Zusammenfassung

  • Tim Latka ist seit 2016 Profigamer beim FC Schalke 04.

  • Latka setzte sich beim "Knappencup" in FIFA 17 durch und lieferte so das perfekte Bewerbungsschreiben.

  • Durchschnittlich trainiert Latka vier bis fünf Stunden am Tag.

Köln - Tim Latka ist wahrscheinlich der unbekannteste Profi, der beim FC Schalke 04 unter Vertrag ist. Das dürfte daran liegen, dass der 19-Jährige nicht in den Stadien der Bundesliga, sondern den Arenen von FIFA 18 zu Hause ist. Latka ist Profigamer und steht seit 2016 bei den Knappen unter Vertrag. Im Interview spricht er über sein Leben als eSportler, erklärt, wie er zum FC Schalke kam und verrät, welchen typischen Fehler von Hobbyspielern ihr möglichst abstellen solltet.

bundesliga.de: Hallo Tim. Du bist Teil des eSport-Teams beim FC Schalke 04. Vielen fällt es wahrscheinlich schwer, sich vorzustellen, wie man Profigamer wird. Wie sah dein Werdegang aus?

Tim Latka: Im Februar 2016 habe ich mich zum ersten Mal bei der ESL (Electronic Sports League, d. Red.) angemeldet. Da habe ich schnell gemerkt, dass ich mithalten kann und mir einen Namen gemacht. Das war für mich der Startschuss.

bundesliga.de: Wie ist der FC Schalke auf dich aufmerksam geworden?

Tim Latka: Schalke hat ein Scouting-Turnier für FIFA-Spieler aus der Region veranstaltet. Diesen "Knappen Cup" habe ich gewonnen. Das war ein wenig wie ein Vorstellungsgespräch.

"Als Kind habe ich davon geträumt, für Schalke zu spielen." Tim Latka

bundesliga.de: Du kommst aus der Region. Hand aufs Herz: Für welchen Club im Ruhrgebiet schlug dein Herz, bevor Du bei Schalke unterschrieben hast?

Tim Latka: Ich bin seit Kindesbeinen Schalke-Fan und - wenn ich es von meinem Zeitplan einrichten kann - bei jedem Heimspiel im Stadion. Schalke ist das Beste, was mir passieren konnte. Als Kind habe ich davon geträumt, für Schalke zu spielen. Dass dies einmal als FIFA-Profi möglich sein würde, war überhaupt nicht abzusehen, als ich 2005 das erste Mal den Controller in die Hand genommen habe.

bundesliga. de: Du spielst online natürlich nicht nur gegen Profis, sondern auch gegen schwächere Spieler. Welchen Tipp würdest Du dem Gelegenheitsspieler mit auf den Weg geben, um sich zu verbessern?

Tim Latka: Das Schwierigste in FIFA ist die Defensivarbeit. Da spielen viele zu aggressiv und geben ihre Formation auf. Seine Viererkette sollte man möglichst beisammen halten, sonst entstehen große Lücken, die der Gegner ausnutzen kann. Man sollte lieber mit einem Mittelfeldspieler versuchen, den Ball zu erobern und die Verteidiger möglichst in ihren Positionen lassen.

© FC Schalke 04 Esports

bundesliga.de: Auf der anderen Seite kennt jeder Hobbyspieler das Gefühl, wenn der Ball bei FIFA einfach nicht ins Tor will. Wie sind die Chancen im Abschluss am höchsten?

Tim Latka: Das kommt ganz auf die Situation an. Aus der Distanz nutze ich meistens den normalen Schuss, wenn ich schräg von der Seite komme, schließe ich mit der Innenseite ab und in 1-gegen-1-Situationen spiele ich den Ball mit einem schnellen Doppelklick flach am Torwart vorbei.

bundesliga.de: Ein weiteres Thema ist die Taktik. Bist Du auf eine festgelegt, oder orientierst Du dich auch am Gegner.

Tim Latka: Generell würde ich jedem Spieler empfehlen, eine breite und eine schmale Taktik im Repertoire zu haben. Gegen manche Gegner kommt man durch die Mitte nicht gut durch, aber dafür über außen. Wenn ihr da umstellen könnt, kann das Spiel entscheiden. Ich nutze derzeit am liebsten ein 4-2-2-2-eng oder ein 4-2-3-1-weit. Grundsätzlich versuche ich, dem Gegner mein Spiel aufzuzwingen. Sollte es nicht nach Plan laufen, stelle ich um.

Das Gespräch führte Florian Reinecke

Auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht Tim Latka regelmäßig Videos rund um seine eSport-Karriere und gibt wertvolle Tipps. Außerdem könnt ihr seinen Werdegang auf Facebook, Twitter und Instagram verfolgen.

>>> Alle Informationen zum eSport-Team des FC Schalke 04