Der 1. FC Köln tut sich weiterhin im RheinEnergieStadion schwer. Auch gegen den zuvor sieben Spiele sieglosen 1. FSV Mainz 05 gelang der Geißbockelf nicht der ersehnte zweite Heimsieg. Immerhin konnte sich der Kölner Keeper Timo Horn über das erste Spiel ohne Gegentor seit dem 9. Spieltag freuen.

Frage:Timo Horn, leider hat es mit einem Heimsieg wieder nicht geklappt. Wie fällt Ihr Fazit zum Spiel aus?

Timo Horn: Ich sehe das nicht negativ. Wenn eine Mannschaft das Spiel hätte gewinnen können, dann wir auch wenn die Mainzer einen Lattentreffer hatten. Aber das war auch ihre einzige Chance. Wir waren nach vorne gefährlicher, haben uns aber auch nicht die entscheidenden Chancen herausspielen können. Bis auf den Schuss von Matthias Lehmann, den Loris Karius sehr gut hält. Es war nicht zwingend genug. Deswegen stehen wir am Ende mit einem Punkt da. Aber wir haben jetzt 19 Punkte auf dem Konto. Das ist okay. Jetzt versuchen wir in Wolfsburg vor der Winterpause noch einmal alles rauszuholen.

"Beim Lattenschuss von Okazaki hatten wir Glück"

Frage: Wie wichtig war es für Sie, dass endlich einmal wieder die Null stand?

Horn: Für einen Torwart ist es immer schön zu Null zu spielen. Der Torwarttrainer der U21-Nationalmannschaft, Klaus Thomforde, war da. Er hat gestern gesagt, dass sein liebstes Ergebnis ein 0:0 wäre. Er war wegen Loris Karius und mir im Stadion. Das Ergebnis ist jetzt eingetreten. Er ist zufrieden, ich nicht ganz. Ich hätte lieber 1:0 gewonnen.

Frage: Bei dem Lattenschuss von Shinji Okazaki hat es aber heftig gescheppert.

Horn: Da hatten wir Glück. Die Chance kam aus dem Nichts. Wir waren einmal nicht nah genug am Mann. Allerdings ist Okazaki auch ein sehr guter Stürmer, der die Situation mit einem Haken sehr gut einleitet.

Frage: Überwiegt jetzt die Zufriedenheit über den Punkt oder nagt ein bisschen der Frust, dass es wieder kein Dreier vor eigenem Publikum wurde?

Horn: Als Torwart ist man wie gesagt immer zufrieden, wenn man zu Null spielt. Klar hätten wir lieber gewonnen und den Fans einen Heimsieg geschenkt, weil wir in den letzten Wochen nicht allzu viele Punkte im eigenen Stadion geholt haben. Wir hatten uns den Sieg fest vorgenommen und waren auch nahe dran.

Frage: So muss der FC weiterhin auf die Eichhörnchenmethode setzen und immer wieder hier und da Punkte mitnehmen?

Horn: Genau so ist es. Wir sammeln Punkt für Punkt und versuchen möglichst, den Abstand zu den unteren Tabellenplätzen zu halten. Auch ein Unentschieden tut gut. Lieber einen Punkt mitnehmen, als wie in den letzten Heimspielen am Ende noch zu verlieren.

Frage: Mit der Einwechslung von Daniel Halfar bekam das Spiel des FC in der letzten halben Stunde noch einmal einen Impuls. Wie haben Sie ihn gesehen?

Horn: Wir wissen alle, dass der „Halfi“ eine super Technik hat und ein ganz wichtiger Spieler für uns ist. Er hatte in der letzten Zeit keine ganz so leichte Phase. Aber er hat ein tolles Spiel gemacht, super Bälle gespielt. Für ihn freut es mich, weil er sich so wieder in den Fokus spielen konnte.

Frage: Jetzt muss der FC zum Hinrundenausklang am Samstag nach Wolfsburg. Wie schwer wird die Aufgabe?

Horn: Wir wissen alle, dass Wolfsburg eine sehr gute Hinrunde gespielt hat und sie ganz gefährliche Spieler in ihren Reihen haben. Das wird ein ganz schweres Auswärtsspiel. Allerdings wird Wolfsburg genauso wie Schalke am letzten Wochenende das Spiel machen müssen. Wenn wir wieder defensiv so gut stehen wie auf Schalke dann bekommen wir sicherlich auch die eine oder andere Möglichkeit. Man hat am Beispiel Paderborn gesehen, dass es möglich ist, dort zu punkten. Dementsprechend wollen wir auch zu Werke gehen. Ein Punkt in Wolfsburg wäre ein Erfolg.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski