spieltag mit acht Siegen und einem Unentschieden souverän die Tabelle anführten.

Rolfes spricht Klartext

Nach dem 2:0.Erfolg in Bremen schwappt die Welle der Euphorie nun fast schon über. Trainer Labbadia versucht, die Wogen etwas - aber nur etwas - zu glätten.

"Wir wissen, wo wir herkommen, aber gegen ein Stück Euphorie haben wir nichts einzuwenden", sagte Labbadia, sein Kapitän möchte sich dagegen gern an die unverhoffte Höhenluft in der Liga gewöhnen.

Der Ex-Bremer Simon Rolfes, der das direkte Duell gegen seinen Nationalmannschafts-Kontrahenten Torsten Frings klar für sich entschied, hält nichts von falscher Bescheidenheit: "Wir wollen ganz oben mitmischen."

Völler erinnert an Bremen und Stuttgart

Der große Trumpf des Werkclubs, der in der vergangenen Saison alle internationalen Wettbewerbe verpasste, ist die daraus resultierende körperliche und geistige Frische, gepaart mit einer aktuell entspannten Personalsituation.

Wohin eine derart günstige Konstellation führen kann, daraus machte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler gar keinen Hehl: "Sie werden es nicht zugeben, aber Bremen 2004 und Stuttgart 2007 sind auch deswegen Meister geworden, weil sie sich ganz auf die Liga konzentrieren konnten. Ohne englische Wochen hat man auch weniger Verletzte."

Kein Wort über die Meisterschaft

Während die Bayer-Elf noch feiert, werden in Bremen die Saisonziele zumindest vorerst ein wenig verschoben. "Von Meisterschaft muss man nicht reden, wenn man zu Hause so eine Partie verliert", stellte Sportdirektor Klaus Allofs unmissverständlich klar.

Seit sechs Pflichtspielen warten die "Grün-Weißen" nun auf einen Sieg. Kapitän Frank Baumann sieht es deshalb auch ähnlich wie Allofs: "Wir befinden uns in einer sehr schwierigen Phase und müssen unsere Ansprüche deutlich herunterschrauben."

Schaaf bleibt gelassen

Thomas Schaaf möchte gar nicht so weit vorausschauen, sondern konzentriert sich lieber auf die direkt anstehenden Aufgaben.

"Meine Aufgabe ist es nicht, so weit in die Zukunft zu blicken. Meine Gedanken sind absolut auf die Partie gegen Hertha BSC gerichtet. Wir wissen, dass wir die Erwartungen momentan nicht erfüllen und das ändern müssen. Ähnliche Situationen haben wir aber in den letzten Jahren immer wieder überstanden", so Schaaf.